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Kerniger Künstler mit kleinem Knall

GA-Serie (5) Seit gut 25 Jahren lebt und wirkt der Maler und Bildhauer Hartmut T. Reliwette in Idafehn (von Ole Cordsen)

IDAFEHN – Ob Hartmut T. Reliwette einen kleinen Knall hat? Getuschelt haben dies schon manche Leute, die ratlos vor seiner Kunst standen. Vor allem aber sorgte er für einen Knall bei seiner Ankunft in ldafehn-Nord. Genauer gesagt, ließ er es gleich zehnmal knallen. Hinter der Scheune seines frisch renovierten Hauses hatte Reliwette zehn Fernseher gestapelt. Und für die Auftakt-Aktion in seiner neuen Heimat zielte er mit einem großkalibrigen Revolver und schoss. Krachend zersplitterten die Mattscheiben und Bildröhren. Aus Furcht versteckten Schaulustige sich hinter Hausecken und Gebüschen. Das war damals, vor gut 25 Jahren.

„Stimmen (D)eines Herrn“ hatte Reliwette, nach eigener Auskunft ein Freund und Weggefährte des berühmten Aktionskünstlers Joseph Beuys, diese Aktion genannt. „Ich wollte symbolisch das leere Gebrabbel der Fernsehsender stummschießen, dem viel zu viele Menschen hörig waren und sind“, sagt er heute. Dann schiebt er seinen Hut aus der Stirn, schenkt im Wohnzimmer seines Hauses Kaffee ein und blickt auf das Vierteljahrhundert zurück, das er in Ostfriesland lebt. „Ich habe tolle Nachbarn. Wir nehmen und mögen uns, wie wir sind.“
Überbleibsel seiner oft politisch motivierten Aktionen tummeln sich unter dem Dach seines Hauses. Dort hat Reliwette ein Museum in eigener Sache eingerichtet. Scherben einer Terracotta—Rakete liegen darin. Die wollte Reliwette in den 80er Jahren in einem Osterfeuer festbrennen — als Protest gegen die geplante Stationierung amerikanischer Pershing II—Raketen in Deutschland während des Kalten Krieges. Auf einem Beistelltisch steht ein Kaffee-Service, das Reliwette modelliert hat. Der Zuckerstreuer ähnelt einer Handgranate, die Kanne ist dem Geschützturm eines Panzers nachempfunden. Dabei geht es Reliwette um das Gegenteil von Gewalt. „Ich kämpfe für den Frieden“, sagt er. Wenige Wimpernschläge später berichtet Reliwette von einem Besuch in der Kunsthalle in Emden, wo er vor kurzem war und den Slogan „Kunst mit allen Sinnen genießen“ entdeckte. „Dafür ist Kunst doch nicht da. Sie soll zum Denken anstoßen, aufrütteln, Inhalte vermitteln. Sie muss ihrer Zeit voraus und im Leben anwendbar sein. Sonst wird Kunst belanglos“, sagt der 66-Jährige.
Er selbst, der den Großteil‘ seines Lebens im Ruhrgebiet gelebt hat, arbeitete bis 1998 gut 20 Jahre lang in Gelsenkirchen als Kunst-Therapeut im Gefängnis und regte die Sträflinge über die Kunst zum  Nachdenken an. Der studierte Maler machte sich vor allem durch Performance-Kunst einen Namen und arbeitet heute vomehmlich als Bildhauer und Schriftsteller.
Nach Idafehn zog Reliwette, „weil ich nach einem Eklat bei einer Performance in Essen 198l einen geschützten Raum zum kreativen Schaffen gesucht habe“, Weil er als Kind die norddeutsche Küstenregion geliebt habe, sei er über Umwege nach Idafehn gelangt, wo ihn neben der Ruhe auch die netten Nachbarn überzeugten. Die Kontakte zur Künstlerszene im „Pott“ hält Reliwette telefonisch, „doch die engen Bindungen bleiben“, sagt er. Guten Kontakt habe er auch in Ostfriesland gefunden, etwa zu Autoren der Poetry-Slam-Szene. Die haben den Mann mit dem Knall ins Herz geschlossen und waren schon zu Gast auf der Bühne im Labyrinth hinter Reliwettes Haus, das er zu Ehren von Beuys aus Tausenden von Dornbüschen schuf.

Quelle: Generalanzeiger 27.März 2010

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Der Islam gehört – nicht – zu Deutschland

„Deutschland“ diskutiert, „Deutschland“ regt sich auf, wegen der hohen Zuwanderungsrate, wegen der Islamisierung des Abendlandes, wegen des „Aussterbens“ abendländischer Werte und und und….
Wen wundert es, dass die „Hutschnur“ platzt? Jeder wirft nach dem Anderen!
Womit? Mit Worthülsen! Auch die Bundeskanzlerin spricht mit einer Worthülse, die viele zu verstehen glauben, obschon sie nichts an Erkennt-nissen hergibt. Was heißt denn das im Klartext, der Islam gehört zu Deutschland?
Worin sind die Werte verankert, die dem westlichen Europa zugeschrieben werden? Reicht es, der Einfachheit halber auf die Verfassungen hinzuweisen, jene z.B. der Bundesrepublik Deutschland, welche bei der Staatsgründung 1949 auf die „neue Fahne gegossen“ und durch die Alliierten abgesegnet wurde?

Beziehen sich die Deutschen auf Vorgaben der Bibel, in welcher christliche Werte vermittelt werden? Wo steht in den zehn Geboten etwas von Gleichberechtigung? Auf welche Bibel wird überhaupt Bezug genommen?
Ist das Alte Testament gemeint. die etwa 3000 Jahre alte jüdische Bibel?
Ist das Neue Testament gemeint? Wo steht in den Testamenten, dass der
Mensch „Hexen“ verbrennen oder dass man dem „Teufel“ in einer exorzistischen Sitzung beikommen soll? Wo steht geschrieben, dass man im Namen Gottes Waffen segnet ?
Unsere abendländischen Werte mögen irgendwo von irgendwem erfunden oder aus welcher Stelle einer religiösen Botschaft auch immer abgeleitet
worden sein. Fest steht: die angesprochenen „Werte“ verbergen sich knallhart im BGB, im StGB, in der Strafprozessordnung und weiteren Gesetzestexten und ministeriellen Verordnungen.
Glückwunsch dem, der sie alle kennt!

All diese Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind auch
Ergebnisse ethischer Lehren unserer zahlreichen Philosophen, auf welche eine Minderheit der deutschen Bevölkerung stolz ist, während der überwiegende Teil der Bevölkerung kaum ihre Namen aussprechen kann, geschweige denn ihre Werke gelesen hat.
Die  angesprochenen Grundlagen greifen ferner auf Hinweise zurück, die in der Literatur zu finden sind, auf die Lehren des Humanismus. Es gab eine „Zeitepoche der Aufklärung“, genannt sei an dieser Stelle John Locke, ein Engländer. Die Geistesbewegung der „Aufklärung“ ging tatsächlich von England aus, führte über Frankreich und Belgien bis nach Deutschland. Einer der deutschen Vordenker war der Philosoph Immanuel Kant. Das Prinzip, welches der „Aufklärung“ zugrunde lag, ist das des kritischen Verstandes, eine Grundlage überhaupt, eine Urteilsbefähigung zu erlangen (Kritik der reinen Vernunft).
Letztlich wachen Juristen als Formulierer und Vollstrecker darüber, dass die oben beschriebenen Gesetze eingehalten werden, vom Justizvollzug als dritter Säule einmal abgesehen.

Die christlichen Religionen haben sich im Laufe der Jahrhunderte entsprechend angepasst, nachdem der katholische Klerus noch im späten Mittelalter unsägliches Leid über Teile vorwiegend der unbelesenen Bevölkerung gebracht hatte. Selbst ein Astronom wäre der Willkür der Inquisition zum Opfer geworden, wenn er seine Erkenntnis, dass der Planet Erde nicht Mittelpunkt des Sonnensystems ist, nicht widerrufen hätte.

Viele Menschen in der BRD und in Europa wissen um diese Dinge. Doch viele von uns geben sich auch mit einer Worthülse zufrieden. Sie glauben zu wissen, was gemeint ist.

