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Kerniger Künstler mit kleinem Knall

GA-Serie (5) Seit gut 25 Jahren lebt und wirkt der Maler und Bildhauer Hartmut T. Reliwette in Idafehn (von Ole Cordsen)

IDAFEHN – Ob Hartmut T. Reliwette einen kleinen Knall hat? Getuschelt haben dies schon manche Leute, die ratlos vor seiner Kunst standen. Vor allem aber sorgte er für einen Knall bei seiner Ankunft in ldafehn-Nord. Genauer gesagt, ließ er es gleich zehnmal knallen. Hinter der Scheune seines frisch renovierten Hauses hatte Reliwette zehn Fernseher gestapelt. Und für die Auftakt-Aktion in seiner neuen Heimat zielte er mit einem großkalibrigen Revolver und schoss. Krachend zersplitterten die Mattscheiben und Bildröhren. Aus Furcht versteckten Schaulustige sich hinter Hausecken und Gebüschen. Das war damals, vor gut 25 Jahren.

„Stimmen (D)eines Herrn“ hatte Reliwette, nach eigener Auskunft ein Freund und Weggefährte des berühmten Aktionskünstlers Joseph Beuys, diese Aktion genannt. „Ich wollte symbolisch das leere Gebrabbel der Fernsehsender stummschießen, dem viel zu viele Menschen hörig waren und sind“, sagt er heute. Dann schiebt er seinen Hut aus der Stirn, schenkt im Wohnzimmer seines Hauses Kaffee ein und blickt auf das Vierteljahrhundert zurück, das er in Ostfriesland lebt. „Ich habe tolle Nachbarn. Wir nehmen und mögen uns, wie wir sind.“
Überbleibsel seiner oft politisch motivierten Aktionen tummeln sich unter dem Dach seines Hauses. Dort hat Reliwette ein Museum in eigener Sache eingerichtet. Scherben einer Terracotta—Rakete liegen darin. Die wollte Reliwette in den 80er Jahren in einem Osterfeuer festbrennen — als Protest gegen die geplante Stationierung amerikanischer Pershing II—Raketen in Deutschland während des Kalten Krieges. Auf einem Beistelltisch steht ein Kaffee-Service, das Reliwette modelliert hat. Der Zuckerstreuer ähnelt einer Handgranate, die Kanne ist dem Geschützturm eines Panzers nachempfunden. Dabei geht es Reliwette um das Gegenteil von Gewalt. „Ich kämpfe für den Frieden“, sagt er. Wenige Wimpernschläge später berichtet Reliwette von einem Besuch in der Kunsthalle in Emden, wo er vor kurzem war und den Slogan „Kunst mit allen Sinnen genießen“ entdeckte. „Dafür ist Kunst doch nicht da. Sie soll zum Denken anstoßen, aufrütteln, Inhalte vermitteln. Sie muss ihrer Zeit voraus und im Leben anwendbar sein. Sonst wird Kunst belanglos“, sagt der 66-Jährige.
Er selbst, der den Großteil‘ seines Lebens im Ruhrgebiet gelebt hat, arbeitete bis 1998 gut 20 Jahre lang in Gelsenkirchen als Kunst-Therapeut im Gefängnis und regte die Sträflinge über die Kunst zum  Nachdenken an. Der studierte Maler machte sich vor allem durch Performance-Kunst einen Namen und arbeitet heute vomehmlich als Bildhauer und Schriftsteller.
Nach Idafehn zog Reliwette, „weil ich nach einem Eklat bei einer Performance in Essen 198l einen geschützten Raum zum kreativen Schaffen gesucht habe“, Weil er als Kind die norddeutsche Küstenregion geliebt habe, sei er über Umwege nach Idafehn gelangt, wo ihn neben der Ruhe auch die netten Nachbarn überzeugten. Die Kontakte zur Künstlerszene im „Pott“ hält Reliwette telefonisch, „doch die engen Bindungen bleiben“, sagt er. Guten Kontakt habe er auch in Ostfriesland gefunden, etwa zu Autoren der Poetry-Slam-Szene. Die haben den Mann mit dem Knall ins Herz geschlossen und waren schon zu Gast auf der Bühne im Labyrinth hinter Reliwettes Haus, das er zu Ehren von Beuys aus Tausenden von Dornbüschen schuf.

Quelle: Generalanzeiger 27.März 2010

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Der Islam gehört – nicht – zu Deutschland

„Deutschland“ diskutiert, „Deutschland“ regt sich auf, wegen der hohen Zuwanderungsrate, wegen der Islamisierung des Abendlandes, wegen des „Aussterbens“ abendländischer Werte und und und….
Wen wundert es, dass die „Hutschnur“ platzt? Jeder wirft nach dem Anderen!
Womit? Mit Worthülsen! Auch die Bundeskanzlerin spricht mit einer Worthülse, die viele zu verstehen glauben, obschon sie nichts an Erkennt-nissen hergibt. Was heißt denn das im Klartext, der Islam gehört zu Deutschland?
Worin sind die Werte verankert, die dem westlichen Europa zugeschrieben werden? Reicht es, der Einfachheit halber auf die Verfassungen hinzuweisen, jene z.B. der Bundesrepublik Deutschland, welche bei der Staatsgründung 1949 auf die „neue Fahne gegossen“ und durch die Alliierten abgesegnet wurde?

