Das große Résumé

Zeit ein Résumé aus Gehabtem, Erstrittenem  und Erhofftem aus Vergangenheit und Jetztzeit zu ziehen. Die Gelegenheit ist Dank Corona so nützlich und notwendig wie nie zuvor.

Während sich jetzt schlaue und törichte Menschen auf die Corona-Diagnostik spezialisieren und widersprüchliche Kommentare in den Nachrichten nicht abreißen, haben sich andere zumeist “einfach strukturierte Seelen“ darauf spezialisiert, ihre von den Regierungen veranlassten persönlichen „Unfreiheiten“ in den sozialen Netzwerken zu beklagen und anzuprangern. Unter anderem, so war zu lesen, habe Bill Gates das Virus in Auftrag gegeben, um einen großen Teil der Menschen auf sich zu vereinigen. Dann habe er den Rest der Menschheit endgültig in seiner Hand. Hätten die Urheber dieses Schwachsinns den amerikanischen Präsidenten, D. Trump als Verantwortlichen bezichtigt, wäre das Ergebnis dieses Denkens zwar ebenso anzuzweifeln, aber in gewisser Weise irgendwie nachvollziehbar. „Covid 19 sei den Chinesen anzulasten, weil es angeblich aus einem Labor entwichen sei!“

Ja, ja, das kommt davon, wenn man die Tür nicht hinter sich schließt und alle Fenster offen lässt! Es hat schon immer Pandemien und Seuchen gegeben. Die letzte Heuschreckenplage ist noch nicht lange her, und „Agent Orange“ hat noch vor nicht langer Zeit in Nordvietnam gewütet . Der brasilianische Musterpräsident hat gerade noch die Genehmigung für weiteres Abholzen des Regenwaldes erteilt.

Noch funktioniert der Magnetismus an den Polen unseres Heimatplaneten. Im Erdinneren rotiert n flüssiges Gestein um einen Eisenkern. So funktioniert eine Lichtmaschine oder eben eine Aggregat, welches Magnetismus erzeugt.

Wäre das nicht so, wären unsere Vorfahren mitsamt dem Wasser im Weltraum verschwunden.  Doch nun plagt sich die Menschheit mit winzigen Eiweißatomen herum, die boshafterweise als Viren bezeichnet werden.

Man hätte sie auch Tamagotchis nennen können, weil sie dazu geeignet sind, dass man sie füttern kann. Die Zeit ist gekommen, ein Résumé zu ziehen: Was haben wir falsch gemacht? Wurden wir zu viele?

Was haben wir dem Planeten angetan? Durch Covid19 tritt ein Prozess der Verlangsamung ein. Ein Prozess, den viele Menschen  für dringend erforderlich halten. Die Geologen werden sich dagegen verwehren, wenn jemand daherkommt und behauptet, dass die Erde ein Organismus sei. Jedenfalls verhält sich unsere Erde so. Sie erscheint uns mal sensibel und gleichzeitig wachsen bedrohliche Kräfte aus ihr.

Wir leben auf einer Erdkruste auf glühender Lava und gehen bei ALDI und Co einkaufen, stehen Schlange am Postschalter in der Tanke und fluchen, wenn uns jemand die Vorfahrt nimmt. Sind wir Menschen mehrheitlich nicht völlig plem plem?

Zu allem Überfluss zetteln wir noch Kriege gegen einander an und beschweren uns bei höchster Instanz, dass nicht eingegriffen wird! Unglaublich! Gib den „Pavianen“ eine Schusswaffe und verleihe ihnen den Titel „King of Currywurst“.(Das  ist doch diese Affensorte, die ihr Gebiss so furchteinflößend blecken kann?) Doch keine Sorge, Paviane können den Trigger an der Pistole nicht richtig einschätzen, selbst wenn sie diese in die richtige Richtung halten würden. Wenn es knallt, lassen sie die Pistole fallen und flüchten! Wir Menschen könnten von ihnen lernen!

Solche nützlichen Dinge wollen wir nicht lernen. Das Gehirn ist ständig überfordert – bis in den Schlaf hinein. Wir fordern Dinge an, die wir nicht bezahlen können und wenn die Rechnung kommt, ist kein Geld da! Dahinter verbirgt sich eine seltsame Logik!Das sollte als Merksatz auf der ersten Seite der Fibel stehen, die den Menschen beim Besuch der ersten Klasse ausgehändigt wird.

Es wird allerhöchste Zeit, dass unsere Juristen die  ZEHN GEBOTE auf die Jetztzeit neu formulieren nach dem Motto:“Du sollst nicht dreimal jährlich an einer Kreuzfahrt teilnehmen!“

Baut die Rettungsboote ab, sie nehmen Euch nicht alle auf, wenn eine Katastrophe eintritt. Rettungsboote an einer schwimmenden Stadt sind Bestandteil einer Mogelpackung . Sie gaukelt Euch eine trügerische Sicherheit vor. Wenn Ihr in einem Hafen zur Landbegehung ausscheckt, braucht Ihr – wenn es gut läuft bis zu einer halben Stunde, wenn 4000 Passagiere an Land wollen.

Das Geheimnis des Überlebens bedeutet Risiken einzuschätzen! Das wird in den Schulen leider nicht gelehrt. Das muss sich der Mensch erst mühsam erarbeiten, meist mittels leidvoller Erfahrungen. Wer zu viel einschätzt und abwägt, wird als Angsthase verschrien. Lieber ein lebender Angsthase als ein totes Chamäleon, finden Sie nicht?

Auch das sollte ganz vorne in unserer ersten Fibel stehen. In der DDR stand gleich vornean ein Gedicht: „Mein Bruder ist ein Traktorist – und ich will einer werden!

Gehen wir in medias res, verweilen wir bei einer gründlichen Ursachenforschung. Niemand kann der „Schöpfung in die Suppe spucken“Erkennen wir die Zusammenhänge und lauschen den Worten der Philosphen und Propheten, anstatt uns über ein amtliches Beschneiden der persönlichen Freiheit angesichts einer gefährlichen Pandemie zu beklagen oder gar den Aufstand zu proben: Ein totes Chamäleon kann nicht länger die Farbe wechseln! Den Pommes  Frites ist es egal, in welcher Reihenfolge sie in den Schlund gelangen!

Prost! Austrinken! Noch sind wir!

Euer alter Kunstmeister

Reiche Bürger-Reichsbürger-es reicht, Bürger!

„Ich hätte gerne 150 Gramm Weltanschauung, bitte!“  „Geschnitten oder am Stück?“ „Reichen Sie mir das eben rüber, ich esse es gleich hier!“ „Dann gilt die „Im – Hausverzehr Mehrwertsteuer!“

Paragraph  146 , GG. Das Grundgesetz ist vorläufig und endet nach erfolgtem Zusammenschluss beider deutscher Staatsgebilde. Dann wird eine vom Volk gewählte Verfassung gelten.

Ja, ja, noch ein Scheibchen Zitrone dazu? Oder dieses kleine Minzeblättchen passt doch noch hinein – in Ihren weit geöffneten Schlund, der zu einem gewaltigen Innenleben führt – und peng! (vergleiche  Monty Python).

Vom Volke gewählt?  Dazu müsste doch ein Entwurf vorgelegt werden, oder zwei oder drei? Wie wäre es mit 82 Millionen Entwürfen? Da müsste doch einer dabei sein, der Ihren Vorstellungen entspricht.?