In Deutschland wird nicht akzeptiert, dass eine Frau hinter einem Mann zurückstehen muss. Das gilt auch für die Ehe. Beide Geschlechter sind vor dem Gesetz gleich, haben gleiche Rechte und gleiche Pflichten. Wer das nicht akzeptiert, der gehört nicht in die BRD, weil der Staat die Gesetze bestimmt, nicht die Kirche.

Andere Probleme ergeben sich bei der Beschneidung im Genitalbereich bei  beiden Geschlechtern aus religiöser Vorgabe. Nach deutschen ethischen Vorstellungen sollte die Person nach Erreichen der Volljährigkeit selbst entscheiden dürfen, ob sie einem solchen Eingriff bei sich zustimmt.

Das „Schächten“ soll nach behördlichen Vorgaben auf Schlachthöfen vorgenommen werden, keinesfalls auf Hinterhöfen in Wohnsiedlungen.

Der Bau von Minaretten stößt bei der Bevölkerung auf Widerstand, nicht die Errichtung von Moscheen. Wenn Minarette erlaubt werden sollten, dann mit Muezzin und / oder Lautsprecheranlage?

Gesetze können schnell geändert werden. Davor haben viele Angst. Sobald der Bevölkerungsanteil der Muslime einen gewissen Umfang erreicht hat, könnten geltende Machtverhältnisse per Gesetz völlig legitim gekippt und sogar ins Gegenteil verkehrt werden.
Wer heutzutage kontrovers diskutiert, sollte seine Argumente weitsichtig anlegen, zumal überall auf der Welt bürgerkriegsähnliche Brände entstehen. Aufstände, Massenmorde und Vertreibungen werden in den meisten Fällen von „Machtmenschen“ religiös unterlegt (bejahend oder verneinend), wenn  es darum geht, ihr Handeln als rechtmäßig vor „der Welt“ darzustellen. Darauf sei zu achten, nicht auf integrierte muslimische Bürger, die ihren Glauben still ausleben und nicht wie die IS einen Gottesstaat errichten wollen.

Es gilt: Wer die Staatsräson anerkennt, erfährt die Zustimmung der Religionsfreiheit durch das Grundgesetz. Und dies, meine Damen und Herren Zeitgenossen, sei auch Anhängern der AfD in ihr Tagebuch geschrieben.

 

 

 

 

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Fehlende Weitsicht macht blind

Alt ist das Motto! Was kann ich als einzelner Mensch im politischen Alltagsleben an Situationen ändern, die mir Angst machen, meine Familie bedrohen?
Es wird weggeschaut, verdrängt, hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, geflüstert, eine bescheidene Meinung geäußert: „Wie denkst du?“ Angst geht um, das wird im Alltagsleben deutlich, Unsicherheiten machen sich bemerkbar, sie gelten dem Arbeitsplatz, dem Frieden in der Familie, der Situation mit den Flüchtlingen aus den vielen Krisenregionen. Neuerdings geht die Angst vor einem Krieg um, der seit vielen Jahren an vielen Orten der Welt geführt wird. Die deutschen Bürgerinnen und Bürger waren bislang nicht direkt betroffen.

Das deutsche Volk ist in die Europäische Union eingebettet. Ein Sprichwort besagt: „wie man sich bettet – so liegt man!“

Der unpolitische Bürger liegt bequem, stiehlt sich aus der Verantwortung: eine Sprachfloskel, die in jüngster Zeit umgeistert, ist: „Keine Ahnung“, und damit wird ein neuer Satz begonnen. Überall fangen – vor allem junge Menschen – jeden zweiten Satz mit „keine Ahnung“ an, um dann doch noch ein Statement anzufügen – im Glauben, dass man aufmerksame Zuhörer findet, wenn man dem Gedanken vorausschickt, dass er von jemandem entwickelt wird, der keine Ahnung hat.

Das Wahlalter wurde von 18 Jahren auf 16 herabgesetzt. Offensichtlich finden die Bewerber um Mandate die Anzahl der Stimmen wichtiger als ihre Qualität, denn der Waschmittelreklame der Parteien, die vor den Wahlen für den Umsatz der Papierindustrie sorgen, messen sogar inzwischen „Berufsignoranten“ keinerlei Bedeutung mehr bei.

Ein Wahlprogramm, das zukunftsträchtig bereits im Vorfeld alle zukünftigen Probleme mit den dazugehörigen Lösungsmechanismen anbietet, wurde bisher in Deutschland noch nicht angeboten. Also bedient sich der Bewerberapparat z.B. der „Volksparteien“ mit Aussagen wie:“Die Armen müssen reicher werden“ oder „Gerechtigkeit für alle!“ Empfehlenswert wäre auch ein Wahlslogan mit dem Inhalt: „Ein Fußball in jede Wohnstube!“

Was inzwischen weltweit aus dem Ruder läuft, ist mit der Erkenntnis zu beschreiben, dass es zur Mode wurde, aus einem großen Staat viele kleine zu machen, nachdem der mühselige Versuch gelungen ist, aus vielen kleineren Einheiten eine große zu gestalten.

Fehlende Weitsicht macht blind, und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass inzwischen die Mächtigen dieser Welt blindlings auf der Weltkarte herumstochern, um Veränderungen nach ihrem Kalkül herbeizuführen. Macht, Privilegien und Kapital sind seit Jahrtausenden die Weltplagen, welche die Menschen in die kriegerischen Auseinandersetzungen führten. Dabei ist das Kapital einer Gesellschaft die Summe aller Fähigkeiten, nicht das Geld (Zitat J.Beuys).

Zwei der größten Machtblöcke, Amerika und Russland, verstricken sich mehr und mehr in ein Machtgerangel, das sich auch in der Europäischen Union bemerkbar macht. Man sollte nicht danach fragen, wer von den beiden Machtblöcken mehr provoziert. Momentan ist es die Nato. Die EU lässt sich mehr und mehr auf die „politischen Vorgaben der USA“ ein. Der „Weltpolizist“ riss mit der Zugehörigkeit der europäischen Staaten zur Nato kriegerische Schauplätze auf der Welt auf und machte somit nicht nur die Bundesrepublik Deutschland zu unkritischen Mitläufern. Die Verweigerung der Bundesrepublik an einer kriegerischen Beteiligung gegen den Irak (Bundeskanzler Schröder) stellt sich heute im Nachhinein als weitsichtige Entscheidung dar.

Plötzlich lief es wie ein Fieberschock durch Ägypten und Syrien. Dabei war es kein „Frühling“, der den Beteiligten zartes Grün bescherte, sondern der Start zu Revolutionen und Revolten. Warnende Worte vom ehemaligen Auslandskorrespondenten, „Scholl-Latour“, der die Länder bereiste und über Insiderinformationen verfügte, wurden in den Wind geschlagen. Der Ruf des „Westens“ nach „Demokratie und Freiheit“ wurde von den Aufständigen auf Fahnen geschrieben, auch wenn der größte Teil der Betroffenen weder schreiben noch lesen konnte.

Der Aufstand auf dem Maidan-Platz, die Revolution der Ukrainer, fand im Westen auf fast solidarische Zustimmung, leider mit den Folgen, dass völlig unsinnige Referenden im Sinne einer stillen Revolution, die Entwicklung der politischen Entscheidungen völlig auf den Kopf stellten und schließlich zur Annektierung der Halbinsel Krim an das russische Staatsgebiet führten. Menschen sollten mit weitreichenden politischen Veränderungen mittels eines Referendums vorsichtig umgehen. (Ein Referendum ohne 2/3 Mehrheit ist überdies völlig unsinnig, wie es der „Brexit“ jetzt beweist).

Die Vorgänge in der Ukraine führten dazu, dass die baltischen Staaten, Estland, Lettland und Litauen um ihre Sicherheit fürchten in der Ahnung, auch noch von Russland vereinnahmt zu werden. Schon kommt die Nato wieder ins Spiel. Die Forderung nach deutscher Beteiligung wird laut. Selbst die Polen ergehen sich in Angst um die Sicherheit ihrer Grenzen, eine Hysterie unbeschreiblichen Ausmaßes macht sich breit. Zu Polen sei vorsichtiges Verständnis angemahnt, denn dieses Land ist bereits vor dem Zweiten Weltkrieg 5 mal geteilt worden, und Russland war hieran beteiligt.