Beziehen sich die Deutschen auf Vorgaben der Bibel, in welcher christliche Werte vermittelt werden? Wo steht in den zehn Geboten etwas von Gleichberechtigung? Auf welche Bibel wird überhaupt Bezug genommen?
Ist das Alte Testament gemeint. die etwa 3000 Jahre alte jüdische Bibel?
Ist das Neue Testament gemeint? Wo steht in den Testamenten, dass der
Mensch „Hexen“ verbrennen oder dass man dem „Teufel“ in einer exorzistischen Sitzung beikommen soll? Wo steht geschrieben, dass man im Namen Gottes Waffen segnet ?
Unsere abendländischen Werte mögen irgendwo von irgendwem erfunden oder aus welcher Stelle einer religiösen Botschaft auch immer abgeleitet
worden sein. Fest steht: die angesprochenen „Werte“ verbergen sich knallhart im BGB, im StGB, in der Strafprozessordnung und weiteren Gesetzestexten und ministeriellen Verordnungen.
Glückwunsch dem, der sie alle kennt!

All diese Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind auch
Ergebnisse ethischer Lehren unserer zahlreichen Philosophen, auf welche eine Minderheit der deutschen Bevölkerung stolz ist, während der überwiegende Teil der Bevölkerung kaum ihre Namen aussprechen kann, geschweige denn ihre Werke gelesen hat.
Die  angesprochenen Grundlagen greifen ferner auf Hinweise zurück, die in der Literatur zu finden sind, auf die Lehren des Humanismus. Es gab eine „Zeitepoche der Aufklärung“, genannt sei an dieser Stelle John Locke, ein Engländer. Die Geistesbewegung der „Aufklärung“ ging tatsächlich von England aus, führte über Frankreich und Belgien bis nach Deutschland. Einer der deutschen Vordenker war der Philosoph Immanuel Kant. Das Prinzip, welches der „Aufklärung“ zugrunde lag, ist das des kritischen Verstandes, eine Grundlage überhaupt, eine Urteilsbefähigung zu erlangen (Kritik der reinen Vernunft).
Letztlich wachen Juristen als Formulierer und Vollstrecker darüber, dass die oben beschriebenen Gesetze eingehalten werden, vom Justizvollzug als dritter Säule einmal abgesehen.

Die christlichen Religionen haben sich im Laufe der Jahrhunderte entsprechend angepasst, nachdem der katholische Klerus noch im späten Mittelalter unsägliches Leid über Teile vorwiegend der unbelesenen Bevölkerung gebracht hatte. Selbst ein Astronom wäre der Willkür der Inquisition zum Opfer geworden, wenn er seine Erkenntnis, dass der Planet Erde nicht Mittelpunkt des Sonnensystems ist, nicht widerrufen hätte.

Viele Menschen in der BRD und in Europa wissen um diese Dinge. Doch viele von uns geben sich auch mit einer Worthülse zufrieden. Sie glauben zu wissen, was gemeint ist.

In Deutschland wird nicht akzeptiert, dass eine Frau hinter einem Mann zurückstehen muss. Das gilt auch für die Ehe. Beide Geschlechter sind vor dem Gesetz gleich, haben gleiche Rechte und gleiche Pflichten. Wer das nicht akzeptiert, der gehört nicht in die BRD, weil der Staat die Gesetze bestimmt, nicht die Kirche.

Andere Probleme ergeben sich bei der Beschneidung im Genitalbereich bei  beiden Geschlechtern aus religiöser Vorgabe. Nach deutschen ethischen Vorstellungen sollte die Person nach Erreichen der Volljährigkeit selbst entscheiden dürfen, ob sie einem solchen Eingriff bei sich zustimmt.

Das „Schächten“ soll nach behördlichen Vorgaben auf Schlachthöfen vorgenommen werden, keinesfalls auf Hinterhöfen in Wohnsiedlungen.

Der Bau von Minaretten stößt bei der Bevölkerung auf Widerstand, nicht die Errichtung von Moscheen. Wenn Minarette erlaubt werden sollten, dann mit Muezzin und / oder Lautsprecheranlage?

Gesetze können schnell geändert werden. Davor haben viele Angst. Sobald der Bevölkerungsanteil der Muslime einen gewissen Umfang erreicht hat, könnten geltende Machtverhältnisse per Gesetz völlig legitim gekippt und sogar ins Gegenteil verkehrt werden.
Wer heutzutage kontrovers diskutiert, sollte seine Argumente weitsichtig anlegen, zumal überall auf der Welt bürgerkriegsähnliche Brände entstehen. Aufstände, Massenmorde und Vertreibungen werden in den meisten Fällen von „Machtmenschen“ religiös unterlegt (bejahend oder verneinend), wenn  es darum geht, ihr Handeln als rechtmäßig vor „der Welt“ darzustellen. Darauf sei zu achten, nicht auf integrierte muslimische Bürger, die ihren Glauben still ausleben und nicht wie die IS einen Gottesstaat errichten wollen.

Es gilt: Wer die Staatsräson anerkennt, erfährt die Zustimmung der Religionsfreiheit durch das Grundgesetz. Und dies, meine Damen und Herren Zeitgenossen, sei auch Anhängern der AfD in ihr Tagebuch geschrieben.

 

 

 

 

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Fehlende Weitsicht macht blind

Alt ist das Motto! Was kann ich als einzelner Mensch im politischen Alltagsleben an Situationen ändern, die mir Angst machen, meine Familie bedrohen?
Es wird weggeschaut, verdrängt, hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, geflüstert, eine bescheidene Meinung geäußert: „Wie denkst du?“ Angst geht um, das wird im Alltagsleben deutlich, Unsicherheiten machen sich bemerkbar, sie gelten dem Arbeitsplatz, dem Frieden in der Familie, der Situation mit den Flüchtlingen aus den vielen Krisenregionen. Neuerdings geht die Angst vor einem Krieg um, der seit vielen Jahren an vielen Orten der Welt geführt wird. Die deutschen Bürgerinnen und Bürger waren bislang nicht direkt betroffen.

