Liebe Brüder und Schwestern,

 sehr verehrte Aschenbecher,

der bekloppte BRD – Journalismus hat es mal wieder auf die Spitze getrieben! Es flog 1 Tomate! Diese Tomate hat Frau Merkel unterhalb der Brust in etwa Hüfthöhe gestreift und traf etwas zerplatzend die neben ihr stehende Moderatorin in hellem „outfit“. Die hat also das Meiste abgekriegt. Natürlich kann ein Chefredakteur eine Meldung „mit 1 Tomate“ schlecht akzeptieren, es müssenm TOMATEN sein (Mehrzahl). Besser wäre die headline gewesen : „Merkel unter Tomaten begraben“, doch irgendwie wäre dem deutschen Leser/ Gucker/ Hörer aufgefallen, dass diese Meldung „etwas“ übertrieben wäre. Ich meine, der deutsche Michel kriegt ja selten etwas mit in voller Gänze und Klarheit. Der deutsche Michel verdaut, das ist sein Charisma! Hätte er doch auch nur fünf Mägen wie eine Kuh. Es ist bedauerlich: er hat sie nicht! Er muss zu seinem Leidwesen alles gleich wieder ausscheiden! Das Gute daran ist, er kann sofort wieder aufnehmen, und das ist das Prinzip der freien Marktwirtschaft.

Neuerdings hat ein toller Erfinder (wahrscheinlich mit Hilfe  der Crew aus der Höhle der Löwen  –  der Gatte von der Ferres?) eine tolle Erfindung vermarktet: es ist ein dreipoliger „Drehkranz“, der auf den Fingern balanciert wird und sich – einmal in Rotation versetzt – eine längere Zeit wie ein Kreisel in Bewegung hält. Ganz tolle Nummer! Braucht kein Schwein – ist aber in Bewegung. Das Teil ersetzt bei vielen Leuten den Geist, der sich ja bekanntlich am liebsten im Aggregatzustand  der Starre aufhält (Gas, Schnaps, Beton).

Es ist unglaublich, was hier in der BRD (und natürlich woanders in der Welt ) passiert: Wichtigkeiten werden erfunden und durch labile Presseorgane vervielfältigt und gereichen dem Einfältigen zu dessen Wonne. Ich höre täglich davon beim Bäckertreff, was bei mir eine Revolte des Verdauungstraktes hervorruft. Leider darf ich da nicht laut furzen, sonst kommt die Chefverkäuferin angerannt und beklagt sich, dass sie die Kunden nicht verstehen kann.

Es ist schon ein Jammer, dass der erkennende Geist sich mit Nebensächlichkeiten diagnostizierend begnügen muss, um es zu transportieren, denn nähme er die Wichtigkeiten auf das bekannte „Korn“, kämen sogleich die Beschwerden, dass ein Wortschatz Verwendung erführe, der schwer verständlich ist, zumal Nebensätze in der Schilderung des Gebotenen vorkommen.

Prost! Austrinken! Noch sind wir! Deshalb lasst Euch nicht lullen!

WÄHLT PDA, die PARTEI DEMOKRATISCHER AHNUNGSLOSER!

 

Hartmut Tettweiler Reliwette

Autor: Hartmut Tettweiler Reliwette

Hartmut T. Reliwette, geb. 1943 in Berlin Maler, Bildhauer, Performer, Autor. Auf dem künstlerischen Sektor seit 1969 präsent, damals noch mit der Gruppe ARASKADE 69, die aus Malern und Autoren bestand. Außer mir ist Frau Dr. Prehm, Scottish Lady of Camster, Autorin und Zeichnerin, das letzte lebende Mitglied der Gruppe. Seit dieser Zeit wurden bis heute ca. 70 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen oder Performances im In- und Ausland realisiert. Erste literarische Publikationen im Jahre 1971., hauptsächlich Gedichte und Prosatexte, die in deutschsprachigen Anthologien publiziert wurden oder im Eigenverlag, sowie im Magazin "Die Brücke." Im selben Jahr entwickelte sich eine Freundschaft zu Professor Joseph Beuys, der an der Kunstakademie in Düsseldorf einen Lehrstuhl hatte. Außerdem bestand eine tiefergehende Freundschaft zu Peter Coryllis, einem Schriftsteller, der den Kreis der Freunde leitete, eine lose Vereinigung von hauptsächlich Autoren, aber auch Kunstschaffenden.(Einst hatte der Lambarene-Arzt Albert Schweitzer diesen Freundeskreis gegründet). 1981 Einrichtung einer Zweigstelle der FIU (Free International University for Kreativity and Interdisziplinary Research) bei der Volkshochschule Essen - Mitte. (Die FIU war zunächst ein künstlerisches Projekt von Joseph Beuys und einem seiner Meisterschüler, Johannes Stüttgen). Nach einer Aufführung der Fluxuszone Niederrhein wurde vom damaligen Leiter der VHS, Lübben, angeordnet, dass weitere Auftritte der FIU bei der VHS Essen unerwünscht seien. Demzufolge wurde das Reliwette-Museum 1984 in Ostfriesland errichtet und somit gegründet , um ein eigenes Podium zu realisieren. Zur Eröffnung wurde eine mehrteilige Performance initiiert, deren Haupteil mit dem Titel "His masters Voice" in das Zerschießen einer Pyramide aus Fernsehgeräten mittels einer großkalibrigen Vorderladepistole mündete. 1976 erfolgte die Gründung der literarischen Gefangenenzeitung DIABOLO mit einem Insassen-Redaktionsteam der Sozialtherapeutischen Anstalt Gelsenkirchen. In der Zeit von 1979 bis 1986 entstanden 2 Filme im S8 Format: "Psychodelic memories" und "Abbruch". 1987 erfolgte das Pflanzen eines Labyrinthes aus Berberitzensträuchern auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern. Es handelt sich hierbei um den "Joseph - Beuys - Gedächtnisgarten". In diese Zeit fällt der erste Kontakt zu Karl-Heinz Schreiber, einem literarischen "Urgestein" aus Unterfranken. Aus diesem Kontakt entwickelte sich im Laufe der Jahre eine tiefgehende Freundschaft. K.H.S war nicht nur Rezensent zeitgenössischer Literatur, sondern auch Herausgeber einer Literaturzeitschrift, Romanverfasser, Dichter und Lyrocker. "Charly" Schreiber verstarb viel zu früh im Jahre 2014. Sowohl die Freundschaft zu Beuys als auch zu Karl-Heinz Schreiber haben meinen literarischen Duktus stark beeinflusst. Noch kurz vor seinem Ableben brachte er den Gedichtband heraus:"Durch den Kaktus gesprochen", der meine wichtigsten Gedichttexte enthält. Das FORUM im Inneren wurde 2002 mit einem Festival der Poesie in Betrieb genommen. Auch hierbei hinterließ K.- H. Schreiber seine Handschrift. Im Jahre 2017 besteht das Labyrinth als Langzeit - Kunstwerk 30 Jahre. Es wird ab dem Sommer 2017 nicht mehr geschnitten und somit der Natur überlassen. Die Bühne samt Bestuhlung wird somit in einen "Dornröschen-Schlaf" versetzt und sich selbst überlassen als Heimat für wild lebende Tiere aller Art.