Ta meta ta physica

„Prophezeiungen wachsen aus Erkenntnissen“

Zu sprechen wäre von der Wissenschaft als allgemeine , allumfassende Disziplin der Erkenntnisse, der Wissenschaft als Begriff. Besser wäre die Erklärung und Aufforderung zugleich: “Schafft Wissen!“ Folgte man diesem Aufruf zur Aktion, wäre daraus abzuleiten, dass dem Wissen das Forschen und Beobachten vorausgeht.

Bereits 384 v. Chr. begann der Philosoph Aristoteles, ein Schüler Platons, mit umfassenden Forschungen der Dinge, die mit dem Planeten Erde in Zusammenhang stehen: der Welt und ihrer Erscheinungen. Der Mensch mit einer Lebenserwartung von ca.70 bis 80 Jahren hat dazu die Möglichkeit, auf Erkenntnisse der Vordenker und Erfinder zurückzugreifen, somit er in die Lage versetzt wird, etwas  Vorgefundenes weiter zu entwickeln oder als Alternative dazu alles selbst herauszufinden. Damit würde „das Rad allerdings millionenfach neu erfunden“ ohne je den Gedanken entwickelt und ausgeführt zu haben, dem Rad ein entsprechendes Getriebe beizugeben, welches die Nutzung  effektiver gestaltet. Als dritte Komponente wäre am Antrieb durch einen Motor zu tüfteln, anstelle sich der organischen Kraft in Form von Muskeln bei Mensch und Tier zu bedienen.

Inhaltlich geht es darum, sich die Welt als vorgefundenes Seiendes mit all ihren Vorzügen und Tücken nutzbar zu machen, ohne den Planeten negativ zu beeinflussen und die Existenz der Menschen aufs Spiel zu setzen.

Wir haben es mit zwei Phänomenen zu tun, nämlich den Naturereignissen, die wir nicht beeinflussen können wie Erdbeben (Tsunamis) , Monsterwellen, Überflutungen, Vulkanausbrüchen, Taifunen, natürlichen Waldbränden oder Hagelkatastrophen, Heuschreckenplagen etc oder Einschläge von Meteoriten.
und
Ereignissen, die durch menschlichen Übermut oder Unverstand hervorgerufen werden wie Erderwärmung durch Ausstoß von Stickoxyden, falsche Methoden der Energiegewinnung, Kriege, Raubbau der Energieressourcen, Monokulturen, Absenkung des Grundwasserspiegels, CO-Verklappung in der Erdkruste, Gasgewinnung durch Sprengung von Gesteinsschichten (fracking), Endlagerung von radioaktiven Abfallprodukten, fahrlässige Verkarstung des Erdreiches z. B. in Höhenlagen, Flussbegradigungen etc.
Die letztgenannten, durch menschlichen Unverstand hervorgerufenen Gefahren für den Menschen, sind längst bekannt. Lobbyistenvertreter  einerseits und Warner andererseits liefern sich seit Jahrzehnten
heftige Wortgefechte und Debatten und versuchen Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Gut organisierte Demonstrationen und Aufrufe in sozialen Netzwerken versuchen, die Bürger wachzurütteln und ihr Verhalten zu beeinflussen. Engagierte Schriftsteller , Wissenschaftler und Kunst- und Kulturschaffende ( und einige Religionsvertreter ) erheben ihre „Stimmen.“ Indessen gibt es Gefahren, die durch waghalsige und leichtsinnige Unternehmungen mit unterschiedlicher Motivation die Sicherheit der Erdbevölkerung infrage stellen.