Das deutsche Volk ist in die Europäische Union eingebettet. Ein Sprichwort besagt: „wie man sich bettet – so liegt man!“

Der unpolitische Bürger liegt bequem, stiehlt sich aus der Verantwortung: eine Sprachfloskel, die in jüngster Zeit umgeistert, ist: „Keine Ahnung“, und damit wird ein neuer Satz begonnen. Überall fangen – vor allem junge Menschen – jeden zweiten Satz mit „keine Ahnung“ an, um dann doch noch ein Statement anzufügen – im Glauben, dass man aufmerksame Zuhörer findet, wenn man dem Gedanken vorausschickt, dass er von jemandem entwickelt wird, der keine Ahnung hat.

Das Wahlalter wurde von 18 Jahren auf 16 herabgesetzt. Offensichtlich finden die Bewerber um Mandate die Anzahl der Stimmen wichtiger als ihre Qualität, denn der Waschmittelreklame der Parteien, die vor den Wahlen für den Umsatz der Papierindustrie sorgen, messen sogar inzwischen „Berufsignoranten“ keinerlei Bedeutung mehr bei.

Ein Wahlprogramm, das zukunftsträchtig bereits im Vorfeld alle zukünftigen Probleme mit den dazugehörigen Lösungsmechanismen anbietet, wurde bisher in Deutschland noch nicht angeboten. Also bedient sich der Bewerberapparat z.B. der „Volksparteien“ mit Aussagen wie:“Die Armen müssen reicher werden“ oder „Gerechtigkeit für alle!“ Empfehlenswert wäre auch ein Wahlslogan mit dem Inhalt: „Ein Fußball in jede Wohnstube!“

Was inzwischen weltweit aus dem Ruder läuft, ist mit der Erkenntnis zu beschreiben, dass es zur Mode wurde, aus einem großen Staat viele kleine zu machen, nachdem der mühselige Versuch gelungen ist, aus vielen kleineren Einheiten eine große zu gestalten.

Fehlende Weitsicht macht blind, und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass inzwischen die Mächtigen dieser Welt blindlings auf der Weltkarte herumstochern, um Veränderungen nach ihrem Kalkül herbeizuführen. Macht, Privilegien und Kapital sind seit Jahrtausenden die Weltplagen, welche die Menschen in die kriegerischen Auseinandersetzungen führten. Dabei ist das Kapital einer Gesellschaft die Summe aller Fähigkeiten, nicht das Geld (Zitat J.Beuys).

Zwei der größten Machtblöcke, Amerika und Russland, verstricken sich mehr und mehr in ein Machtgerangel, das sich auch in der Europäischen Union bemerkbar macht. Man sollte nicht danach fragen, wer von den beiden Machtblöcken mehr provoziert. Momentan ist es die Nato. Die EU lässt sich mehr und mehr auf die „politischen Vorgaben der USA“ ein. Der „Weltpolizist“ riss mit der Zugehörigkeit der europäischen Staaten zur Nato kriegerische Schauplätze auf der Welt auf und machte somit nicht nur die Bundesrepublik Deutschland zu unkritischen Mitläufern. Die Verweigerung der Bundesrepublik an einer kriegerischen Beteiligung gegen den Irak (Bundeskanzler Schröder) stellt sich heute im Nachhinein als weitsichtige Entscheidung dar.

Plötzlich lief es wie ein Fieberschock durch Ägypten und Syrien. Dabei war es kein „Frühling“, der den Beteiligten zartes Grün bescherte, sondern der Start zu Revolutionen und Revolten. Warnende Worte vom ehemaligen Auslandskorrespondenten, „Scholl-Latour“, der die Länder bereiste und über Insiderinformationen verfügte, wurden in den Wind geschlagen. Der Ruf des „Westens“ nach „Demokratie und Freiheit“ wurde von den Aufständigen auf Fahnen geschrieben, auch wenn der größte Teil der Betroffenen weder schreiben noch lesen konnte.

Der Aufstand auf dem Maidan-Platz, die Revolution der Ukrainer, fand im Westen auf fast solidarische Zustimmung, leider mit den Folgen, dass völlig unsinnige Referenden im Sinne einer stillen Revolution, die Entwicklung der politischen Entscheidungen völlig auf den Kopf stellten und schließlich zur Annektierung der Halbinsel Krim an das russische Staatsgebiet führten. Menschen sollten mit weitreichenden politischen Veränderungen mittels eines Referendums vorsichtig umgehen. (Ein Referendum ohne 2/3 Mehrheit ist überdies völlig unsinnig, wie es der „Brexit“ jetzt beweist).

Die Vorgänge in der Ukraine führten dazu, dass die baltischen Staaten, Estland, Lettland und Litauen um ihre Sicherheit fürchten in der Ahnung, auch noch von Russland vereinnahmt zu werden. Schon kommt die Nato wieder ins Spiel. Die Forderung nach deutscher Beteiligung wird laut. Selbst die Polen ergehen sich in Angst um die Sicherheit ihrer Grenzen, eine Hysterie unbeschreiblichen Ausmaßes macht sich breit. Zu Polen sei vorsichtiges Verständnis angemahnt, denn dieses Land ist bereits vor dem Zweiten Weltkrieg 5 mal geteilt worden, und Russland war hieran beteiligt.

Angeblich sprechen sich 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Handelsembargo gegen Russland aus und ebenso viele gegen das Säbelrasseln der Nato in den baltischen Staaten, wie es der Außenminister Steinmeier kürzlich formulierte. Und schon wurde er von Abgeordneten einer Volkspartei kritisiert. Mitlerweile lässt auch der Vizekanzler Gabriel mit Hinblick auf die Abgrenzung zur CDU solche Töne hören. Die Umfragewerte der SPD sind alles andere als berauschend.

