Muffige Gerüche aus den USA

„Und die ganze Welt nimmt Anteil“

„Mij op bed har wi hat – Schiet op bed kreg wi weer“ (Pinkelei auf dem Bett hatten wir – Kacke auf dem Bett kriegen wir wieder). Mit dieser ostfriesischen Lebensweisheit lässt sich sehr wahrscheinlich jede politische Einschätzung beginnen ohne „mit der Wahrheit hinter dem Berg“ zu halten. Nehmen wir den Wahlkampf in den Vereinigten Staaten von Nordamerika zum Anlass, einen Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen der US-Amerikaner zu werfen. Wenn es um eine weit geöffnete „Schere“ zwischen „Reichtum“ und „Armut“ geht oder um den Gegensatz zwischen gebildeter Bevölkerung und völlig ungebildeten Bevölkerungsanteilen, finden wir beides in den USA. Angst und Bange mag es den Betrachtern des gegenwärtigen Wahlkampfes zwischen Hillary Clinten und Donald Trump werden, dessen Wahlkampf-Strategen sich nicht scheuen, aus dem Verbündeten, der Bundesrepublik Deutschland, eine „Hochburg des Islamischen Staates“ zu machen, dessen Insignien, die schwarze Flagge, als Fotomontage sowohl auf dem Reichstagsgebäude als auch auf den Türmen von Schloss Neuschwanstein im Winde weht. Solche Menschen dürfen unbesorgt als Trampel geschimpft werden. Außerdem mag sich der Betrachter der amerikanischen Szene in die Zeit des Rezessionskrieges zurückversetzt fühlen, wenn man Bilder von revoltierenden farbigen Bevölkerungsgruppen zur Kenntnis nimmt, die gegen übereifrige weiße Cops demonstrieren, welche ihre Schusswaffen vorschnell gegen einen unbewaffeneten Farbigen eingesetzt hatten, und der seinen Schussverletzungen erlegen ist. Wahrlich kein Einzelfall! Mittlerweile gibt es mehrere tote Polizisten als Gegenreaktion.
Schon zu Zeiten des berühmt-berüchtigten „Billy The Kid“ liefen die meisten männlichen Bewohner in den Towns und Goldgräberlagern mit einem Revolver oder/und einem Repetiergewehr, z. B. einer „Winchester“, durch die Gegend. Das ist bis heute so geblieben, und selbst einem Barack Obama ist es während seiner Amtszeit nicht gelungen, wenigstens vollautomatische Langwaffen für Privatpersonen per Gesetz verbieten zu lassen. Statt dessen gab es Ansätze, sich auf Magazine mit höchstens 4 Patronen Ladekapazität im Kongress zu einigen. Die Anzahl der Magazine, die ein amerikanischer Bürger mit sich führen darf, stand nicht zur Debatte. Weshalb auch? Dann hätte man ja rechnen müssen!
Dabei sind Kurzwaffen wie Pistolen oder Revolver viel gefährlicher, weil sie verborgen mitgeführt werden können. Wen wundert es, dass Polizisten oder Sheriffs bei zum Beispiel Verkehrskontrollen außergewöhnlich nervös reagieren? Das alles ist wenig durchdacht, und allem Anschein nach legen die meisten Amerikaner auch keinen Wert darauf. Wenn sich jemand ein Bild von der Wirkung von Lobbyisteninteressen auf die Gesetzgebung machen möchte, wird auch am vorgenannten Beispiel in den USA fündig. Die Bürger der Bundesrepublik sahen von jeher im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein nacheiferungswürdiges Vorzeigemodell. Dieser Nachahmeffekt sollte jedoch nicht mit einer gewissen Dankbarkeit für die Errettung der Nachkriegsbevölkerung aus dem Hitlerjoch verwechselt werden. Vielleicht sollten die Deutschen den „Herrn Trump“ in die BRD holen –
falls er im Wahlkampf Frau Clinton wider Erwarten unterliegen sollte
. Diese Aufgabe könnte beispielsweise der „freie“ Sender RTL übernehmen und ihn in die Riege der Comedians aufnehmen, so dass ihm neben Mario Barth gewisse Sendeabläufe, Sendeeinheiten angedient werden könnten. Die Einschaltquoten würden wahrscheinlich in ungeahnte Höhen schnellen, besonders, wenn entsprechende Werbeblöcke das Bild eines Komikers wie Trump abrunden , z. B. ein Spot mit Sägekettenwerbung, wobei die Sägespäne direkt in den geöffneten Mund des Komikers geschleudert werden. Vielleicht könnte man ihn auch in der „Latexwerbung“ einsetzen, indem die „gewisse Tonaufzeichnung“ (seinerzeit aus dem Caravan) im Hintergrund eingespielt wird. Es böten sich auch andere lukrative Aktionen an z. B.
„Trump-Masken“ zu Halloween oder als Nikoläuse. „In der Höhle der Löwen“ könnte Trump Herrn Maischberger davon zu überzeugen versuchen, in die Produktion einzusteigen, vielleicht mit halbe – halbe? Somit müssten wir Deutsche nicht wieder 5 bis 6 Jahre warten, bis eine amerikanische Albernheit auch nach Deutschland exportiert wird.

 

Hartmut Tettweiler Reliwette

Autor: Hartmut Tettweiler Reliwette

Hartmut T. Reliwette, geb. 1943 in Berlin Maler, Bildhauer, Performer, Autor. 70 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen oder Performances im In- und Ausland realisiert. Zusammenarbeit mit Peter Coryllis, Joseph Beuys, Karl-Heinz Schreiber und anderen zeitgenössischen Kunstschaffenden und Autoren/Schriftstellern. Mehr über Reliwette siehe „Autoren-Info“.