Angeblich sprechen sich 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Handelsembargo gegen Russland aus und ebenso viele gegen das Säbelrasseln der Nato in den baltischen Staaten, wie es der Außenminister Steinmeier kürzlich formulierte. Und schon wurde er von Abgeordneten einer Volkspartei kritisiert. Mitlerweile lässt auch der Vizekanzler Gabriel mit Hinblick auf die Abgrenzung zur CDU solche Töne hören. Die Umfragewerte der SPD sind alles andere als berauschend.

Ein Volksbegehren mittels Unterschriften richtete sich gegen das von den USA eingebrachte Handelsabkommen TTIP, so dass selbst in den Entscheidungsgremien der EU Zweifel an der Art und Weise aufkamen, wie die Wirtschaftsmacht der USA mit ihren „Partnern“ umspringt zumal die Wenigsten über Kenntnisse des englisch/amerikanischen Wirtschaftsenglisch verfügen und die Verbreitung des Inhalts an Bürger und Medien von den USA unerwünscht war. Dies stellt eine typisch amerikanische Übergehensmethode der Bürger dar, die von kritisch eingestellten Menschen nicht hingenommen wurde.

Es wird allerhöchste Zeit, dass die Bunderepublik vertrauensfördernde Gespräche mit der russischen Führung aufnimmt. Es ist eine unsinnige Einstellung, man könne z.B. mit Präsident Putin keine verbindlichen Verträge abschließen. Ein Vertrag mit Russland könnte zum Inhalt haben, dass Russland die Grenzen Polens und die Selbständigkeit der baltischen Länder garantiert und die Nato aus den Gebieten verschwindet.

Feindschaft zu den USA muss nicht entwickelt werden, Kritik allerdings muss sich ein Staat, zumal er sich der Demokratie verschrieben hat, gefallen lassen. Größere Sorgen sollte der mündige Bürger sich wegen eines eventuellen Wahlsieges des Präsidentenanwärters Trump machen. Auf die Frage eines Journalisten während einer Wahlveranstaltung Trumps, wie er denn zum Ku- Klux- Klan stehe, antwortete dieser: „Ich kann nichts darüber sagen, ich kenne die Herren nicht!“

Hartmut T. Reliwette

Reaktionen (schriftliche) zu den hier veröffentlichten Beiträgen bitte an die jeweilige e-mail Adresse richten (wegen Datenschutz). Für diesen Beitrag gilt: post@reliwette.de

Dieter Nuhr – was macht er nur?

Ja, er tönt wieder, der Komiker, der kein echter Kabarettist sein will (und kann). Vor Jahren ulkte er über Krötentunnel,  denen man am besten Beleuchtung zuteil werden lasse. Er ulkte über ausgestorbene Saurier. „Wenn eine Kurve kommt, kann man auch nicht geradeaus fahren“. Jetzt treibt er seine Blödeleien auf die Spitze und stellt die kühne Behauptung auf, dass kein Grund zum Meckern ist  bei  steigendem Wohlstand für siebeneinhalb Milliarden Menschen. Wahrscheinlich hat er den Jemen gemeint, wo der Reichtum den Kindern aus den Augen fließt, oder meint er vielleicht die Krisengebiete in Afrika, die Kriegsgebiete in Syrien und Afghanistan. Wenn jemand ein Smartphone vor sich her trägt, muss er noch lange nicht unter steigendem Wohlstand leiden.

Wenn Deine Säle sich langsam leeren, lieber Dieter Nuhr, dann hast Du den Hype verpasst, der die Chance in sich trägt, dass wir in dreißig Jahren keine nassen Haare kriegen, weil das Wasser über uns  zusammenschwappt und es die Strohalme zum Luftholen nicht mehr in den verbleibenden trockenen Einkaufszentren auf den deutschen Mittelgebirgen zu kaufen gibt. Denn die Plastikhalme sind verboten und jene aus Stroh wird es nicht mehr geben, weil Landwirtschaft unter Wasser ein Novum ist. Daran müssten sich die Landwirte erst gewöhnen. Der Umstieg auf Garnelenzucht verspricht keine Gewinne, weil wir Garnelen schon längst importieren. So preiswert kann kein deutscher Landmann produzieren, wenn er eine Garnele aus dem Hut zaubert.

Entweder haben die einen Recht oder die anderen. Mit Klamauk und doofen unreflektierten Behauptungen wird man dieser Tage nicht mehr Gnade beim Publikum finden. Beim Sender übrigens auch nicht, denn Sender wollen Werbung verkaufen, sogar die öffentlich rechtlichen – äh – Sender. Also pochen die noch immer auf funktionierende Einschaltquoten – trotz des Rundfunkbeirats, oder gerade deswegen.

Dich unter der Rubrik „Kultur“ unterzubringen ist eine Klatsche ins Gesicht jedes  Bildenden Künstlers oder Autors, der sich für den Erhalt des Planeten und die Nachwelt einsetzt. Übrigens tun das Bildende Künstler und Schriftsteller nicht erst seit Greta Thunberg (siehe Joseph Beuys und die  Free International University ), mit deren Gründung er . Weltruhm erlangte. Vielmehr haben viele Menschen die Vorarbeit geleistet.

Aber ich möchte Dir ein Geheimnis verraten. Auch Entwicklungsingenieure brauchen trockene Arbeitsplätze, wenn der Meeresspiegel in diesem Fortgang menschlichen Untuns (hört! Hört!) um drei bis  vier  Meter steigt und man vergessen hat, die Deiche entsprechend vorzubereiten Übrigens, während Du Deine mehr oder weniger  faulen Sprüche in gut besetzte Säle entlässt, hat der Unterzeichner den aussitzenden Kanzler der Wiedervereinigung auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Deichkronen um sechs Meter zu erhöhen und das Deichmaterial (grünbewachsener Sand) gegen Deiche aus großen Steinquadern auszutauschen. Die Reaktion des weisen Herrn: „Wir werden die Anregung in das Parteiprogramm aufnehmen“.

Ins Parteiprogramm ist nicht einmal die Einführung der Eurowährung aufgenommen worden – aus Zeitgründen, versteht sich..

Aber wir wollen nicht abschweifen. Ich spreche von Unterlassungssünden und von der Behauptung,  dass steigender Wohlstand  siebeneinhalb Milliarden Menschen zuteil wird.

Die Frage sei erlaubt, wo Du Dich die letzten  zwanzig Jahre aufgehalten hast? Im Tuka Tuka – Land? Bleiben wir in Deutschland: Unterhältst Du Dich gelegentlich mit Rentnern? Die meisten von ihnen können vor Wohlstand nicht mehr laufen – oder? Schon mal etwas von Kinderarmut in Deutschland gehört? Ich glaube schon, aber das kann man nicht lustig rüberbringen, ebenso wenig wie die „Tafeln“, die bedürftige Menschen mit dem Nötigsten versorgen, Nahrungsmitteln mit abgelaufenen oder fast abgelaufenen  Verfallsdaten, die im Supermarkt keine Käufer finden. Und an dieser Stelle werde auch ich kritisch: Im nächsten Krieg essen die Menschen noch ganz andere Sachen, die ich an dieser Stelle aus Höflichkeit nicht benennen möchte.

Wissen Sie was? Der Hype um die kleine Greta kann gar nicht groß genug sein. Der Hype um Sie nicht klein genug.

Gott sei es getrommelt und gepfiffen, dass Sie Ihre Erkenntnisse aus dem Studium „auf“ Lehramt nicht bei den Kindern umgesetzt haben. Ich vermute, dass das eine mittlere Katastrophe geworden wäre.

Ich sag mal so: Setzen fünf!

Der alte Kunstmeister wünscht allen einen angenehmen Tagesverlauf und schließt wie immer:

Prost! Austrinken! Denn noch sind wir – oder anders: Dennoch sind wir!