Ein Volksbegehren mittels Unterschriften richtete sich gegen das von den USA eingebrachte Handelsabkommen TTIP, so dass selbst in den Entscheidungsgremien der EU Zweifel an der Art und Weise aufkamen, wie die Wirtschaftsmacht der USA mit ihren „Partnern“ umspringt zumal die Wenigsten über Kenntnisse des englisch/amerikanischen Wirtschaftsenglisch verfügen und die Verbreitung des Inhalts an Bürger und Medien von den USA unerwünscht war. Dies stellt eine typisch amerikanische Übergehensmethode der Bürger dar, die von kritisch eingestellten Menschen nicht hingenommen wurde.

Es wird allerhöchste Zeit, dass die Bunderepublik vertrauensfördernde Gespräche mit der russischen Führung aufnimmt. Es ist eine unsinnige Einstellung, man könne z.B. mit Präsident Putin keine verbindlichen Verträge abschließen. Ein Vertrag mit Russland könnte zum Inhalt haben, dass Russland die Grenzen Polens und die Selbständigkeit der baltischen Länder garantiert und die Nato aus den Gebieten verschwindet.

Feindschaft zu den USA muss nicht entwickelt werden, Kritik allerdings muss sich ein Staat, zumal er sich der Demokratie verschrieben hat, gefallen lassen. Größere Sorgen sollte der mündige Bürger sich wegen eines eventuellen Wahlsieges des Präsidentenanwärters Trump machen. Auf die Frage eines Journalisten während einer Wahlveranstaltung Trumps, wie er denn zum Ku- Klux- Klan stehe, antwortete dieser: „Ich kann nichts darüber sagen, ich kenne die Herren nicht!“

Hartmut T. Reliwette

Reaktionen (schriftliche) zu den hier veröffentlichten Beiträgen bitte an die jeweilige e-mail Adresse richten (wegen Datenschutz). Für diesen Beitrag gilt: post@reliwette.de

Dumme Sprüche

Sie haben es doch längst gemerkt, geben Sie es zu: Es kursieren zu viele Floskeln, Redensarten im Zeitgeschehen, vor allem in der Werbung. Der Beruf des Werbetexters ist eine Nachkriegserscheinung, ich mag ihnen nicht mehr zuhören – und folgen schon gar nicht! Erst kürzlich erreichte folgender Werbetext mein geschundenes Ohr: „SIE HUSTEN – WIR LÖSEN!“ Das klingt geradezu nach einer Zusammenarbeit zweier grundsätzlich verschiedener Disziplinen, dem Leidtragenden und der Pharmaindustrie. Wer springt jetzt  auf den fahrenden Zug? Ein Leidtragender und die Reinigungsanbieter? „SIE KOTZEN – WIR WISCHEN!“ Welch jämmerliche Literatur! Goethe, Schiller und Hölderlin drehen sich im Grab um.

Mich erreicht kaum eine Werbestrategie, weil ich zu keiner Zielgruppe gehöre – in meinem Alter! Einige Ausnahmen: Correga – Tabs, Hörgeräte, Inkontinenzbuxen, Sehhilfen, Treppenaufzüge! Ach ja – und SUV, Sonder-Universal – Vehikels. Wer nix mehr mitkriegt im Straßenverkehr, der muss höher sitzen! Das ist so, als wenn man sich die Augen zuhält und trotzdem nichts sieht!

Unfassbar, zum Totlachen! Aber noch sind wir! Da bleibt kein Auge trocken!

„WIR KOCHEN – SIE BRECHEN“ – einen schönen Gruß aus dem Dschungel – Camp in Australien! Was für eine Welt, in der wir leben!

Streng besehen, könnte man sagen: genau genommen!

Was ist die Botschaft der Sprücheklopfer, denen wir überall begegnen? Unaufgefordert drängen sie sich ins Bewusstsein der Menschen, „WIR PUPSEN LÖCHER IN DIE LUFT!“ Ich wiederhole mich: Totaler Schwachsinn! Löcher in den Schnee pinkeln – ja, aber mit welcher Handschrift?

Abgetrennte Barthaare für das  „BESTE IM MANN!“ –  und das schon seit dreißig Jahren! Die meisten leben doch schon gar nicht mehr!

Diese putative Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen! Das müsste doch das Bundesamt für nationale Sicherheit auf den Plan rufen, die Stasi!

Ein Nachbar machte seinerzeit von sich Reden. Es ist sechzig Jahre her: Er sagte, dass er sieben Brüder habe, die alle Richard heißen, außer Werner, der heißt Friedhelm!

Das ist genau das, was ich meine! Verstehen Sie? Bitte fragen Sie mich jetzt nicht, wo das steht! Die Quelle dieser Aussage ist unwiederbringlich verloren!

Das ist Galgenhumor ohne Galgen, jammern auf höchstem Niveau.

Und jetzt die Werbung wieder: Ich kaufe mir doch keine neue Hose, solange die alte noch nicht verschlissen ist. Außerdem trage ich keine zwei Hosen über einander. Ich bin doch kein Penner! Ich brauche auch keinen modernen Kleiderschrank! Ich trage keine Kleider! Und begehbar muss er schon gar nicht sein, ich gehe woanders spazieren! Ein Schuhschrank – ok: Darin bewahre ich mein Paar Schuhe auf, wenn ich sie nicht gerade trage! Das macht Sinn!

Das ist alles Unsinn? Haben Sie zwei Betten, in denen Sie nächtigen, zwei Herde zum Kochen, zwei Kühlschränke, zwei Gartenschläuche? Sehen Sie! Wir atmen alle die gleiche Luft! Brauchen Sie noch mehr Beweise?

Prost! Austrinken,rät der alte Kunstmeister!