Man könnte auch gleich das Grundgesetz als Verfassungsvorlage benützen, aber kennen Sie das Grundgesetz eigentlich? Kommen Sie über den Artikel 1, GG hinaus? Das ist jener, der etwas über das Menschenrecht des Einzelnen und dessen Würde aussagt.

Wie konnte man die Alliierten seinerzeit davon überzeugen, dass die Deutschen künftig einen liebevollen Umgang mit ihren Nachbarn pflegen, so dass sie dazu bereit wären, den Besatzungsstatus nach und nach aufzulockern.

Was sagen die Reichsbürger zu diesem Thema? Sie bemängeln, dass wir nach über 70 Jahren noch immer keine Friedensverträge mit den Siegermächten geschlossen haben. Haben Sie schon einmal mit einer Seele diskutiert, die hartnäckig auf dieser Ungereimtheit beharrt?

Ich sage:“Was willst du? Hat der Bäcker keine Brötchen im Angebot? Fällt Dir dauernd Deine Oberkieferprothese ins Wort? Was steckt hinter Deiner Kritik? Willst Du wieder die Weimarer Republik? Willst Du die Machtverhältnisse verändern? Willst Du KING KONG als Präsidenten oder gar den Adolf wieder?

Andererseits: Eine völlig andere „Struktur“ in die allumfassende Gesetzgebung zu bringen, würde schon allein daran scheitern, dass es dafür keine Mehrheit gäbe, denn noch sind die Unzufriedenen in der Minderheit.

Willst du die Beamten abschaffen als ausführende Personen der Gesetzgebung? Sie nehmen hoheitsrechtliche Aufgaben wahr. Willst du sie durch Kapos ersetzen? Mit Schirmmütze und Schlagstock ausstatten? Wenn dann ein unzufriedener Bürger beim Finanzamt seinen Unmut äußert, bekommt er erst einmal mit der „Quieke“ einen übergezogen. Möchtest du das? Das gäbe ein Gequieke in Deutschland zum Gotterbarmen.

Willst du Gerechtigkeit? Möchtest auch du ohne Arbeit reich werden? Dann reicht es doch, wenn wir die Gesetze abschaffen! Wir schlagen uns gegenseitig zu Tode. Wer übrig bleibt nimmt sich alles. Oder wir nehmen einfach für alles eine saftige Miete. Gehst du an mir vorbei ,– ist  eine saftige Miete fällig! Ich ziehe einen Kreis um mich, wer den tangiert zahlt Zoll. Was zeichnet die vom Staat verfolgten Reichsbürger aus?

Wenn sie ein Grundstück besitzen, rufen sie ihr Staatsgebiet aus! Sie schaffen zunächst einmal eine eigene Währung. Da sie keine Prägemaschinen besitzen, füllen sie Papiergeld mit der Hand aus. Als nächstes ist der Personalausweis dran: Republik Steingarten! Ein Stempel muss her! Ohne Stempel geht gar nichts. Es empfiehlt sich der Kartoffeldruck. Mit etwas Übung klappt es. Als einziger Bewohner des neu erschaffenen Phantasialandes muss das auch nur einmal gelingen. Dann folgt der Führerschein und die Waffenbesitzkarte. Ach was! Gleich einen Waffelschein herstellen und entsprechendes Schießgerät beschaffen. Ohne Schießgerät  = keine Staatsmacht. Das hat sich in der Vergangenheit bei allen Nationen der Welt durchgesetzt.

 Eigentlich müsste jetzt an die Gründung eines Kulturministeriums gedacht werden, wegen der Sprache. Kultur in Form von Coca Cola und Pommes Frittes war dem Reichsbürger schon immer ein Dorn im Auge. Nein, da muss etwas Kräftiges her! „Mein Kampf?“ Damit ist sicherlich nicht der Kampf mit dem Toilettendeckel gemeint. Der Reichsbürger braucht die Connection zu einer Druckerei, und auch die Speisekarten wollen gedruckt sein.

Alle zwei Jahre muss die Staatsgrenze gestrichen werden. Sie merken schon, es muss an vieles gedacht werden, wenn man aus dem Staatsgebilde der BRD austreten will. Ach ja, Rundfunkgebühren!

Ein kleiner Staat braucht Staatsfernsehen oder zumindest Staatsrundfunk. Da wandern die Gebühren in die eigene Tasche:

Als selbst ernannter Präsident (oder König im Falle einer angestrebten Monarchie) muss ein Staatsetat her. Entweder wird der aus der Schatulle des Privatiers aufgebracht oder auch vom Sozialamt des alten Staates. Aber das Sozialamt will dafür als Sicherheit auf das neue Staatsgebilde zurückgreifen in Form von Grund und Boden samt Immobilie. Verzwickte Sache.

Der Reichsbürger könnte Steuern in seinem Reich (Gartengrundstück) erheben. Doch mangels Bürgerschwund kommt nicht viel zusammen. Den Umweg über die Kasse kann sich der Reichsbürger ersparen. Aber er könnte ein Handelsmonopol für sich in Anspruch nehmen, freie Heilfürsorge, Rente! Schlechtwettergeld!

Die Justiz müsste ausgebaut und mit Personal ausgestattet werden. Der Aktionskünstler Reliwette hatte auf dem Kennedyplatz in Essen  1972 die kleinste Haftanstalt der Welt vorgestellt und sich selbst darin untergebracht (für eine Stunde). Es handelte sich um einen Holzkäfig, den man sich selbst überstülpen konnte. Innen gab es sogar ein Bild als Raumausschmückung. So wurde die Zeit nicht lang, und der Käfig fiel einem nicht auf den Kopf. Ausstellungsbesucher reichten sogar Verpflegung durch die Gitterstäbe, weil der Eingepferchte ihnen leid tat.

So haben auch die selbst ernannten Reichsbürger die Chance, dass sich  Menschen mit empathischen Ambitionen sich ihrer fürsorglich annehmen,  weil sie um ihr Wohlergehen besorgt sind.

Der Mensch sollte Mensch bleiben, auch wenn er nur ein Ofen ist, der die Atmosphäre aufheizt.

Mortui te salutant!

Gehe ins Gefängnis…

…begib dich direkt dorthin. Gehe nicht über LOS! Ziehe nicht 4000.-Euro ein! Haben Sie das lange nicht gespielt? Noch nie gespielt?

Jetzt wird Ihnen dieses „Spiel“ aufgezwungen! Mich wundert es, dass die Schöpfung so viel Geduld  mit den von ihr erschöpften Wesen und Unwesen hat! Ich als Urheber der Schöpfung hätte diese Geduld nicht aufgebracht! Keine Angst! Ich bin nicht der Urheber der Schöpfung, nur ein ganz kleiner Philosoph, der die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und ausruft: „O Gott o Gott!“

Sie vermuten es schon: Dieses Kapitalistenspiel ist Covid 19, bzw. die längst überfällige Reaktion darauf! Worauf? Auf das überhebliche Treiben der Spießgesellen auf dem Erdtrabanten, der die Sonne umkreist! Wir Menschen haben es geschafft, dass die Polkappen schmelzen, dass sich die Erdatmosphäre aufheizt. Einige von uns düsen nach New York, um dort zum Frühstück eine Tasse Kaffee einzunehmen!