Himmel! Was für Zeitgenossen

Massenhysterie oder massiver Grund zur Besorgnis? Die Menschen sind gespalten: Die einen verteufeln die kleine Klimaaktivistin Greta Thunberg, die anderen erheben sie zur Ikone. Ein nicht zu übersehender Teil der „Klimagegner“ ergeht sich in Verschwörungstheorien, Greta sei von der Regierung angestachelt oder sogar angeworben, damit eine CO2-Steuer erhoben werden kann – oder: hinter Greta verbergen sich steinreiche Unternehmer, die auf diese Weise ihren Reichtum mehren. Das geht hin bis zur Behauptung, auf der Rückreise habe sie ein Flugzeugträger samt Begleitschiffen eskortiert. Sogar ein U–Boot habe sich in der Nähe befunden. Die Kosten für dieses „Begleitcatering“ wurden mit mehrstelligen Millionen beziffert. Jawohl, ihr Skeptiker, es ist ein Gerücht, dass die Polkappen schmelzen. Gletscher haben ja schon immer „gekalbt“. Dass sich in den Alpen die Gletscher auflösen und sich mehr und mehr zurückziehen, muss als bösartige Propaganda der Hysteriker betrachtet werden. Außerdem spinnen die Wissenschaftler bis auf einen, der gesagt haben soll, dass die Thunberg „kalbsgesichtig“ sei. Ein anderer Skeptiker geht noch höher: „mondgesichtig“.

Besonders schwer scheint es die SUV-Fahrer zu erwischen, besonders wenn ihr Fahrzeug sich etwas „zusammendieselt“.

Es ist eher so, dass sich die Germanen, also Kimbern und Teutonen – oder waren es die Ostgoten – -zu „Kutschbockfahrern“ entwickelten, nachdem sie das Rad von den Römern abgekupfert hatten. Aus den Kutschbockfahrern wurden dann letztendlich die SUV–Liebhaber, die gerne etwas höher sitzen und weit voraus blicken möchten – über die Dächer der Vorderleute hinweg. Leider wird daraus nun nichts, denn der erhoffte Weitblick endet vor der Ladetür eines 35 Tonners oder einem Zeitgenossen, der ebenfalls einen SUV benutzt. Auch hier gilt der Leitsatz: „Alle Affen äffen allen Affen alles nach!“

Dem Überblick oder sogar dem Weitblick der Menschen stellen sich also die schlagkräftigen Argumente der „Klimagegner“ entgegen. Ja, das Klima hat sich erwärmt, das stimme schon, allerdings habe es sich schon immer erwärmt. Frau von Storch (AfD) glaubt zu wissen, dass es an der Sonne liege. Und nun tutet auch noch unser aller Dieter Nuhr ins selbe Horn, aber auf seine stammtischwitzige Weise. Er hält von Greta absolut nichts. Ich kann Herrn Nuhr noch zurufen: „Gut, dass Sie kein Lehrer geworden sind!“

Dann erreiche ich die Fernbedienung und tätige einen Switch. Es wird auch allerhöchste Zeit, diese „Brabbelschnute“ zugunsten von „Love Island“ abzulösen. Die jungen Damen sehen auch viel besser aus als der Nuhr.

Chapeau, junge Lady, Du hast in wenigen Monaten mehr erreicht als der alte Kunstmeister in 76 Jahren, wobei ich die ersten 20 Jahre als Orientierungsphase hinnehmen musste. Aber auch mehr als Joseph Beuys, die Kunstikone, welche das Denken in die Kunst einbrachte.

Sein Leitsatz an alle Studierenden seiner Klasse: „Wer nicht denken will, fliegt (raus)!“

Oje, wenn man das auf unsere 80 Millionen Bundesbürger hochrechnet! Das gäbe Platz ohne Ende! Viele Wohnungen ständen leer, was sich günstig auf die Mietpreise auswirken könnte.

Statt Aussicht auf Einsicht zu genießen muss das gequälte Denkvolk Typen wie Johnson und seinen Gönner Trump hinnehmen.

Während die Zeugen Jehovas glauben, Satan oder der Teufel nehme Einfluss auf verschiedene Charaktere, glaube ich als alter Kunstmeister, dass es Personen gibt, in welche der Teufel wohl gefahren sein könnte; aber Bosheit, Lüge und Betrug sind charakterliche Schwächen, in die einer flüchtet, der ohne Rückgrat geboren wurde wie eine Qualle oder ein Oktopus und ganz schlechte Lehrer, Vor- oder Leitbilder hatte. In der Bibel heißt es im Alten Testament, „dass sich die Sünden der Väter vererben bis ins sechste oder siebente Glied!“ Der Wissenschaftler kommt auf die Mendelschen Gesetze zurück und damit zum gleichen Ergebnis. Denken wir nur an die Vererbungslehre mit den Schwarz- und Rotbunten. Nur selten kommt eine weiße Kuh dabei heraus.

Chapeau, kleine Greta, go! Was nützt uns das Schulwissen und aller technischer Fortschritt, wenn wir bis zum Hals im Wasser stecken?

Prost! Austrinken, ruft Euer alter Kunstmeister in die Runde! Lasst Euch nicht lullen! Das haben schon ganz andere versucht!

Venceremos (für meinen toten Freund, Karl H. Schreiber)

Niemals aufgeben – oder?

Sehr lange stand meine Überlegung an, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, neue Denkanstöße, neues Engagement zu entwickeln, die Machenschaften der Menschen auf diesem Planeten zur Jetztzeit in eine neue Richtung bewegen zu wollen. In eine Richtung, welche den Planeten für unsere Nachkommen bewohn- und ertragbar erhält. Nee nee nee, nicht, den Planeten zu ertragen, sondern Erträge auf diesem Planeten zu erzielen. Während ich noch versuche, mit mir ins Reine zu kommen, haben Idioten Brandrodung in Südamerika angezettelt (und nicht nur auf dem Zettel!), so dass der Regenwald abzufackeln droht, was in eine Klimakatastrophe gipfelt. Von den Millionen toten Tieren will ich gar nicht erst eine Debatte anfangen. Scheiß auf die Frösche, die quaken eh nur dull in die Gegend, weil sie geil sind. /Das nennt man Sarkasmus!)

Ja, die Spanier haben vor Jahrhunderten ihre Wälder gerodet, um sich eine Armada von hochseetüchtigen Schiffen zu beschaffen, und nun wollen die Südamerikaner auch etwas vom Kuchen der Wohlstandsgesellschaft . Das ist zum Beispiel Soja als Exportartikel für die u.a. deutsche Viehzucht, damit wir Wohlstandsbürger unser tägliches Quantum an Fleisch auf dem Teller haben – beim Griechen oder anderswo: Fleisch, Fleisch , Fleisch, und zwar in Mengen, die keinem von uns guttun!

Was ist los mit uns Deppen? Wir regen uns auf, wenn eine Pflaume vom Wurm befallen ist. Der frisst nicht die ganze Pflaume! Wenn der Planet Erde vom homo sapiens befallen ist, sieht das schon ganz anders aus! Nein! Keine Politikerschelte jetzt an dieser Stelle. Wer nicht konsequent im Denken ist, der ist auch mit Wenigem zufrieden, wenn es an die Wahlurne geht! Der Blick innerhalb des Tellerrandes erklärt so manches Wahlverhalten VON WEGEN, WIR SIND DASS VOLK. Jeder gegen jeden, das erscheint mir realistischer.

Ich habe vor wenigen Wochen eine Petition gestartet auf change. org. Der Inhalt ist schnell aufgezeigt: Amerikanische Atomwaffen raus aus Deutschland, Rammstein räumen und kein Einsatz deutscher Soldaten in Krisengebieten ohne UN Mandat. Es ist das zusammengefasst, was über 60 Prozent aller Deutschen wollen! Unterschrieben haben aber nur 16 Unterstützer diese Petition, die an die deutsche Bundesregierung gerichtet ist! Geteilt wurde sie aber auf Facebokk 40 mal!. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass meine lieben Zeitgenossen die Hosen voll haben, so dass der Köttel bereits weit aus der Hose hängt. Der CIA könnte kommen oder die Bundessicherungsgruppe Bonn!

Es sollte verständlch sein, dass sich ein bildender Künstler, der sich ein Leben lang weit – sehr weit aus dem Fenster gehängt hat angesichts dieser apathischen Teihlhabe der deutschen Bevölkerung an den Grundfesten der Erfordernisse gesellschaftlichen Zusammenlebens – allmählich resigniert. Ich höre schon wieder die Stimmen der Ahnungslosen:“ Du schreibst zu kompliziert!“ Ich bringe es deshalb auf den Punkt, so dass ich verstanden werde: Wenn Ihr den A… nicht hochkriegt – könnt Ihr auf mein Engagement künftig verzichten! Geht in den Sandkasten, haut Euch die Schippchen auf den Däz, kratzt Euch mit den Spielzeugharken das Gesicht blutig. Heute auf den einen von Euch Dreien, morgen werden die Karten neu gemischt, dann erwischt es einen anderen. Bei Dreien scheint stets einer zu viel…

So ende ich wie ich begann:

Prost! Austrinken! Denn noch leben wir – oder anders ausgedrückt: Dennoch leben wir! Man achte auf die Feinheiten der deutschen Sprache!