Denn noch sind wir – oder besser: dennoch sind wir! Genießen Sie den milden Winter!

Selbstgespräche

Es war schon immer wichtig, eine eigene Meinung zu haben. Deshalb führe ich seit Jahrzehnten Selbstgespräche, nicht den ganzen Tag lang, sondern nur zu besonderen Anlässen. Ich muss dazu anmerken, dass ich keinen Diplom – Psychologen für meine Probleme in Anspruch nehme, weil ich über viele Jahre mit Therapeuten in einem Team in „Sachen Sozialtherapie“ zusammengearbeitet habe, der Schwerpunkt lag aber eher in der Bedeutung „zusammen gearbeitet“ habe. Ich gehe davon aus, dass Ihnen, liebe Leser, der Unterschied zwischen“zusammen gearbeitet“ und „zusammengearbeitet“ bekannt ist? Es ist nämlich möglich, dass – wenn man zusammen arbeitet (also z.B. in einem Raum) – durchaus gegen einander wirken kann. Das nur einmal zur Einläutung meiner Selbstexploration – nicht zu verwechseln mit „Selbstexplosion“.

Ich las in einer Fachzeitschrift (für was eigentlich?), dass Selbstgespräche ein Zeichen für hohe Intelligenz seien. Mir fiel auf, dass mir keiner widerspricht, wenn ich mich – mit mir selbst redend – auf ein heikles Thema einlasse. Was mir ein Therapeut in einer solchen Situation anmerken würde, weiß ich ja aus der jahrelangen Zusammenarbeit.

Meistens habe ich mich geärgert, wenn ich ein Selbstgespräch beginne. Ich sage niemals zu mir:“Hast du das eben gehört (oder gesehen) ? Ein intelligenter Mensch fragt nicht, sondern gibt sich gleich selbst die Antwort und wertet aus: „Arschloch!“ oder „nicht zu fassen!“

Ich hatte damals einen guten älteren Bekannten in der Nachbarschaft. Er hieß Gisbert, war frisch verheiratet und allmählich immer unglücklicher. Von meinem Balkon aus hörte ich seine Frau zetern, sehr laut, sehr schrill und sehr anhaltend.

Gisbert erzählte mir, dass er nach solchen Ereignissen in den Keller ging und Zettelchen schrieb, die er an die Wände seiner gemeinsamen Abstellkammer heftete. Unter anderem sei dort zu lesen – so berichtete er mir – “ ich bring die Alte um!“. Das blieb der Gemahlin nicht für immer verborgen. Eines Tages holte sie selbst die Kartoffeln aus dem Keller!

Diese Morddrohungen gab es jetzt schriftlich, was zunächst die Polizei, später die Staatsanwaltschaft auf den Plan rief. Gisbert trug es mir zu, wobei ich ihm ansah, dass er Beratung suchte.

„Ich hätte Dich warnen können“, entgegnete ich, denn Dein Vorgänger hatte ähnliche Probleme mit ihr. Der Vorgänger war ein Kollege von mir. Wir arbeiteten in der selben Dienststelle. Von daher wusste ich, dass er über zwei Vorderladerwaffen verfügte, zwei wunderschöne Duellpistollen, Kaliber 42, fünfschüssig, weil sie über eine Trommel verfügten, wie es eben bei Revolvern der Fall ist.

Das Dumme war, dass nur einschüssige Vorderladerwaffen erwerbscheinfrei sind, wobei die restlichen Kammern nicht dem Kaliber entsprechend aufgebohrt sind. Dumm war auch, dass die Frau davon wusste und dass mein Kollege keine „heimlichen Zettel“ verfasste, sondern seine Drohungen verbal zum Ausdruck brachte. Das rief schon damals zunächst die Polizei, später die Staatsanwaltschaft und noch später das Gericht auf den Plan.

Wie schon angedeutet, erschien Gisbert nach der Scheidung auf der Bildfläche und übernahm.

Ich machte mit mir selbst die Erfahrung, dass Selbstgespräche Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte dem Haushalt fernhalten. Auch wurde mir klar, dass stets die anderen die Idioten sind, niemals der zueigene Harvey im Ohr, der Verhaltensmaßregeln zuflüstert. Auch habe ich stets vermieden, mit Dachrinnen oder Balkonen Zwiesprache zu halten, um nicht unliebsam aufzufallen. Denn die Erahrung lehrte mich, dass sich die Menschen gegenseitig misstrauisch beäugen, was ja zur Einführung der Geheimdienste in die Gesellschaften führte.

„Traue niemandem über 3 und schon gar nicht dem eigenen Vater!“ So hat es der Sage nach ein lakonischer Krieger (Gegend in Griechenland) seinem Sohn eingetrichtert und ihm trotz seiner Versicherung: „Ich tu Dir nichts!“, die flache Seite seines Schwertes über den Kopf gezogen, um mit der schmerzlichen Erfahrung für Nachdruck seines Rates zu sorgen.

Wenn also jemand für menschliches Verhalten (im humanistischen Sinne) plädiert, gibt er den Umstehenden unter Umständen keinen guten Rat, denn jeder versteht unter“Menschlichkeit“ etwas anderes, zum Beispiel, wenn die Rettungsboote voll sind und einer mehr im Boot selbiges zum Sinken bringt!

„Wenn dir jemand die Vorfahrt nimmt, ist er zunächst einmal ein Arschloch“, sagt Harvey in mein Ohr, denn Harvey geht davon aus, dass der Fahrer das entweder mit Absicht oder aus Rücksichtslosigkeit gemacht hat. Kennen Sie den Unterschied? Harvey kämme niemals auf die Idee, dass es sich um einen blinden Fahrer handeln könne.