Jetzt bleiben die Düsenflugzeuge am Boden, die meisten! Die Flugzeughersteller jammern in die Pleite! Aber nicht nur sie! Kreuzfahrer buchen nicht mehr! Die „Transportbehälter“ liegen in den Häfen.

Die Werften bekommen keine Aufträge mehr“  7.500 Personen auf einem Schiff! Eine Kleinstadt auf dem Ozean! Mit Schweröl betriebene 12 Zylinder Dieselmotoren treiben eine Kleinstadt auf dem Wasser an!  Alles ist durchkalkuliert bis auf den Heller, bis auf den Pfennig! Außenbords des Kalküls: Die Umweltsauerei!

Der Planet nimmt späte Rache am zunehmenden Kapitalismus! Die menschlichen Rechenmaschinen kalkulieren zu einseitig nach Profit und Verlust!

Es wird viel über die Corona-Epidemie diskutiert, gefachsimpelt oder ergänzend geschwafelt. Auf der einen Seite stehen „Götter“ in weiß auf und orakeln das Blaue vom Himmel. Angeblich haben sie es beweiserhebend gesammelt.  Grünbekittelte auf der anderen Seite behaupten das Gegenteil, und Leute, die das Wesentliche des Dramas noch gar nicht in das kalkulierende Auge gefasst haben, lamentieren laut. Sie vergeben ein Quäntchen Schuld mal an jene, mal an andere, je nach Belieben. Und dann schlägt die Stunde der Verschwörungstheoretiker!

Das ist schlimm, ganz schlimm! No brain – no result!

 Die Mutter „der Nation“ hat zum Kampf gegen Corona aufgerufen und appelliert aus dem Bauch heraus an die Vernunft und Zurückhaltung der Bevölkerung.

Nun kann man über die Fähigkeiten von Dr. Angela Merkel viel diskutieren. Fehleinschätzungen und  mangelnde Aktionen mag man ihr vorwerfen, über ihre Vergangenheit  und ihr Engagement als Mitglied der FDJ spekulieren oder auch wissen: wichtig ist: Es kommt nicht darauf an. woher jemand kommt, sondern wo er/sie hin will. Der Philosoph sagt: „Der Weg ist das Ziel!“

Über allem Denken und Sinnen sei angeregt, dass es keinen Kampf gegen ein Virus gibt, sondern ein Vermeiden! Scheißt die Bürgerschaft in die BORDSTEINRINNE, ist der Bazillus nicht fern! Ja ja, da gibt es Zusammenhänge. Aber Viren, jene einfachen  ein – bis 5fach molekulären Eiweiße sind nicht mit Penicillin zu behandeln! Jetzt wehrt sich die Schöpfung auf ihre Art, wenn es zu viele Peiniger gibt. Der Schöpfung ist ein Regulat inne. Das muss man wissen, um zu überleben – zumindest so lange, bis einen der Sensemann vom Dreirad schleudert!

Das Vermeiden sollte aber so früh wie möglich angestrebt werden. Am besten, bevor sich so ein Virus überhaupt entwickelt und sich länderübergreifend festsetzt.

Wie denn das?

Bildlich gesprochen wehrt sich die Schöpfung in der vorgenannten Art, wenn es die Menschen zu bunt treiben. Deshalb stellt sich auch die Frage, was kommt nach Covid 19? Ich stelle mir das breite Grinsegesicht der Schalknudeln unter Euch vor: „Covid 20!“ Vermutlich Skatbrüder, die in dieser Reihenfolge denken und das Thema einfach ausreizen, eben wie beim Skat.

Stammtischgespräche sind verstummt! Kein Wunder! Die Gaststätten bleiben vorerst geschlossen!

Andere Spaßvögel frohlocken: Endlich saubere Luft! Kreuzfahrtschiffe liegen in den Häfen, Flugzeuge bleiben am Boden. Eine wirtschaftliche Katastrophe bahnt sich an. Den Kurzarbeitern droht ein Teil ihres Einkommens wegzubrechen – auf unbestimmt Zeit?

Den Alten könne man doch gestatten, dass sie sich infizieren! Das schone die Rentenkasse, wenn von den über 20 Millionen Rentnern und Pensionären die Hälfte wegen insuffizientem Abwehrpotentials gegen virulente Erreger ins „Gras bisse!“ Ein letztes humanes Aufbegehren der Verantwortlichen auf Regierungsbänken : „Schont unsere Alten!“ Der alte Kunstmeister dankt Euch! Ich wäre nämlich mit 77 Jahren einer der Totgeweihten. Nochmals danke! „Mortui te salutant!“

Nicht zu fassen II

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlage: Es wird immer verrückter! Ein Zustand des Normalen wird nicht mehr eintreten, glaube ich.

Seit gestern weiß ich, dass König Adalbert einen Nebenbuhler hat, es wird im TV geworben was das Zeug hält: Mit Anwartschaft auf den Thron von Italien. Sein Name: König Rotbier, der jetzt durch glänzend rote Farbe auf sich aufmerksam macht.

Ich frage mich zu Recht: Was soll das? Wenn geworben wird, dann bitte in richtigen Zusammenhängen! „Das Rotbier von König!“ Fehlt noch der Werbeslogan: „Das König unter den Bieren! Scheiße, Scheiße, dumm gelaufen!

Wer solche blöden Sprüche klopft, der kann auch kein vernünftiges Bier brauen – wird so mancher Biertrinker vermuten.

In Deutschland mangelt es an Disziplin: „Vordermann, Seitenabstand!“ Zur Zeit der Preußenherrschaft bekamst du am Schalter erst das Formular nach der Antwort auf die Frage: „Ham Se jedient?“

Da halten heute im Supermarkt zwei Quatschheinis den Gang verstopft, trotz Anweisung, den Abstand von 1,5 Metern zum Nebenmann einzuhalten. Sie erinnern sich? Coronavirus!

Widerwillig wird der Gang nach Aufforderung freigegeben. Ihr könnt euch freuen, Zeitgenossen, dass sich dieser Vorgang nicht um 1908 in Klondyke ereignete, als die Colts sehr locker saßen! Damals wurde der Weg freigeschossen.

Die Amerikaner, so wurde in den Nachrichten vermittelt, sind da viel disziplinierter! Sie haben sich zur Zeit der Pandemie mit Waffen und Munition eingedeckt! Bei uns in Deutschland ist es Klosettpapier, für das man keinen Waffenschein benötigt!

Endlich ein Hinweisschild im Edeka-Markt: Pro Einkauf maximal 2 mal Toilettenpapier und zwei Packungen Wischrollen! Es gab auch wieder Nudeln!

Was willst du mit Pappnasen anfangen? Gut – einen Krieg wollen wir nicht! Gott sei Dank! Mit Pappnasen könnte man ihn auch nicht gewinnen!

Das klingt aggressiv! Ja was denn? Willst denen auch noch auf die Schulter klopfen? Die meisten glauben doch, dass die Pandemie in den nächsten vierzehn Tagen abgelaufen ist!

Nicht, solange irgendwelche Pappnasen Coronapartys feiern nach dem Motto: Mich kann keiner!

Und wie viele Menschen arbeiten zur Zeit in ihren Berufen weiter, ständig in Gefahr, sich zu infizieren? Da müsste aber jeder eine Anstecknadel aus purem Gold erhalten und nicht einen Blechorden mit der Aufschrift: Held der Arbeit!