Euer alter Kunstmeister

Die Welt ist fertig

ein Brücken-Rundumschlag – voll auf die Zwölf

Genauer gesagt, die Menschheit ist am Ende. Vor Panikmache wird gewarnt, verkünden die Tumben (kein indogermanischer Volksstamm). Sie haben die Zeichen noch nicht erkannt, zündeln gegen die Einwanderer, die aus aller Herren Länder ins „gesegnete“ Land strömen, ihr Smartphone immer bereit, so viel Geld muss sein, auch auf dem Schlauchboot, welches überfüllt mit Schleichplatten auf dem Mittelmeer dümpelt. Die Rettungsquote beläuft auf etwa 30:60 derer, die sich noch eine Chance ausrechnen, ins Land zu kommen, wo Milch und Honig fließen. Wir lassen die Küstenländer im Stich. Dort wird angelandet, nicht im Hunsrück oder Husum, um einmal die Koordinaten ins rechte Licht zu rücken. Bis 2050 langt es noch, doch die Wissenschaftler warnen: Sie warnen vor Düsenabgasen, vor Abgasen der Kreuzfahrtschiffe. Hallo? Davor habe ich als Bildhauer schon vor 30 Jahren gewarnt und bin kein Wissenschaftler.

Die Polkappen schmelzen dahin – daher, sie fließen wohl übers Meer. Der Mensch lebt nur einmal – und dann nicht mehr (leicht umgewandeltes Soldatenlied). Aber nicht nur sie verflüssigen sich, sondern auch die Gletscher in den Alpen. Sie ziehen sich angesichts einer aus den Fugen geratenen Menschheit dezent zurück.

Spaßflieger aller Länder vereinigt Euch, jedes Jahr ein bis zwei Kreuzfahrten mit Casinobesuch inklusive. Ihr zeigt uns, wo der Hammel hängt. Sie verstehen: die Chinesen können kein „r“ aussprechen. Apropos Chinesen: sie haben die Seidenstraße neu entdeckt, zu Lande, Wassel und dulch die Luft.

In Zeiten, in denen es eng wird, hat die AfD Zulauf. Die äußerst Rechten an die Macht!  Leider haben die äußerst Rechten begriffen, dass neben willkommenen Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen auch etliche Verbrecher aller coleur dabei sind.

Sie schimpfen dann über  den Richter „Opa gnädig!“ Wahrlich schlimm indessen ist der Zustand, dass die hochbezahlten Vorstandsvorsitzenden bei z.B. Bayer (Monsanto) oder der Deutschen Bank, bei den Fahrzeugherstellern völlig verrissen haben und den Schaden auf die Käufer und die Anleger abwälzen – obschon die Börsenzocker ihren wesentlichen Anteil am Untergang der Zivilisation beitragen, immer streng nach dem Vorsatz: „Krämerseelen aller Welt – vereinigt Euch!“

„Immer rechtzeitig abstoßen“ lautet deren Devise. Beim Zecher heißt sie „aufstoßen!“ So stoßen wir denn ins Horn, den allgemeinen Untergang einzuläuten.

Die auf Ionen-Lithium getrimmten Batterien der Jetztzeit (und der Zukunft) haben den Schwachsinn auf die Spitze getrieben, eine Umweltsünde durch die nächste abgelöst.  Wie kann man so bescheuert sein? Aber Schlussendlich spielt auch das keine Rolle mehr. Denn diese Erfindung taugt  nur für den Nahverkehr. Mindestens drei Stunden Ladezeit im Niemandsland. (Autobahnraststätten?)

Ich sagte es bereits: zunächst werden wir gedörrt, dann saufen wir ab. Es trifft natürlich auch diejenigen, die bislang glaubten, als Atommacht alles im Griff zu haben. Ein Zeichen des drohenden Untergangs: Wir haben nämlich nicht die Fähigsten unter uns an der Regierung. Man bringt sich ins Gerede, das scheint zu reichen.

Noch etwas: Wer glaubt, durch gegenseitige Bedrohung (Atomraketen) den Weltfrieden aufrecht zu erhalten, der betreibt ein gefährliches Sandkastenspiel. Merke: Aufrüstung kostet viel Geld, welches anderweitig ( Sozialsystem) eine bessere Verwendung fände.

Die Zukunft gehört unseren Kindern und Enkeln. Auch Kinderlose sind aufgefordert, den Planeten zu erhalten, denn es gibt derzeit keinen Plan B.

Meine Katze liegt neben mir auf einem Stuhl und zwinkert mit den Augen. Ich glaube, dass sie begriffen hat was ich schreibe. Sie natürlich auch! Zwinkern Sie mir zu!

Über Brückenschläge und ähnliche Phänomene

Wer schon einmal mit dem berühmten Glacier-Express in der Schweiz von St. Moritz nach Zermatt gereist ist, der ist auch über das 63 Meter hohe Landmann-Viadukt gefahren. Es besteht aus schlanken gemauerten Säulen, die gerade einmal die enge Spurweite der Züge tragen. Aus dem geöffneten Schlund eines Bergtunnels gelangt der langsamste D-Zug der Welt im Viertelkreis über besagte Säulen auf den benachbarten Berg, der die Reisenden scheinbar gnädig aufnimmt, so dass niemand in die Schlucht stürzt und zu Tode kommt. Der Reisende blickt aus dem Fenster und sieht tief unter sich die Schlucht. So manchen mag ein beklemmendes Gefühl beschleichen, so dass es erst weichen mag, wenn wieder „fester Boden“ unter den Schienen liegt. Diese wahrhafte Meisterleistung der Erbauer ist demzufolge auch in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen worden.

Eine andere Form, ein Hindernis zu überwinden, ist die Performance „Heimholung“, in welcher der Polizist und Meisterschüler von Joseph Beuys, Anatol (Herzfeld) seinen ehemaligen Lehrer in seinem selbst gehauenen Einbaum über den Rhein in Richtung Oberkassel übersetzte. Ein lebensgefährlicher Akt, denn Beuys konnte nicht schwimmen.

Autoren und Kunstschaffende kennen von jeher den Brückenschlag z.B. von einer Stadt in eine  andere, von einem Land ins nächste. Sie überwinden Grenzen ohne Zollformalitäten und tragen ihre Ideen in die ganze Welt. Kulturschaffende lassen sich auch nicht durch politische Querelen von ihrem Vorhaben abbringen, andere Formen der Lebensqualität zu propagieren. Ähnliche Vorhaben sind uns aus dem Sport bekannt, wobei das Siegen in den verschiedenen Disziplinen staatlicherseits gerne für Propagandazwecke ausgenutzt wird. Der Kampf der Nationen um Plaketten und Lorbeerkränze wird entsprechend mit den Nationalhymnen feierlich begleitet. Mir fiel auf, dass mir bei einer überregionalen Lesung oder Performance noch nie eine Nationalhymne gespielt wurde. Brückenbau, der dem Staat keinen Zins einbringt, scheint nicht von öffentlichem Interesse zu sein. Diese Erfahrung musste ich trotz meines inzwischen schon recht betagten Alters klaglos hinnehmen. Wäre ich nur Boxer geworden, könnte es heißen, dann trüge eine knapp gekleidete dralle Lady die Rundenanzeige in den Ringpausen durch das Viereck, in welchem so manche Nase blutet.

Der verblichene Franz- Josef Strauß bezeichnete die Kulturschaffenden sogar als Schmeißfliegen, wobei er generös alle in einen Topf warf, aus dem für ihn nichts sichtbar Gutes zu holen war. Dem wäre lediglich zu entgegnen: “Stör mir meine Kreise nicht!“

Der Brückenschlagversuch meines alten Freundes, Peter Coryllis, in seine Geburtsstadt schlug fehl, weil deren Amtsvorsteher und Bürgermeister sein Angebot mit Desinteresse quittierte, den sehr umfangreichen schriftlichen Nachlass, etwa einhundert Bücher und andere Schriftwerkformen, ins Stadtarchiv aufzunehmen.