Wenn man sich erst einmal an die Quintessenz seiner Selbstgespräche gewöhnt hat, hört man sich immer öfter wie durch einen Schleier sagen „Neee, neee, neee!“ Daraus resultiert eine wichtige Erkenntnis: „Wundere dich nicht, sondern staune!“

Auch die Erkenntnis, wie Kuhscheiße auf ein Dach kommt, fällt wie Schuppen von den Haaren: es muss sich um eine Erderhöhung handeln aus einer Zeit vor Errichtung des Gebäudes“ Nee, denken Sie jetzt nicht ernsthaft darüber nach! Harvey versucht zuweilen, seine Träger in die Irre zu führen.

Prost! Austrinken!

Denken Sie immer daran:Niemals aufgeben, denn noch sind wir – oder aus einer anderen Perspektive: dennoch sind wir!

Ihr/Euer alter Kunstmeister

Wie kann man solche Gesetze erlassen?

Wir reden hier nicht über Volksbelustiger/Innen, die sich über Menstruationen auslassen oder nicht erigierte Glieder, wir reden einmal über schwachsinnige Gesetzesregelungen – ausschließlich um des Erhaltes von Arbeitsplätzen wegen. Zur Zeit ist es die GroKo, die wieder einmal die Glocken nicht hören, obschon unser Parlament in Berlin wirklich von Juristen nur so wimmelt. Die müssten den Schwachsinn nun wirklich enttarnen können, denn wer könnte es sonst – als der alte Kunstmeister himself! Übrigens, der hat es zwar ein Leben lang mit Juristen in den höchsten Positionen zu tun gehabt: drei Justizministern/In, Vorsitzenden der Strafvollstreckungskammer beim Landgericht Essen, bei der ich als Bewährungshelfer gelistet war, aber was sich im Bundestag in der Gesetzgebung tut, verschlägt mir die Sprache, aber nicht die Feder. Aus dem Justizvollzugsbeamten von einst ist ein hochqualifizierter Analyst der Jetztzeit geworden. Ich rede über das „Schwarzpulvergesetz!“

Man braucht Schwarzpulver z.B., um eine Vorderladerwaffe (l) in Funktion zu bringen, z.B. einschüssige oder mehrschüssige Revolver, Pistolen oder einschüssige Gewehre verschiedenen Kalibers. Es finden sich Liebhaber von Vorderladerwaffe(l)n in Schießvereinen zusammen oder private Nutzer auf umfriedeten Grundstück, um das Eigentum zu beschützen (oder das eigene Leben in der Notwehrsituation). An der Fabrikation solcher verschiedenen Modelle „hängen“ Arbeitsplätze.

Nun ist der Erwerb von Schwarzpulver an den entsprechenden Erwerbsschein gebunden. Der Erwerb einer Vorderladerwaffe allerdings nicht. Jeder darf sie kaufen, aber nicht transportieren! Mit dem Transport vom Waffengeschäft zum Heimatort ist das verhängnisvolle „Führen“ verbunden, dem Führen einer Waffel – äh – Waffe. Hat Mensch diese Berechtigung nicht, müsste er eine Person beauftragen, ihm diese Waffel nach Hause zu überführen, denn daheim darf das Objekt aufbewahrt und angewendet werden, wenn das zueigene Grundstück eingefriedet ist. Aber wie groß muss das Grundstück sein und wie hoch braucht es einer Einfriedung? Aus Stacheldraht oder Buschgewächs und in welcher Höhe?

Im Jagdgeschwätz äh – gesetz wird der Begriff der Einfriedung genau beschrieben.

Wie kommt ein Besitzer einer waffenbesitzkartenfreien einschüssigen Vorderladerwaffel an Schwarzpulver? Da gibt es mehrere Methoden. Die einfachste und unkomplizierteste ist, sich zu Silvester mehrere Bombarden zu besorgen, um den zahlreichen Abschusshülsen das Schwarzpulver zu entnehmen. Denn der Besitz von diesbezüglichem Sylvesterfeuerwerk ist ab 18 Jahren erlaubt. Es geht um die Erhaltung von Arbeitsplätzen in den pyrotechnischen Betrieben! Aha!

Die andere Methode ist, sich das Schwarzpulver selbst zuzubereiten oder schwarzpulverähnliche Substanzen herzustellen. Es ist etwas umständlich, Holzkohle zu zerspanen und die fehlenden Komponenten aus dem Handel zu besorgen. Auf diese Komponenten wird hier nicht eingegangen, es könnte Terroristen dazu dienen, sich Sprengmittel herzustellen. Auch die Kidies dollten hier keine Bauanleitung erhalten.

Der Grund, weshalb hier über Schwarzpulver und dessenen legitime b.z.w. nicht legitime Beschaffung gesprochen wird, ist, dass die Gesetzgebung Schlupflöcher offen lässt, die sie nicht in den Griff bekommt, ohne den Verlust von Arbeitsplätzen in Kauf zu nehmen.

Trotz allem ein Hinweis des alten Kunstmeisters: Wenn Ihr Euer Haus/Heim mit einer waffenerwerbsscheinfreien einschüssigen Vorderladerwaffel schützen wollt: achtet auf die Verhältnismäßigkeit im Sinne des Notwehrparagraphen, denn auch eine Vorderladerwaffe, die mit Schwarzpulver betrieben wird, ist lebensgefährlich, zumal das Kaliber jener Waffen mit etwa 9 mm beginnt und bei Kaliber etwa 54 aufhört, was einem Durchmesser einer Bleikugel von etwa 1,5 cm entspricht.