Was hat König Rotbier mit den Helden unserer Tage zu tun? Einfach mal wach werden und den Verstand einschalten! Alle Seitenabstände und Abstände zum Vordermann müssen nicht gesetzlich geregelt werden. Bierflaschen hingegen können dicht bei dicht stehen, denn sie werden in den meisten Fällen einzeln getrunken.

Das musste der alte Kunstmeister mal loswerden!

Bleiben Sie gesund, auch wenn Se nich jedient haben!

Von großer Bedeutung

Es gibt Menschen, die können mit mehreren Bällen jonglieren. Das ist bemerkenswert! Im Laufe meiner Ausführungen komme ich darauf zurück:

Seit Jahren rege ich mich auf, wenn so ein Selbstdarsteller seine Kommentare mit der Bemerkung beginnt:„Ich persönlich“ und bedeutungsarm:“halte da nicht viel von“ anfügt.

Ja ja, du Gnom bist von besonderer Wichtigkeit. Weshalb sagst du nicht: „Meiner völlig unbedeutenden Einschätzung nach (lag der Tote schon zwei Tage dort!) oder etwas anderes Wichtiges, was zur Aufklärung eines Sachverhaltes beitragen kann.

„Hören Sie mal“ oder „hör mal zu“ ist auch so eine Floskel unseres Tagesgeschäftes. Im Grunde ist das eine Unterstellung, nämlich jener, dass mir mein Gegenüber nicht zuhört, wenn ich mich an ihn wende.

Seinen Äußerungen und Anliegen ein besonderes Gewicht anzulasten, das steckt dahinter. Sie als Psychologe haben das natürlich durchschaut und blicken skeptisch über den Brillenrand.

Nein, nein, nicht als Diplom Psychologe! Psychologe dürfen Sie sich nennen, sobald Sie den tieferen Sinn eines Verhaltensmusters einer Person erkannt haben.

Fragen Sie zurück: „Spreche ich jetzt gerade mit Ihnen oder mit Ihrem Harvey?“

Die Menschen benehmen sich wie Marktschreier oder Aalverkäufer auf dem Fischmarkt in Hamburg, wenn sie jemandem etwas andienen wollen, was sich ohne Anpreisungen schlecht verwirklichen lässt, zum Beispiel Bücher!

Überall sehe ich Bücher in den Auslagen, versehen mit dem Aufreißer: Bestseller!“ Jeder Verlag, das habe ich nach monatelangen Recherchen herausgefunden, hat seine eigenen Bestseller. Ist das jetzt ein Qualitätsmerkmal? Lässt das Rückschlüsse auf den Inhalt eines Buches zu? Mir fällt dazu immer der Spruch mit den millionen Fliegen ein!

Ich frage meine Ehegattin, denn sie liest zuweilen Bestseller (belletristische Romane), was sie von dem Buch hält? Meine Frau hat nach dem Abitur Fremdsprachen studiert, hat demzufolge einen guten Bildungsstand und ist vom Sprachlichen her sehr versiert.  Sie kann mit wenigen Sätzen den Inhalt darstellen, sowohl vom Geschehen her als auch vom Duktus des Erzählers.

Interessant sind jene schriftstellerischen Ergüsse – und jetzt komme ich auf das Jonglieren mit mehreren Bällen zurück -, welche artistische „Breaks“ in ihre Erzählungen einbauen, Rückblicke oder verschiedene Szenen, die sich zum Ende der Erzählung zu einer nachvollziehbaren Erklärung zusammenfügen, gerade so, als wenn ein Artist mit fünf oder mehr Bällen jongliert. So ein „Break“ sollte immer an einer Stelle einsetzen, an der es gerade spannend wird, so dass der Leser insgeheim denkt: „Nu mach doch hinne!“ So wird Spannung aufgebaut.

Bei weniger bedeutungsvollen Inhalten eines Buches mag es passieren, dass der Leser bereits nach den ersten Kapiteln weiß, was auf den letzten Seiten stehen wird: Entweder baumelt der Übeltäter an einem Strick oder brennt mit der Prinzessin durch.

Bedeutungsvoll!  Das ist eine Eigenschaft, die sich die meisten Menschen für sich selbst gerne in Anspruch nehmen möchten, von großer Bedeutung oder Wichtigkeit! Ja, das hätten sie gerne. Dabei sind des „Kaisers neue Kleider“ bereits ausverkauft. Deshalb muss das Menschlein Leistungen erbringen und vorzeigen. Da reicht nicht nur ein großer Pimmel!

Nehmen Sie den Ex-Bundeskanzler Kohl! Er musste gegen Ende seiner zweifelhaften Karriere einen versteckten Sitz im hinteren Bereich der CDU- Fraktion einnehmen. Dieser Platz war so versteckt, dass die meisten Bundesbürger gar nicht wussten, dass „der“ Kohl noch im Bundestag anwesend war.

Seit einigen Jahren geistert der Spruch vom „King of Currywurst“ durch die bundesdeutschen Landen. Heute, inmitten der Corona- Krise, wird diese Bedeutung umgewandelt in „King of Toilettenpapier“. Niemand weiß, wo das noch endet, denn die Zukunft der Menschen ist ungewiss.

Eines der kleinsten Lebewesen hat eine große Bedeutung erlangt: das Virus! Es bringt ganze Konzerne zum Einsturz, hält Düsenflugzeuge am Boden, legt große Teile der Wirtschaft lahm. Gestern passte ich den Müllwagen vor meiner Haustür ab, um die leere Schubkarre unter Dach und Fach zu bringen.

Ich rief dem Müllwerker bedauernd zu: „Ihr armen Schweine!“ Doch der grinste mich an und antwortete:“Mach Dir keinen Kopp!“

Was den Bürgern nicht gesagt wird…..

… der Gesundheitsminister redet im TV über die Verbreitung des Corona-Virus. Frau Merkel ruft zum Zusammenhalt auf. Wir hören Ratschläge, wie die Menschen sich selbst schützen können. Der alte Kunstmeister rät: „Einmauern!“

Die Menschen werden nicht in vollem Umfang aufgeklärt: Ansteckung über Tröpchenverbreitung – Niesen – Husten, pp. Aber durch Berührung auch. Verschwiegen wird aber, dass die Viren auch mit dem Wind kommen, in große Höhen emporgetragen und über ganze Landstriche verteilt .

Wir alle kennen das Phänomen, dass unsere Autodächer über Nacht gelb wurden und erfahren später aus den Nachrichten, dass es sich um Wüstensand handelte, der von Afrika bis nach Europa herübergetragen wurde. Wenn Millionen Chinesen in Wuhan niesen und husten…..

Der neue Roman muss heißen: „Sie kamen mit dem Wind!“

Nur keine Panikmache. Oder doch? Ein älterer Herr äußert im TV, dass die Pandemie, denn um eine solche handelt es sich inzwischen, etwa 70 Prozent der Bevölkerung ereilen würde. E r e i l e n. Wer das Wort gebraucht, ist der alte Kunstmeister, der es wissen will.

Herr Spahn, Sie sind zwar ein Minister, doch wem von uns nützt das jetzt?