Als seinerzeit der russische Präsident Chrutschow die Konstruktion einer Superatombombe mit 500 Megatonnen Sprengkraft bei „seinem“ führenden Physiker und Chefentwickler in Auftrag gab, verweigerte dieser die Ausführung und begnügte sich mit der Hälfte der Sprengkraft, weil er die Auswirkung der Detonation auf den Planeten  nicht genau vorausberechnen konnte.
Wenn heutzutage Gebäude mit Höhen um 700 Metern oder anvisierter Höhe von 1km in Planung und zur Ausführung kommen, somit sich ein Wettstreit zwischen einzelnen Staaten einstellt nur um des Prestiges wegen, sollten sich Physiker allen Ernstes mit den Gefahren vertraut machen, die solche Bauwerke für den Planeten bedeuten. Die Erdachse hat sich nämlich im Verhältnis zur Ekliptik  bereits um einige Grad verschoben, so dass der Äquator nicht mehr auf dem geografischen Längengrad verläuft, auf dem er Jahrhunderte lang gefunden wurde.

Im Verhältnis der Massen (Erde, Mond und Sonne) können sich insbesondere beim Planeten Erde Veränderungen einstellen sobald Masseverhältnisse auf der Erdkruste verschoben werden. Das physikalische Prinzip, dass Energie nicht verloren geht, findet hierbei keine Anwendung bzw. Gültigkeit, denn wenn  beispielsweise Milliarden Tonnen Erdöl aus der Erdkruste gepumpt und vergast werden, geht ein großer Teil der Masse verloren und wird in Energie umgewandelt.

Wie bei einem leichtgelagerten Rad aus einem Fahrrad, das an den jeweiligen Achsenenden aufgehängt und ausgependelt wird (Schwerpunkt zum Erdmittelpunkt) gibt bei einer Massegleichheit von Felge, Mantel , Schlauch und Speichen das relativ kleine Ventil mit nur wenigen Gramm Gewicht den Ausschlag, das Rad mit dem Ventil nach „unten“ auszupendeln.

Ebenso verhalten sich Massen im Weltraum zueinander:  der massereichste Bereich eines Weltraumkörpers (insbesondere auf der Erdkruste / Hebelwirkung!) pendelt sich zur größeren Bezugsmasse eines benachbarten Himmelskörpers aus (hier die Sonne) wie das Fahrradventil eines pendelnden Fahrradrades zum Erdmittelpunkt.
Drei katastrophale Ereignisse entscheiden über den Fortbestand der Menschheit, Ereignisse, die von Menschenhand beeinflusst werden:

1)Ein Atomkrieg

2)Eine völlige Verschiebung der Erdachse im Verhältnis zur Ekliptik (im   Extremfall: Äquator verläuft durch Nord- und Südpol)

  • 3) Absenkung der Umlaufgeschwindigkeit des Erdkörpers um die Sonne einschließlich
  • 4) Verlassen der gewohnten Umlaufbahn entweder zur Sonne oder von der Sonne weg.

Die fünfte Katastrophe, die sich ereignen könnte, wäre nicht durch menschliches Verhalten hervorgerufen, der Einschlag eines Meteoriten.     Wenn jetzt die menschliche Erkenntnis darin gipfelt, die künstlich hervorgerufenen Zerstörungen künftig zu vermeiden, sich gegenseitig zu helfen, Machtgelüsten zu entsagen, gewissermaßen auf dem „Boden der Realität“ anzukommen und alles daran zu setzen, den uns gegebenen menschlichen Verstand und den Erfindungsreichtum im positiven Sinne zu nutzen, dann wird dem „Kunstwerk Schöpfung“ auch eine Ehre zuteil, die darin gipfelt, es pfleglich zu behandeln anstatt sich hochmütig oder übereifrig-leichtsinnig über die Schöpfung zu stellen.

Aber das ist doch völlig klar!

 

 

 

Hartmut Tettweiler Reliwette

Autor: Hartmut Tettweiler Reliwette

Hartmut T. Reliwette, geb. 1943 in Berlin Maler, Bildhauer, Performer, Autor. 70 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen oder Performances im In- und Ausland realisiert. Zusammenarbeit mit Peter Coryllis, Joseph Beuys, Karl-Heinz Schreiber und anderen zeitgenössischen Kunstschaffenden und Autoren/Schriftstellern. Mehr über Reliwette siehe „Autoren-Info“.