Um dem ganzen Hickhack zu entgehen, empfiehlt sich die Ausbildung zum Jäger, der zum Führen einer oder mehrerer Langwaffen und einer Kurzwaffel autorisiert wird, was die Gesetzgebung etwas entlastet, weil die Juristen im Bundestag auch nicht ganz genau wissen, wie sie mit diesem Problem umgehen sollen.

Der alte Kunstmeister empfiehlt wie immer:

Prost! Austrinken! Denn noch sind wir oder : dennoch sind wir!

Erkenntnisse – Bekanntes und Unbekanntes neu aufgewärmt

Zu Beginn eines Philosophiestudiums – oder einer individuellen Auseinandersetzung mit der Meta ta Physika, der Welt der Erscheinungen, mag zunächst geklärt sein: Was sind Erkenntnisse, woraus resultieren sie und wozu braucht Mensch sie? Kann auch behauptet werden, dass Erkenntnisse erforderlich sind, um eine Quintessenz aus einer Sache oder einem Zusammenhang zu ziehen? Sollen Erkenntnisse überhaupt im Leben anwendbar sein und wenn ja, wie kommt man an Erkenntnisse? Welche Formen von Erkenntnissen gibt es überhaupt? Gibt es Erkenntnisse, die alle Menschen teilen; müssen Erkenntnisse von allen Menschen geteilt werden, und wenn ja, wozu soll das von Nutzen sein? Und was bedeutet Nutzen überhaupt? Und da stellen wir uns mal dumm ( Die Feuerzangenbowle ) und sagen: „Da geht der Kolben rauf und runter (der Philosoph hakt sofort ein: „Oder hin und her! „), und das ist das Prinzip von der Dampfmaschin!“

Jetzt steht die halbe Menschheit sofort auf und fragt ganz offen:“ Was soll der Blödsinn, das lenkt doch nur vom Wesentlichen ab!“ Jaaa, Pustekuchen!“

Alle Unstimmigkeiten der Welt, alle kriegerischen Auseinandersetzungen erfolgen aus Mangel an Energie, Rohstoffen, Wasser, Platznot, Hunger und Mangel an Erkenntnissen. Eine der einfachsten und wirkungsvollsten Erkenntnisse ist, dass beim Pflanzen entweder das Grüne nach oben kommt, oder der Keim, dass die Erde aufgelockert und begossen wird, damit eine Saat, ein Steckling erst einmal „angeht“. Also dienen Erkenntnisse zunächst einmal dazu, die Menschen zu ernähren, zu kleiden und zu schützen.

Dieses Grundwissen haben wir von den Vorfahren , entweder aus Überlieferungen oder aus Lernerfahrung, aus unmittelbarer Belehrung.

Wie viele Menschen mussten sterben, um eine Erkenntnis der Allgemeinheit zu vermitteln, dass der Verzehr von Knollenblätterpilzen tödlich ist? Also resultieren Erkenntnisse auch aus dem Ausprobieren und Weiterentwickeln. Das erste Rad soll viereckig gewesen sein bzw. achteckig.

Aber es rollte schlecht! Die Erkenntnis der ungefederten Masse bei einem Rad/Wagen und dessen Trägheit kam viel später und auch die der Gravität als elementares Prinzip im Universum.

Man sollte Erkenntnisse über giftige Früchte, Pilze, Schlangen, Spinnen übrigens nicht den Theoretikern überlassen. Manches lässt sich schlecht berechnen. Also spielt die Lernerfahrung eine wichtige Rolle: Man kann auch aus den Fehlern anderer lernen!

Erkenntnisse dienen also auch dazu, um im Diesseits zurechtzukommen, das Leben für sich – einerseits und das Leben in der Gemeinschaft andererseits zu ermöglichen. Damit kommt ein weiterer Begriff in die Diskussion, der Begriff des sozialen Zusammenlebens, des Gemeinsinns oder der Fürsorge für Schwächere , Alte oder Kranke. Daraus entstand eine eigene Wissenschaft, die Soziologie, welche u.a. die Zusammenhänge in einer Gesellschaft erforscht.

Eine der wichtigsten subjektiven Erkenntnisse ist, dass „hinten“ nix rauskommt, wenn man „vorne“ nichts „reinpfeift“. Die Quintessenz dieser Beobachtung lieferte Bert Brecht mit dem Satz: „Vor der Moral kommt das Fressen!“

Erkenntnisse, die sich nicht auf das soziale Gemeinschaftsleben auswirken, bleiben subjektive Alleingänge wie zum Beispiel Erfindungen, die nur dazu dienen, erfunden zu werden, wobei eine spätere Anwendungsmöglichkeit zunächst keine Rolle spielen mag, bis jemand zur Erkenntnis kommt, dass man mit einer Erfindung neben allgemeinem Nutzen auch großen Schaden anrichten kann.

Das sind Zweit- oder Dritterkenntnisse, wobei sich stets eine weitere aus der vorherigen ergibt, nicht unbedingt im Sinne einer Weiterentwicklung, sondern auch im Sinne der Anwendung.

Damit stoßen wir auf eine dritte Kategorie von Erkenntnissen, der Morallehre oder der Religionen, von denen es unzählige gibt. Die Erkenntnisse aus religiösen Lehren ist zunächst der Glaube, der für sich steht und nicht unbedingt in seinen Lehren hinterfragt werden muss, wenn man sich auf schriftliche Überlieferungen beruft.

Wenn man diesen Beispielen folgt, kommt man zu der Erkenntnis, dass sich die Philosophie mit den Schlussfolgerungen von Erkenntnissen auf eine Gesellschaftsform und die Morallehre beschäftigt hat und zwar seit frühesten Aufzeichnungen.