Wir erleben eine Situation, die uns vor Augen führt, dass ein Atomkrieg überhaupt nicht notwendig ist, um die Bevölkerungszahl zu reduzieren. Das Geld für die Beschaffung der entsprechenden Waffenarsenale hätte eingespart werden können. Beizeiten wäre an die Beschaffung von Billiarden Atemschutzmasken zu denken gewesen. Atemschutzmasken, die auch den Namen verdienen. Wenn jetzt gesagt wird, dass diese hauchdünnen Binden ohnehin nicht wirksam sind, bleibt zu vermuten, dass sie bestenfalls die Tröpfchen als Anhaftungen der Gesprächsfetzen anlässlich einer Operation (vom offenen Gewebe?) fernhalten.

Immerhin legen die Nudelfabriken tüchtig zu. Woher weiß man das? Aus den Nachrichten natürlich. Aus den Nachrichten erfährt man auch, wie schnell die Infektionen zunehmen – und natürlich die Todesrate, die mit ihnen einhergeht.

Ich verstehe auch immer noch nicht, wie die Köche in ihren Sendungen in ihr Essen quasseln, während sie es herstellen. Das Produkt kann sofort weggeschüttet werden, weil es voller Sputum ist. Allein das Wissen um diese Tatsache müsste beim Fernsehzuschauer Ekelgefühle hervorrufen. Das ist auch der Grund, weshalb ich „Kochsendungen“ sofort wegzappe, sobald ich aus Versehen, auf so einen Sender gerutscht bin. Mensch! Halt die Klappe beim Zubereiten von Speisen! Doch das nur am Rande des Unglücks, das uns betroffen hat und macht.

Ja ja ja, Mitleid hilft jetzt überhaupt nicht, vielleicht ein zaghaftes Bedauern. Hat es einen Gerechten erwischt? Ist das Opfer einem Kollateralschaden zuzurechnen? Oder trifft es nur diejenigen, die kräftig bei der Erderwärmung mitgeholfen haben z.B. Mehrfachbucher bei Kreuzfahrttouren, möglichst noch mit Hinflug zum Ablegehafen?

Ich weiß, weshalb die Denkmale – denk mal heißen. Sie auch?

Bleiben Sie gesund und mir gewogen, aber heilen kann ich Sie leider nicht!

Denn noch sind wird – oder wie der Schlachtruf heißt: Dennoch sind wir, aber wielange – noch?

Herzliche Grüße vom alten Kunstmeister

Es ist eingetreten….

…was längst überfällig war! Mit Ankündigung! Die meisten von euch Zeitgenossen haben die Zeichen nicht erkannt, ihr habt sie übersehen!

Jetzt ist die Zeit des Zähneklapperns! Verkauft Eure Aktien, rettet Euch von den Kreuzfahrtschiffen. Ihr habt nicht an Kreuzzügen teilgenommen, lustig, lustig. trallalla!

Ihr habt die Schöpfung geschändet, manche unwissentlich, andere mit Absicht wiederum andere aus Langeweile: Mal sehen was passiert!

Das Maß war längst voll: Zunächst EBOLA als Warnung, jetzt COVID-19.

Einen Namen habt ihr immer schnell zur Hand, die Lösung ist auf der Strecke geblieben.

Niemand muss heilig sein, um das zu erkennen!

„Du bist kein Prophet“, hat einer einmal zu mir gesagt, der sprach in einer „Lala-Intonierung“ mit seinem Gott, wie er glaubte,. „jedenfalls kein himmlischer! Bestenfalls ein weltlicher!“ Hat er gesagt.

„Warnung und Vorhersehung bedarf keiner Erklärung“, habe ich ihm geantwortet, “ zähle eins und eins zusammen, und Du hast ein Ergebnis!“

Wenn Du Gott benennst, dann hat er Dir einen Verstand gegeben. Also nutze ihn!

Eine Schöpfung ist eine Schöpfung, das wird niemand bestreiten, und eine Schöpfung folgt einem Schöpfungsgedanken. Du sollst diese Kreise nicht stören, niemals unterbrechen. Du wirst auf deinem Kreuzfahrtschiff isoliert bis an das Ende Deiner Tage! Weshalb? Weil es mit Schweröl betrieben wird! Das ist im Schöpfungsprozess nicht vorgesehen.

Du sollst nicht unendlich viele Flugzeuge bauen und sie mit Kerosin in die Lüfte entlassen. Das ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Du sollst auch kein Gebäude errichten, das 1 km in die Höhe ragt! Wer hat gesagt, dass Du das tun sollst? Denk an die tektonischen Platten. Die kommen in der Schöpfung vor!

Wenn Du glaubst, Dein Moped fährt 60 km/h, dann denk an einen Tsunamie! Der schüttelt Dich vom Moped und trägt dich fort, in Einzelteilen. Willst du das?

So kann Schöpfung gehen! Du bist nicht „king of currywurst“, eine Staubmilbe ist Dir über, wenn es darauf ankommt!

Und wenn du glaubst, die Plastiktüte sei das Heil, dann verzehre den Plastikhering, aber glaube nicht, dass der im Schöpfungsprozess vorgesehen ist.

Eine Warnung ist eine Warnung! Aber es ist immer gut, Warnungen ernst zu nehmen. Das galt vor 5000 Jahren, das gilt noch heute!

Und solltet ihr Corona überleben, lasst Euch das eine Warnung sein. Das ist die Botschaft, die dahinter steckt.

Der alte Kunstmeister verbeugt sich tief und grüßt seine Zeitgenossen.

Bohème

Einer nach dem anderen ist gegangen. Einstige enge Freunde, Mitstreiter aus Theater, Musik, Ballett, Literatur, Malerei und Bildhauerei. Aus der ehemaligen Künstlerkneipe „Zur Goldenen Stadt“ ist ein Bistro geworden. Wir haben die Worte geteilt, das Essen, das Bier.

Studenten kamen auch. Ich mag es nicht hören, wenn jemand sagt:“Du weinst den 68igern nach“. Nein, wir sind nicht marschiert, haben nicht „Ho Tchi Minh“ gerufen. Wir lebten in einer eigenen Welt. Sie war bunt, voller Ideen, wir suchten die Veränderung innerhalb der Bourgeoisie, der trägen Masse, die uns umgab.

Wenn wir mit mehreren Kunstschaffenden – egal welcher Disziplin – das nebenan befindliche, gleichnamige Restaurant aufsuchten, leerten wir zunächst einmal unsere Taschen und legten alles Geld in die Mitte eines runden Tisches, zählten es und wenn wir glaubten, es reiche für Essen und Trinken für sechs Personen, riefen wir „Pedro“, den Kellner an unseren Tisch und fragten ihn, ob er uns für den Betrag mit Fleisch, Gemüse, Kartoffeln und drei Flaschen Rotwein bewirten könne?

Pedro zählte das Geld, legte den Kopf schief und dachte nach. Dann nickte er und verschwand, um uns Platten zu ordern, stellte Rotweingläser bereit und brachte die gewünschten  Rotweinflaschen an den Tisch.

Ich vermisse das sehr, vermisse jeden einzelnen der Gruppe. Die meisten von ihnen sind schon lange tot.

Was ist aus Heinrich Funke geworden, dem Künstler und Bandleader der Gruppe „Hörb Ares“? Auf dem Kennedyplatz in Essen haben wir die „Stadtverwaltungspolka“ gespielt. Die Klarinette spielte die zarte Anfrage an das Ordnungsamt zur Genehmigung einer Kunstaktion auf der Brehminsel in Essen-Werden. Das Tenorsaxophon antwortete die Ablehnung. Der Schlagzeuger legte den angebissenen Apfel beiseite und trommelte wild drauflos. Dirigiert habe ich. Wer sonst?