Die Geschichte der Brückenschläge ist von Peinlichkeiten angereichert, besonders, wenn sie politisch organisiert und vorangetrieben in Funktion kam. Leid und Elend haben die Kolonialmächte bis heute in die betroffenen Länder gebracht. Fast der gesamte afrikanische Kontinent ist davon betroffen. Diese Form der Brückenschläge war durchgehend von einseitigem Interesse und Ausnutzung der Menschen gekennzeichnet.

In einem Anfall von Weitsichtigkeit tauschte Kaiser Wilhelm der Zweite die Kolonie Südwest-Afrika mit  den Engländern gegen die Insel Helgoland ein.

Eine nette Anekdote stammt aus dem Besuch des ehemaligen Bundespräsidenten Lübke in der ehemaligen deutschen Kolonie, als er einen alten einheimischen Schwarzen fragte, ob er denn noch etwas deutsch könne, worauf der Angesprochene heftig nickte und folgenden Ausspruch zum Besten gab: “Du dumme schwarze Sau!“

Auch heute sind Brückenschläge hoch aktuell. Sie sind Kontinent übergreifend wie noch nie und manifestierten sich in der Willkommenskultur, in der es hieß: „Refugees welcome!“ „Der Zauberlehrling“ müsste umgeschrieben werden, denn die Wasserträger sind nicht mehr zu beherrschen, auch durch den Meister nicht –  eine Spätfolge der Kolonialisierungsbestrebungen der Engländer, Franzosen und Holländer. In Deutschland ist es inzwischen so, dass die marktwirtschaftlich brauchbaren Kräfte unter den Asylsuchenden aussortiert werden. Der Rest wird abgeschoben, sobald die Trümmer in deren Heimat nicht mehr rauchen.

Auch die Brückenschläge innerhalb der Europäischen Gemeinschaft bröckeln zusehends. Das parlamentarische Tauziehen in England mutet an wie eine Neuauflage des Kasperletheaters, in deren fünfter Vorstellung der Kasper die Kinder fragt: “Kinder, ist die May noch da?“ Die Kinder: “Jaaaa!“ Darauf der Kasper: „Aber nicht mehr lange!“ Kasper weiter: „Wenn Notre Dame nicht abgefackelt wäre, würde ich vermuten, dass der Glöckner von Notre Dame neuer Premier wird! Ein Schelm, wer Übles dabei denkt!“

Weil es weltweit so übel geschieht, muss ich ausrufen: „Hofnarr, mache Er mich lachen!“ Aber die Protagonisten der Unterhaltungsindustrie sind anderweitig beschäftigt und versuchen sehr erfolgreich, das Volk zu lullen.

Deutschland in der Identitätskrise

Es ist an der Zeit endlich Klarheit in die Debatte zu bringen. Vokabeln wie „populistisch“, „Rechte“ und „Linke“ werden unter das staunende Volk geworfen. Eine neue Gruppierung gesellt sich hinzu: „Die Identifizierer“, denen man – wie soll es anders sein – faschistisches Gedankengut unterstellt oder Arterhaltung im völkischen Sinne der Nationalsozialisten.

Die AfD sammelt fleißig Stimmen von jenen, die unzufrieden sind und sich „unberücksichtigt “ fühlen, der Pegida gehen die Argumente aus. Was ist wirklich dran an „deutscher Identität“? Worin bestehen die oft zitierten „Werte“, die sich die Menschen in diesem Kulturkreis mühselig erstritten haben, und was wirft man den Menschen mit „Migrationshintergrund“ vor?

„Gutmensch“ und „Migrationshintergrund“ gelten unterschwellig schon als Schimpfworte. Soweit ist es bereits gekommen.

Im Nachhinein zähle ich Besonderheiten auf, die bei Menschen sichtbar werden, die aus anderen Kulturen kommen. Diese „Besonderheiten“ erschweren eine Integration in westliche Kulturen und stoßen bei den meisten Menschen auf Ablehnung, Menschen, die man nicht einfach als faschistische „Arterhalter“ in eine Ecke kullern kann. Menschen, die durchaus integrationsfähige/Integrationswillige „Zuwanderer“ akzeptieren.

Was abgelehnt wird, sind zum Teil religiös bedingte Riten wie Schächten auf dem Hinterhof, Beschneiden von Genitalien im Kindesalter. Abgelehnt wird von den meisten Bürgern die doppelte Staatsbürgerschaft bei einigen/ vielen türkisch stämmigen Deutschen, die dazu führt, dass dieser Personenkreis durch Wahlberechtigung Einfluss auf die türkische Regierung nehmen kann und umgekehrt. Die Hintergründe sind bekannt.

Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes politisch erstritten worden. Wer sich entschließt, seinen Wohnsitz in Deutschland zu nehmen, muss das ohne „wenn und aber“ akzeptieren. Dazu gehört u.a. das Wahlrecht der Frauen.

Sie haben das Recht auf Selbstbestimmung. Das Heiraten im Kindesalter gehört ebenfalls nicht in den westlichen Kulturkreis. Ebenso gibt es im westlichen Kulturkreis keine Heirat mit Haupt- und Nebenfrau(en).

Im westlichen Kulturkreis hat es in den letzten zweitausend Jahren zwei Religionsrevolutionen gegeben. Die erste geschah unter Jesus Christus, der mit alten Religionslehren gründlich aufgeräumt hatte und das Christentum begründete. Die zweite Revolution erfolgte unter Martin Luther.

Diese „Revolutionen“ stehen bei den Mohamedanern noch aus. Der Lehre, kein Schweinefleisch zum Verzehr zuzulassen könnte eine Lehre folgen, das Verzehren von Fleisch insgesamt einzuschränken.

Selbst unser eigener Kulturkreis verliert zusehends an ethischen Werten. Das Weltbild erschließt sich mehr und mehr im rein Materiellen. Nach dem Motto: „Alle Affen äffen allen Affen alles nach“ geht den nachfolgenden Generationen immer mehr an Kreativität verloren u.a.: IM MUSISCHEN BEREICH.

Die „Ex and Hopp“ Mentalität nimmt gravierend zu. Die Folgen sind unübersehbar. Die Meere „ertrinken“ im Plastikmüll.

Die Bewohner des westlichen Kulturkreises tolerieren es ferner nicht, dass an vielen Stellen in den Städten und Gemeinden wilde Müllkippen entstehen. Diese Vorkommnisse allein den Flüchtlingen zu unterstellen, ist nicht gerecht. Das Problem mit „Mietnomaden“ taucht auch unter „Urbewohnern“ auf.

Wer z.B. in Deutschland leben will, hat deutsches Recht zu akzeptieren. Dazu gehört z.B. dass deutsche Ordnungskräfte wie z.B. die Polizei akzeptiert werden. Wer einen solchen Satz (wie oben) ausspricht, der muss nicht als „deutsch Nationaler“ verstanden, schon gar nicht als Faschist in die „braune Ecke“ gestellt werden.

Selbst deutsche „Ureinwohner“ sorgen dafür, dass die Menschen an „Heimat“ verlieren. Es müsste dringend darüber gestritten werden, was die Menschen unter „Heimat“ verstehen. Mir ist völlig unverständlich, wie sich das Verständnis von „Gartenkultur“ und/ oder der „Gebäudearchitektur“ gewandelt hat: Was sich Soldaten in Afghanistan zum Selbstschutz haben einfallen lassen, Steine in Käfigen zu stapeln, um sich vor Schüssen abzusichern, hält zunehmend in deutschen Gärten in Form von „Gabionen“ Einzug. Seelenloser geht es kaum. Die Errichtung von haziendaähnlichen Gebäuden ist auch so eine Modeerscheinung, die ganze Landstriche entfremdet.

Ja, Heimat ist auch ein Stück vertraute Gewohnheit, zu der sich ein gewisser Liebreiz gesellt. Es ist derart bescheuert, Menschen mit Heimatgefühlen in eine faschistoide Ecke zu stellen. Sich wohlfühlen in seiner vertrauten Umgebung darf nicht zum Schimpfwort werden. Vertraute Klänge, die so etwas wie gespürte Romantik aufkommen lassen, dürfen nicht einfach verteufelt werden, nur weil sie einer Vertonung in die Quere kommen, die mit vier Vollnoten auskommt, dafür aber durch ein kräftiges Rythmusarrangement „vervollständigt“ wird.