Berichtete ein Journalist schlecht über meine Gruppe oder mich selbst, rief ich den Eigentümer der Zeitungsgruppe an. Daraufhin bekam der Schmierfink einen Einlauf. Beim nächsten Auftritt meldete sich dieser zu Wort und sagte, dass er etwas Gutes schreiben würde. Ich daraufhin: „Das brauchst Du nicht!“ So ging freie Presse! Der Inhaber der Zeitungsgruppe mochte mich, und ich mochte ihn!

Zuweilen ließen sich auch Ratsherren in der Szene-Kneipe sehen, setzten sich an die Tische des Künstlervölkchens, tranken mit uns Budweiser-Pils aus Halbliter-Krügen.

Kam es in einer der Messehallen an der Gruga zu einer überregionalen Kunstausstellung mit Präsentation der Literarischen Szene, bediente in der Cafeteria auch schon mal eine Servicekraft „oben ohne!“

„Meine Güte“, denke ich, „wie bieder sind die Vernissagen heutzutage“.

Ich habe einmal anlässlich einer Vernissage meiner Ausstellung in der Galerie der Experimente in Bochum, den Redner unterbrochen. „Ist gut, ich mache weiter!“

Bin auf einen Stuhl gestiegen, den man mir reichte, und habe mein Manifest vorgetragen,das Manifest des Neosymbolismus. Demnach sind Bildende Kunst und Literatur eine Einheit in der Aussage.

Dem hat der damalige Kunstprofessor Beuys von der Kunstakademie in Düsseldorf  zugestimmt. Ein Zitat: von ihm „Malen oder Bildhauern alleine, ohne weitergehenden Bezug zu den elementarsten Geschehnissen in der Gesellschaft, reichen nicht aus. Der Neosymbolismus überträgt diese Erkenntnis auf die Literatur. Das war meine Botschaft. Und sie kam an, verfehlte ihre Wirkung nicht im Stadtrat der Stadt Essen, durch Unterstützung der Ratsherren, die für Kultur  zuständig waren – und zwar von allen Parteien, die damals in Funktion waren. Und es ging um viel Geld, denn wir forderten eine Szeneausstellung in den Messehallen an der Gruga. Es ging konkret um 120.000.- DM.

Ja, wir haben seinerzeit durch Initiative der „Bürgerinitiative Kunst“, die wir gegründet hatten, über eine Unterschriftensammlung, mit Unterstützung des Bürgermeisters, des Stadtdirektors und der Ratsherren diese Szeneausstellung an der Gruga bekommen.

Es sei hervorgehoben, dass sowohl die CDU, als auch die SPD und die FDP gemeinsam daran mitgewirkt hatten.

Leider hat man seinerzeit bei der Vergabe der Ausstellungsflächen auch diejenigen  beteiligt, die sich aus Mitgliedern zweier gegenpoliger Kunstverbände zusammensetzten.

Zitat eines dieser  Aktiven „Herr Reliwette, Sie haben ein extremes Kunstverständnis!“

„ Nee, nee, nee“, habe ich geantwortet, „so geht Kunst heute!“

Wenn Sie, liebe Leser, sich bei Zitaten von Beuys einloggen, werden Sie fündig: „ Ja ja ja, nee, nee, nee!“ Das geht so ein paar Minuten lang! Allerdings fußt dieser Ausspruch auf dem Bibeltext: „Deine Rede sei „Ja ja und nein nein.“

Ich bin traurig, dass ich meine Freunde verloren habe, meine Mitstreiter. Ich trage die Klamotten auf, die mir die Witwen ganz großer Zeitgenossen geschickt haben mit der Bemerkung:“Ist bei Dir besser aufgehoben als bei mir!“

„Von Peter Coryllis- eine blaue Strickjacke, von  Karl-Heinz Schreiber den Lederhut mit der fränkischen Flagge , einer Anstecknadel, vorne drauf. Von Joseph Beuys einen handgeschriebenen Brief, in welchem er mich seiner Freundschaft versichert.

Alle tot! Brigitte Lebaan, Chansonsängerin und Schauspielerin der Städtischen Bühne Essen, tot. Auf meinem 44. Geburtstag haben meine Gäste unter ihrer Anleitung Fallübungen gemacht. Wo sind die Gäste von damals? Wahrscheinlich tot oder im Altenheim. Ja, komm, etwas Satire muss auch in dieser Offenbarung sein!

Ich bin übrig geblieben und lebe in Ostfriesland – seit 1981 hier aktiv! Nichts gegen Ostfriesen….

Geblieben ist mein „Berliner- oder Ruhrpott- Duktus“. Natürlich kann ich auch anders, aber ich will nicht! Schmerzende Inhalte durch edle Form aufzubessern hilft nicht wirklich!

Der alte Kunstmeister im 77.Lebensjahr grüßt sehr herzlich!

Nicht lullen lassen, noch sind wir!

Eine gute Zeit, Euch!

Verbraucherzone

Begeben Sie sich direkt dorthin, den Omen ist Schall und Verbrauch. Heute testen, bei Nichtgefallen „Geldzurückgarantie“. Neue Wortschöpfung! Das bürgert sich schon ein, keine Sorge!

 Rubbeln Sie Ihre Glücksmarke frei. (alle haben die selbe Nummer, wetten?), kleben Sie die Preisanforderungsmarke auf das Feld mit dem X. Für Schnellstarter gibt es ein Extrageschenk.

Wir bieten an, Sie nehmen, einfacher geht es nicht! Sie können die Ware auch bei uns deponieren, wir entsorgen für Sie!

Wer klug ist, der entsorgt vor, altes deutsches Sprichwort, ha ha ha!

Geben Sie doch endlich Ihre unnötige Verweigerungshaltung auf, einmal kriegen wir Euch doch!

Wir haben etwas für Sie, das passt bestimmt noch in Ihre Wohnung, zu Ihrer Tapete, zu Ihrem Teppichboden.

Wenn Sie jetzt sofort testen sparen Sie 25.-DM! Das ist unser Dankeschön für Sie. Sie sollen Besitzer sein, Besitzer und Eigentümer gleichermaßen. Auf Wunsch bekommen Sie  ohne Zusatzkosten Ihre Initialen eingraviert (nicht am Körper!)

Täglich erreichen uns Zuschriften zufriedener Kunden. Frau Z. aus W. schreibt: „Seit ich Kunde bei Sonnenkauf bin, akzeptiert mich meine Nachbarschaft!“

(Na klar, weil du sie auf deinem Trampolin hüpfen lässt)

Rubbeln Sie zusätzlich Ihre persönliche Glückszahl frei, die Gewinne sind bereits gezogen. Sie erhalten zusätzlich das abgebildete Vergrößerungsglas im Maßstab 1:1 !

(Das wirst Du auch brauchen, wenn Du anschließend in Dein Portemonnaie blickst)

Schicken Sie noch kein Geld, wir initiieren später das Mahnverfahren rechtzeitig bei Zahlungsverzug.

Wir halten die Ware vierzehn Tage lang für Sie reserviert, aber aufgrund der hohen Nachfrage ist Eile geboten.

Betreten Sie die Verbraucher – Zone jetzt!

Bei Nichtgefallen packen Sie alles wieder in den Karton und benutzen Sie den Retourenschein.

Die Poststelle befindet sich in einer Tankstelle in der Nähe Ihres Wohnortes. Möchten Sie per Nachnahme bezahlen oder per Lastschriftverfahren? Sie können auch in Raten bezahlen, über unsere Hausbank. Der Einfachheit halber schulden wir Sie um. Sie zahlen nur noch an eine Stelle.

Vertrauen Sie Ihrem Herzen, solange es noch schlägt! Wir gehen dieses Risiko ein mit einer Kredit-Absicherungs-Versicherung.

Sterben Sie heute, zahlen Sie morgen, eigenes Sarglager im Haus. Kommen Sie unverbindlich vorbei zum Probeliegen!

Aus unserer Spezialabteilung: Sach- und Lachgeschenke, Kurzweilartikel gegen Langeweile!

Der Verkaufspsychologe rät Ihnen: „Wir müssen die Kinder möglichst schnell an die Konsumhaltung gewöhnen, Vorleben alleine reicht nicht aus! Zunächst sollte dafür gesorgt werden, dass die lieben Kleinen nicht mit Büchern überbeansprucht werden. Ein Smartphone reicht völlig aus! Musikinstrumente gehören nicht in einen Haushalt mit Kindern!

Stattdessen bereiten Sie Ihr Kind auf einen längeren Aufenthalt im merkantil-demokratischen System vor und beginnen Sie sofort damit. Schenken Sie Ihrem Kind Batterieverbraucher, z.B. einen Walkman.

Der Anblick sterbender Bäume muss dem Kind unter allen Umständen erspart bleiben, da ansonsten die Kinderpsyche darunter leidet.

Hauen Sie dem Filius ruhig mal eine runter, wenn er sich nicht anpassen will. Er hat es später leichter als Sie es hatten.

Schenken Sie Ihrem Kind Turnschuhe aus Kunststoff anstelle von Fußbekleidung mit Ledersohle, denn auch ein Schweißfuß will verbraucht sein.

Fahrräder sollten möglichst nicht geputzt werden, die Kette nicht geölt. Sie verbleiben nachts im Freien. Nur so schreitet der Verrottungsprozess zügig voran. Einfach in den Dreck schmeißen , das reicht völlig aus.

Außerdem sollte Rahmen- und Rädergrüße jedes Jahr dem Wachstum Ihres Kindes angepasst werden. Beginnen Sie mit Felgengröße 16 Zoll. Sobald das 28 Zoll – Rad mit 27 Gang Kettenschaltung erreicht ist (immer in Dreierschritten aufwärts), kann über die Zuteilung eines Mofas bis 25 km/h nachgedacht werden. Das Kind ist dann etwa 15 Jahre alt. Es folgen dann in jährlichen Abständen: Der 50 ccm Roller bis 45 km/h, das Leichtmotorrad mit 80ccm , das erste richtige Motorrad bis 27 PS, und nach weiteren 2 Jahren kann mit der  Anschaffung der ersten 1000ccm Maschine in der offener Version geliebäugelt  werden. Andererseits kann auch über die Anschaffung des ersten Personenwagens nachgedacht werden. Diese zwei Jahre werden Ihrem Filius wie eine Ewigkeit vorkommen. Wenn er das aber alles fleißig durchgespult hat, dann ist er fast einer von uns geworden. Loben Sie ihn tüchtig, das bestärkt ihn in seinem Selbstbewusstsein. Schließlich haben wir das alles auch durchgemacht und leben noch heute!

Reinkarnation

“Radio Fünf mit den fröhlichen Wellen für Frühaufsteher – heute zum Thema Reinkarnation – ist heute alles anders? Ein Interview mit dem berühmten Kunst- und Kultur-Historiker, Dr. Michelangelo. Am Mikrofon Heinz Habermann. Vielen Dank, dass Sie zu früher Stunde zu uns ins Studio gekommen sind.“

„Guten Morgen, Herr Habermann.“

„Reinkarnation, was verstehen Sie darunter?“

„Unter diesem Begriff verstehen wir eine Wiedergeburt, will sagen, der Geist eines Verstorbenen wird in einem neuen Leben mit einem neuen Körper wiedergeboren.“

„Sie meinen damit eine Art Zweitauflage des früheren Menschen nach dessen Ableben?“

„Nun ja, Zweitauflage ist wohl nicht der richtige Begriff für dieses Phänomen, dann schon eher eine Wiederbelebung einstmaliger Fähigkeiten in einem neuen Körper mit erneuertem Bewusstsein.“

„Ist das alte Bewusstsein weg?“

„Ja, das ist weitgehend weg, aber es kann durchaus passieren, dass dem einen oder anderen Wiedergeborenen gewisse Situationen bekannt oder vertraut vorkommen.“

Handelt es sich bei Wiedergeborenen um weiterentwickelte Personen, um Prototypen eines Menschen von morgen?“

„Weiterentwicklungen ja, Prototypen eines Übermenschen von morgen, nein. Ich gehe davon aus, dass auch Sie bereits zwei- oder dreimal wiedergeboren wurden!“

„Was, ich?“

„Ich bin fest davon überzeugt, ebenso wie ich davon überzeugt bin, dass ich in meinem früheren Leben der bekannte Bildhauer Michelangelo war.“

„Ich kann mich aber an rein gar nichts erinnern!“

„Der Wiedergeborene fängt praktisch ganz von vorne an, er muss neu lernen, nur – es geht wesentlich schneller. Manche Dinge kommen uns vertraut vor, eine Sprachbegabung hier, eine musische oder mathematische Begabung dort, oder ein außerordentlich gut entwickelter Betrüger, da ganz hinten links in der Zuschauerreihe!“

„Ach, das ist ja interessant. Sie glauben, dass ein Betrüger eine Gnadenbegabung in sich trägt?“

„Wir können das durchaus als eine fehlgeleitete Form einer kreativen Begabung bezeichnen, als eine Art Mutation. Die Schöpfung wird das natürlich sofort korrigieren.

Dennoch können wir feststellen, dass Betrüger oft intelligente Personen sind, die planen und zielgerichtet agieren können. Ihnen mangelt es allerdings an sozialer Kompetenz. Oft handelt es sich um Beziehungsverräter. Zuweilen leiden sie selbst unter diesem Manko. Sie spielen sich und ihrer Umwelt ständig Lügenmärchen vor und müssen aufpassen, dass sie sich nicht widersprechen. Letztlich glauben diese Personen selbst an ihre Lügenmärchen und speichern diese im Kopf als Realitäten ab.