Es wird gemunkelt, dass nachfolgende Generationen mit einer Note auskommen. Die Intonisierung dafür wurde schon vor zig Jahren erfunden: Kammblasen!

Prost! Austrinken!


Von Werbung erschlagen…

…mag einer ausrufen, der sich eine Sendung bei einem der freien Sender zu Gemüte führen will, sei es eine Dokumentation, sei es ein Spielfilm, sei es eine soap, die den Namen auch verdient nach dem Motto: „Es ist noch Suppe da, dünn aber kräftig! Kameraden müssen satt werden – noch nen Eimer Wasser rein!“ Wie oft werden Sendungen durch Werbeeinlagen unterbrochen – und wie lange muss jemand auf dem WC ausharren, damit die Wartezeit mehr oder weniger sinnvoll überbrückt wird? Nach dem Werbespot eines Bau- Discounters, der mit einem durchgeschwitzten Männerhemd, das eingeschweißt in die Hände einer erfreuten Japanerin gelangte, um für die Frühlingstätigkeit im Garten zu werben (Jippi jippi Jeh)überbot ein Werbespot für eine Zock-Firma den geistigen Ausfall mit zwei bumsenden Gorillas, die im TV von einer Fernseh-Familie beobachtet werden ohne die Mine zu verziehen:“ Wenn Sie das aushalten ohne eine Mine zu verziehen, können Sie auch eine Chance haben beim Poker.“ Jedenfalls sinngemäß.

Dagegen nimmt sich die Werbung für Gummibärchen mit den albernen Erwachsenen geradezu harmlos aus.

Wieviel Blödsinn lassen sich die zappenden und nicht zappenden Gerätequäler noch gefallen? Die Ausweichmanöver, bei Werbeeinlagen auf den nächsten und übernächsten Kanal umzuschalten, gestalten sich zunehmend schwieriger, weil sich nahezu zeitgleich auf jedem Kanal eine Flut von mehr oder weniger dusseligen Reklameeinlagen auf die Betrachter ergießt. Oft ist im Nachhinein gar nicht zu erkennen, für welches Produkt soeben geworben wurde.

Dennoch gibt es geradezu eine Industrie für Sprücheklopfer, die viel Geld von den betreffenden Firmen bekommen, die beworben werden wollen. Da scheint fast jedes Mittel recht, den Verbraucher auch wirklich zum Verbraucher abzustempeln. Die Bezeichnung „Kunde“ scheint aus dem Sprachgebrauch zu verschwinden.

Eine neue Spezies hat sich weltweit etabliert: es sind die so genannten Influenzer, Werbeträger in Person – nicht zu verwechseln mit Influenza, der Grippe.

Für geistigen „fallout“ lassen sich immer wieder neue Bezeichnungen finden. Wenn eine Torfrau aus der deutschen Frauenfußballszene für dünne, auslaufsichere Damenbinden wirbt, wird es gar peinlich. Welche Frau schmeißt sich schon während ihrer Periode vor einen scharf geschossenen Elfmeter?

Man könnte einen weiteren Award ins Leben rufen – für den dusseligsten Reklamespot. Weshalb ist das nicht schon längst geschehen? Bei der Sendung ZDF Heute-Show wurden den auffälligsten „Vollpfosten“ jene Vollpfosten aus gedrechseltem Holz zugedacht, weshalb nicht ein weiterer Award“?

Anscheinend ist die Gesellschaft sehr leidensfähig geworden und weiß schon nicht mehr, welchem Leiden sie mehr Anteilnahme zusprechen soll, oder wir nehmen auch diesen Blödsinn achselzuckend kritiklos hin, letztlich haben wir uns anscheinend in die „Verbraucherrolle“ einführen lassen.

Deutschland, das Volk der Dichter und Denker? Das ist schon sehr lange her!

Prost! Austrinken!

Denn noch sind wir! Dennoch sind wir!

Der alte Kunstmeister zwinkert Euch zu!

AMOS DAS PIRATENSCHAF-das Buch ist da!

Das Buch- Amos das Piratenschaf- ist erschienen. Nachfolgend sind 2 Geschichten aus dem Buch abgedruckt als Leseproben. 164 Seiten, Paperback, € 15,99 oder als e-book zum Einführungspreis von € 7.- nach 14 Tagen 9.-€

Das Buch ist im Verlag Books on Demand, Norderstedt, erschienen, die Autoren sind Rainer Dietrich und Hartmut T. Reliwette

ISBN 97 83 74 94 22 661

So geht das nicht!

Lange nichts kommentiert, lange nichts orakelt. Es wird Zeit, aus den Leviten zu lesen! Jüngst eskalierte der Streit um die Gutachter-Kosten, welche die Ärztin Von der Leien – noch Bundesverteidigungsministerin – verursachte, um die vielen, vielen Missstände innerhalb der Bundeswehr in den Griff zu kriegen. Alles sei kaputt, Fahrzeuge, Hubschrauber, Transportflugzeuge,  Gewehre, usw. Kloschüsseln auch?

Eine andere Frage drängt sich auf: wie kann aus einer Ärztin die Chefin der Bundeswehr werden? Das ist doch völlig am Ziel vorbei studiert! Da tritt doch das Karrierestreben völlig in den Vordergrund und zwar so offensichtlich, dass sich dem Beobachter die Fußnägel aufrollen. Setzen, 5!

Wenn man von der Materie keine Ahnung hat, müssen „objektive“ Gutachten eingeholt werden, koste es was es wolle! Es kann ja schlecht der Gefreite am Kasernentor befragt werden, ob das Fluggerät im Inneren des Fliegerhorstes seinen Aufgaben noch gewachsen ist.

So wird bereits darüber spekuliert, ob nicht ein neuer Düsenjäger (aus amerikanischer Produktion) vom Typ F 18 den bisherigen Bestand aufforsten soll. Trump muss beruhigt werden, denn Deutschland bezieht von Russland Gas und mache sich damit abhängig. Die F 18 ist außer den Stealth- Typen so ziemlich das Teuerste, was sich eine verteidigungsbewusste Nation antun kann, zumal gerade erst ein Jagdflugzeug mit Nato-Partnern entwickelt worden war. Die alte Tornado sei in die Jahre gekommen heißt es. Immerhin könne dieses Fluggerät eine Atombombe tragen! Bitte?

Erstens will die weitaus größte Mehrheit der Deutschen überhaupt keine Atombomben im eigenen Land und zweitens wäre es sinnvoller – wenn überhaupt – Kraniche zu dressieren und ihnen Atombomben auf den Rücken zu schnallen, als dies einem Tornado und seinem Piloten zuzumuten.

Nun soll das Maulen des großen Blonden mit dem zu großen Schuh endlich erhört und die Militärausgaben drastisch erhöht werden! Es wäre natürlich einfacher mit dem „potentiellen Feind“ gute Nachbarschaft zu pflegen, als ihn zu isolieren zu versuchen. Diesen Vorschlag kriegt der Philosoph nicht in Betonklötze, die ihren Kopf nicht zum Denken, sondern zum Haareschneiden benutzen. Weshalb haben die Russen nicht schon längst  Österreich besetzt? Die Frage drängt sich auf! Die in diesem Punkt intelligent handelnde Staatsführung beharrt auf ihrer Neutralität – wie übrigens die Schweiz auch! Wenn die USA auf einer naiven Macht- und Stärkedemonstration gegenüber den Russen beharren, sollen sie das gefälligst an ihrer Grenze zu Russland machen, anstatt die Bundesrepublik  Deutschland in dieses Machtgehampel miteinzubeziehen. Die USA neigen ja von jeher dazu, Konflikte außerhalb ihrer eigenen Landesgrenzen auszutragen, weil sie dort ihre eigenen Interessen ausleben. Jetzt schlagen die Auswirkungen solcher Einmischungen erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika auf sie selbst zurück. Millionen Fluchtwillige drohen, die USA zu überrenen. Sie kommen aus Südamerika, wo derzeit der Versuch unternommen wird, in Venezuela eine den USA willfährige Regierung zu etablieren. Der letzte Ausweg aus einer irren Situation stellt sich Trump in der Errichtung einer gigantischen Mauer vor. Um das durchzusetzen lässt er seine eigenen Bediensteten wiederholt unbezahlt „schmoren“. Im Grunde ein Erpressungsversuch, der im Senat kontrovers diskutiert wird.