Aus der Pflanzenwelt kennen wir das Phänomen des Betruges schon recht lange. Nehmen wir den Sonnentau als Beispiel, eine fleischfressende Pflanze. Sie täuscht ihre Besucher mit spiegelnden, duftenden Tröpfchen an den Rändern ihrer Blütenkelche. Insekten, die auf diese Verlockung hereinfallen, werden verdaut. Diese Pflanze lebt vom Betrug. Irgendwie hat sich fast die gesamte Zivilisation auf Täuschung und Beeinflussung eingestellt, nehmen wir Sie als Beispiel!“

„Mich?“

„Warum nicht? Sie haben sich zum Journalisten ausbilden lassen.“

„ Nein, nicht lassen, selbst ausgebildet!“

„Auch gut. Was liegt näher als die Vermutung, dass Sie, sagen wir, um 1530 bereits als Laternenausrufer in einer kleinen Stadt in Mitteldeutschland gelebt haben und …“

„Ich? Ein Laternenausrufer?“

„ … und später, sagen wir – um 1793 – als Aalverkäufer auf dem Fischmarkt aktiv waren.“

„Das wird ja immer spannender, was glauben Sie denn noch über mich zu wissen?“

„Natürlich kann das auch ganz anders gewesen sein. Vielleicht waren Sie vor Christi Geburt ein Trommler in den Diensten eines Pharaos und waren sogar im Beamtenverhältnis.“

„Eines Pharaos?“

„Meinetwegen auch auf einer Sklavengaleere in den Diensten eines römischen Kaisers!“

„Unglaublich, was Sie da sagen, ich kann es mir nicht vorstellen!“

„Nicht wahr? Ihr Charisma liegt vermutlich im Trommeln. So genau kann ich das aus dem Stegreif nicht ermitteln, aber es würde passen. Der Laternenausrufer, der Marktschreier mit seinen Aalen, der Trommler! Aus der Trommel wurde Ihr Mikrofon, aus den platschenden Ruderschlägen Ihre Stimme. Das Rhythmische haben Sie beibehalten, denn Ihre Sendung läuft wöchentlich und wiederholt sich in Intervallen. Jedes Mal dienstags um sieben Uhr in der Frühe. Das einzige, was sich in den Jahrhunderten verändert hat, ist die Geschwindigkeit des Taktes. Wir sprechen hier von der oszillatorischen Schwingungsphase …“

„Aha!“

„Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist der Umstand, dass Ihr Trommeln und Ihre jetzige Tätigkeit etwas gemeinsam haben, die Signalwirkung! Das ist, wie wenn ein Stein ins Wasser geworfen wurde.“

„Ich? Ins Wasser geworfen?“

„Nur als Beispiel, ich muss mit einem Beispiel arbeiten, damit die Hörer es verstehen!“

„Also gut, ich wurde ins Wasser geworfen!“

„Sie werden als Stein ins Wasser geworfen. Das ist ein Unterschied! In dem Fall gehen von Ihnen gleichmäßige ringförmige Wellen aus, welche die Trägheit der Wasseroberfläche überwinden. Die Intensität der Wasserwellen ist abhängig von bestimmten physikalischen Größen.“

„Und was passiert jetzt?“

„Nichts, die Ringe des Wassers sind Ihre Trommel.“

„Ach, die Trommel!“

„Ja genau, es entstehen Schallwellen, die primär von den Trommelstöcken erzeugt werden. Diese sind abhängig von der Größe der Trommel, von der Länge und dem Gewicht der Trommelstöcke und der Energie, die sie bewegt. Dabei setzt die Luft den Schallwellen Widerstand entgegen. Das muss auch so sein, denn sonst könnten wir ja hören, was sich die Buschtrommler in Afrika zu sagen haben. Die Menschheit würde ja vom Wesentlichen abgelenkt.“

„Ich kann Ihnen nicht mehr folgen. Was hat das alles mit Reinkarnation meiner völlig unbedeutenden Person zu tun?“

„Es ist doch ganz einfach. Ihre Trommel von damals, das ist heute der Sender. Der Widerstand der Luft ist heute der Regulierknopf am Empfangsgerät, auch Potentiometer genannt.“

„Ich denke, Sie sind Kunst- und Kulturexperte! Jetzt glaube ich, dass Sie Elektriker sind!“ „Nein, lassen Sie sich nicht beirren, das Potentiometer am Empfangsgerät ist Ihr Handicap.“

„Mein Handicap, was ist das jetzt wieder?“

„Mit der Häufigkeit der Reinkarnationen nimmt auch das persönliche Handicap zu, und zwar proportional.“

„Das einzige Handicap, das ich zurzeit zu überwinden habe, besteht in einer längst fälligen Gehaltserhöhung. Ich werde im Anschluss an diese Sendung zu meinem Intendanten gehen. Proportional, sagen Sie?“

„Der Zuhörer kann Sie sogar ganz ausschalten, was ich Ihnen nicht wünsche. Theoretisch könnte er das aber. Sehen Sie, als Trommler auf der Galeere gaben Sie die Taktgeschwindigkeit der Ruderzüge vor. Damals konnte Ihnen keiner entkommen. Schließlich befanden sich alle in der gleichen Fortbewegung auf dem Schiff. Jedoch trommelte nur einer, viele mussten rudern, einer half mit der Peitsche nach, der Steuermann hielt den Kurs. Einige ließen sich fahren! Sie alle kamen nicht von dem Schiff weg. Das ist bis heute so geblieben.“

„Sie wollen mich doch nicht ernsthaft mit einem Galeerentrommler vergleichen, Herr Dr. Michelangelo!“

„Weshalb nicht? Was bezwecken Sie sonst mit der Werbung, die der Sender regelmäßig in die Sendungen einstreut, so dass niemand mehr weiß, wo vorne und wo hinten ist? Das geht sogar so weit, dass niemand mehr behalten kann, worüber gerade gesprochen wurde.“

„Moment mal, die Werbung mache doch nicht ich!“

„Der Trommler hat auch keine Kriege geführt, aber die Soldaten, die sich auf den Schiffen befanden, die durch Galeerensklaven bewegt wurden!“

„Also, wenn ich geahnt hätte, welche Richtung unser Interview genommen hätte, wäre ich heute Morgen im Bett geblieben.“

„Ich mache Ihnen keinen Vorwurf daraus. Unsere gemeinsamen Handicaps sind die Sachzwänge, denen wir ständig ausgesetzt sind. Die Reinkarnation gibt Ihnen ja auch eine neue Chance. Der Wiedergeborene entwickelt seine Begabungen weiter. Er darf dabei nur nicht die Sinngebung aus den Augen verlieren und sein Augenmerk ausschließlich auf die Überwindung der Widerstände richten.“

„Moment, Moment, Sie stellen ja die Lauterkeit des Rundfunkwesens infrage, besonders die der freien Sender, von uns Rundfunkjournalisten will ich gar nicht erst reden!“

„Also bitte, sprechen wir über Ihre Motivation!“

„Hauptaufgabe des Rundfunks besteht darin, die Menschen über Zeitgeschehen zu informieren oder über kulturelle Ereignisse!“

„Erdnussbutter?“

„Ja, ja, lästern Sie nur! Wir müssen ein großflächiges Informationsnetz abdecken. Es geht doch nicht darum, die Zuhörer darüber zu informieren, wie der Kaiser seine Nacht verbracht hat!“

„Ach nein?“

„ Wir haben doch zweifellos Bildungsaufgaben zu übernehmen. Wir arbeiten Geschichte auf und leisten soziale Hilfen in Form von Aufklärung. Letztlich überwachen wir, dass sich keine schädlichen Strömungen und Tendenzen in die Gesellschaft einnisten, indem wir aufdecken.“

„Wer bestimmt denn, was schädliche Tendenzen in der Gesellschaft sind, der Rundfunkbeirat? Außerdem: Den ethischen Beweggründen steht die Werbepauke entgegen. Ich stelle lediglich die Reinkarnation in den Vordergrund und habe sie auf Ihren Beruf hin untersucht. Das Thema Kunst und Kultur ist noch viel schwieriger. Hier treten noch viel mehr Handicaps auf als in Ihrem Metier!“

„Ich bedanke mich für das Interview.“

„Bitte, gerne!“

„ Es ist 7 Uhr 20. Radio Fünf mit der Werbung.“