Aber auch in der Führung der Bundesrepublik Deutschland scheint ein Sinneswandel bevorzustehen. Scheinbar ist das Bewusstsein des letzten Krieges mehr und mehr aus den Köpfen der Verantwortlichen verdrängt und durch das Wunschdenken ersetzt worden, dass die BRD inzwischen an der „Atommächtigkeit“ nach dem Motto: „wir sind wieder wer“,  partizipiert, anstatt den Amerikanern deutlich zu signalisieren, dass sich das friedliche Miteinander wesentlich kostengünstiger darstellt als das teure Aufrüsten. So blieb sehr viel Geld gespart, das für dringende Erneuerungen im Sozialwesen, Kultur (Bildung) Verwendung fände. Letztgenannte Erkenntnis würde auch die Geldbeutel der Supermächte schonen. Es gilt folgender Lehrsatz: Nicht die größte und gewaltigste Kriegsmaschinerie ist ausschlaggebend für die wahre Größe eines Staatsgebildes, sondern der Erkenntnisreichtum der an der jeweiligen Regierung beteiligten Köpfe, für ein weltweites friedliches Nebeneinander die Weichen zu stellen. Davon ist die Menschheit weiter entfernt denn je. Die Menschen müssen nicht vor Angst bibbernd darauf warten, dass ihnen ein Himmelskörper auf den Kopf fällt, sie schaffen sich in dem Fortgang selbst ab, wenn sie nicht endlich zur Vernunft kommen!

Prost! Austrinken!

Rät der alte Kunstmeister den ewig Zweifelnden zu!

Nicht lullen lassen! Aufwachen bevor es zu spät ist!

Die Sache mit den Jahresrückblicke(r)n


Es ist mal wieder so weit: das alte Jahr wechselt mit kurzem Knall ins Neujahr, ins frohe, mit guten Vorsätzen gespickte neue Jahr. Doch was sind schon gute Vorsätze, wenn die alten noch nicht aufgebraucht sind?

Auf Dreisat gab es noch rechtzeitig den „Thementag“, der Comedians und Kabarettisten im Licht der Öffentlichkeit glänzen ließ. In diesem Zusammenhang wurden Dieter Nuhr, Urban Priol und Herr Puffpaff mit ihren Jahresrückblicken präsentiert.

Nun hat ja das Individuum – sofern es denken und reflektieren kann – die Ereignisse im laufenden Kalenderjahr zur Kenntnis genommen, eingeschätzt und bewertet, Letzteres zumeist in Bezug zu sich selbst, seltener in Bezug auf die Gesellschaft (was schert es mich, wenn ein Esel in den Vorgarten meines Nachbarn kackt). Diese Einstellung ist hinzunehmen, auch wenn es schmerzt!

Und so verschieden sich das Individuum auf diesem Planeten durch das Leben wurstelt (nehmen Sie es ruhig einmal wörtlich), so bedienen auch die benannten Herren ihr Publikum. Dieter Nuhr als halber Kabarettist, halber Spaßmacher, bedient das „gesetzte“ Publikum nach dem Motto:“Was wird in Deutschland so viel rumgemosert! Es ging uns Deutschen noch nie so gut wie gerade jetzt. Der auf Lehramt getrimmte Spaßmacher tut gut daran, bei seinem Job zu bleiben, anstatt die Schüler mit Halbweisheiten zu füttern! Er moniert u.a., dass die CO- Messwerte in Oldenburg Alarm schlugen (die Richtwerte wurden überzogen), als quasi gar kein Auto fuhr, weil an diesem Tag ein Volkslauf organisiert war. Diese Meldung geisterte unlängst u.a.durch die sozialen Netzwerke. Wetterkunde und Physik waren offensichtlich keine Studienfächer des Kollegen Nuhr, denn sonst hätte er wissen müssen, dass sich Kohlenmonoxydwerte über einen längeren Zeitraum aufbauen (besonders dann, wenn in den Innenstädten kein Wind weht) und dass sich bei entsprechendem Luftdruck eine smogähnliche Blase bildet, welche die gemessenen Werte in die Höhe schnellen lässt. Dass in 1,95 Metern Höhe  gemessen wird, hat seinen Grund, denn wenn man in O,80 Metern Höhe misst, ergeben sich drastische Werte. Weshalb? Weil Kohlenmonoxyd schwerer ist als die Umgebungsluft und sich zuerst über Grund ansammelt. Kinder und Tiere bekommen immer zuerst etwas von den Zivilisationssegen ab. Aber uns geht es doch gut, wobei Nuhr  als Beispiel die Raucher anführt. „Die leben doch auch, wobei sie mit einer Zigarette so viel CO aufnehmen wie es die Höchstwerte in den Innenstädten in einem Jahr zulassen. Ganz Recht, Herr Lehrer, nur sollten Sie Ihrem Publikum sagen, dass die Raucher früher oder später an Krebs erkranken und Probleme mit ihren Herzkranzgefäßen und oder Raucherbeinen bekommen. Nikotin verengt die Gefäße, Herr Lehrer – alles klar?

„Hauptsache ist doch, dass das Publikum grölt, weil es Ihre Beiträge lustig findet – oder? Dafür werden Sie bezahlt! „Mecker nicht an allem herum, Hauptsache lustig!“ (Anmerkung des Verfassers)

Urban Priol bedient das intellektuelle Publikum, greift alles aus den Ereignissen heraus, die das verflossene Jahr bietet. Und das ist eine Menge. Wie kann man das auswendig  von sich geben? Zugegeben, er parodiert auch – mit Stimme und Gestik – gibt Personen des öffentlichen Lebens auch der Häme preis. Es hält sich jedoch oberhalb der Gürtellinie. Priol recherchiert seine Themenwelt gründlich. Wenn er etwas für „bekloppt hält, schlägt er sich fast selbst den Schädel ein, rundet auf der Bühne wie ein Brummkreisel. Das Publikum fragt sich, ob ein Rettungswagen gerufen werden muss oder nicht? Doch dann lacht es wieder und vergisst das Vorhaben. Im Gegensatz zu Nuhr liegt bei Priol der Verdacht nahe, dass er „links“ angesiedelt ist. Da stellt sich dem Unterzeichner die Frage: sind die Intellektuellen mehrheitlich links eingestellt? Die Künstler? Kann man dann noch objektiv sein? Muss man objektiv sein als Satiriker?

Die dritte Variante eines Jahresrückblicks liefert Sebastian Puffpaf, der seinem Namen alle Ehre macht! Das kann doch nur ein Pseudonym sein? Kein Mensch heißt Puffpaf. Oder doch? Er wäre um ein Haar Rechtswissenschaftler geworden, wenn er nicht rechtzeitig die Kurve genommen hätte und in Politik, Soziologie und Staatsrecht den Magister „gemacht“ hätte. Die Betrachter der politischen Szene mögen ihn von der ZDF Heute- Show kennen, die meistens freitags um 22 Uhr 30 beginnt und von Oliver Welke moderiert wird. Wenn Puffpaf von missratenen Kindern spricht, fragt er das Publikum:“Sie haben sicher solche Kinder nicht!“ „Oder doch?“ Es scheint mir wichtig, dass bei einer kabarettistischen Sitzung nicht unbedingt mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Es muss ja nicht bei jeder Pointe gepfiffen, geklatscht oder getrampelt werden. Zum Schluss verneigt sich der Protagonist sehr tief vor seinem Publikum und zwar in alle Richtungen. Leider nicht vor mir, denn ich saß zu der Zeit vor dem Fernsehapparat. Puffpaf, passen Sie auf, dass Sie nicht eines Tages ( trotz Kenntnissen in der Soziologie) vornüber kippen!

Das Neue Jahr ist angebrochen, liebe Leuts, lassen Sie es sich gutgehen und dabei nicht lullen (lassen)!

Denn noch sind wir! Dennoch sind wir!

Ihr alter Kunstmeister