Das persönliche Studium, Ergründen, Erforschen aller Disziplinen ist nicht möglich, dazu ist ein Menschenleben zu kurz. Deshalb ist es sinnvoll, dass sich die Kompetenzen in einer Gesellschaft aufteilen und Erkenntnisse zusammengefügt werden. Die Astronomen machen es uns vor. Sie teilen ihre Erkenntnisse bei ihren Forschungen und Entdeckungen. Sie versuchen, Erscheinungen nachzuweisen, die sie in Vermutungen und Überlegungen theoretisch aufgezeigt oder mathematisch errechnet haben.

Leider werden Erfindungen auch dazu benutzt, um Vorteile vor anderen Gesellschaften zu bewirken, in dem man sie anwendet, um Dinge des Alltags herzustellen, die wiederum Begehrlichkeiten bei jenen hervorrufen, die nicht unmittelbar an der Erfindung partizipieren. Im Grunde mutieren Erkenntnisse zu Rivalitäten zwischen verschiedenen Gesellschaften und Gesellschaftsformen. Die Menschen versuchen, diese Erfindungen durch Patente weltweit zu schützen. Leider konzentrieren sich Erfindungen u.a. auf Waffentechnik, womit viel Geld zu verdienen ist.

Es handelt sich um Erkenntnisse, um Geld damit zu verdienen, seltener, um die Menschen vor Katastrophen zu beschützen. Aktuell ist dieser „Erkenntniszustand“ weltweit zu beobachten. Wider besseren Wissens halten verschiedene Staaten am Wohlstandsprinzip fest und vernachlässigen Maßnahmen, um z.B. die drohende Klimaerwärmung abzuwenden.

Der Größte, Stärkste ist nicht unbedingt der Erkenntnisreichste! Eine Erkenntnis, die nicht nur mich betroffen macht!

Prost! Austrinken!

Rät der alte Kunstmeister

Fantastisch, Greta Thunberg und Klima-Aktivisten!

Ich schreibe in eigener Sache, zum Thema Klimaerwärmung, Vermüllung der Meere und ganzer Landstriche. Ich nehme eine ablehnende Haltung ein, wenn ich aus den Medien erfahre, dass man Orang Utans aus den Bäumen jagt, weil z.B. in Brasilien in Unmengen an Tropenhölzern legal oder illegal „geerntet“ werden, damit sich europäische Hausbesitzer ihre Veranden mit Fußbodenbelägen aus eben diesem Rohstoff ausstatten, weil er hart und regenfest ist. Das Gütesiegel „aus forstwirtschaftlichem An – bzw. Abbau hergestellt“ mag nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Land wie Brasilien am Wirtschaftszuwachs profitieren will.

Wie könnte der Vernichtung des Regenwaldes entgegengewirkt werden? Die Industrienationen könnten Billionen an Dollar aufbringen und das Geld an die Erhaltung des Regenwaldes binden. Könnte „man“! Dann kotrollierte ein Heer von Rangern den Regenwald.

Seit 1969 stelle ich in meinen Gemälden und plastischen Arbeiten aus Ton, Holz und Metall sowie Performances futuristische Szenarien in den Mittelpunkt meiner Arbeit. Es ist nachvollziehbar, dass derartige „Unkenrufe“ wie zum Beispiel der Supergau eines Atomreaktors verständnisloses Kopfschüttel bei den Galerie – und Museumsbesuchern hervorrief, denn von einer Erderwärmung oder Trockenperioden, wie wir sie jetzt in Australien erleben, war noch nichts zu spüren. Die Presse nannte meine Bilder „futuristische Visionen des Grauens“. Heute muss ich sagen, dass Greta Thunberg in wenigen Monaten mehr bewirkt hat als ich in 50 Jahren harter Schaffens – und Ausstellungsarbeit.

Ich entsinne mich gerne der Zeit um Petra Kelly und General Bastian (die GRÜNEN ), an Joseph Beuys, der für die GRÜNEN im Landtag von NRW kandidierte. Ein Dorn im Auge ist mir bis heute ein gewisser Otto Schily, der zunächst als Rechtsanwalt unter anderem die Terroristin Gudrun Ensslin verteidigte, später in die Partei der GRÜNEN eintrat und später zur SPD wechselte, schließlich zum Bundesinnenminister avancierte.

Als junger Beamter des Justizvollzuges habe ich ihm mehrmals die Außenpforte zum Hafthaus der JVA Essen geöffnet, wenn er Einlass begehrte, um Gudrun Ensslin zu besuchen, die seinerzeit im dortigen Frauenblock in Untersuchungshaft einsaß.. Mir fielen seine eiskalten Augen auf, wenn er sein Anliegen vortrug.

Seine „Karrierre“ ist für mich zum Sinnbild der Menschen mit zueigenem „Karrierestreben“ geworden, das sich über vieles hinwegsetzt, z.B. die Erhaltung des lebenswerten Raumes auf diesem Planeten, im Meer, auf der Erde, in der Atmosphäre.

Rückblickend kann ich sagen, dass Joseph Beuys und andere Künstler und Autoren die Inhalte des neuen Kunstbegriffes (“ jeder Mensch kann ein Künstler sein“) hin zu einer gesellschaftspolitisch wirksamen Ausrichtung entwickelten, genau das Richtige taten. ( Kunst und Literatur für den Verstand, reine Ton – Musik für die Seele, fürs Gemüt! Daneben gibt es auch „literarische“ Musik, die entsprechende Texte und damit Inhalte vermittelt).

Der Urwald in Australien brennt, der Boden hat seit Jahren keinen Tropfen Wasser mehr bekommen, quadratkilometergroße Flächen in Kalifornien brennen, die Polkappen schmelzen, die Gletscher in den Alpen verschwinden. Längst ist der Ausspruch :“wir werden nasse Füße bekommen“ , eine Untertreibung. Im Gegensatz zur Verkarstung ganzer Länder (zum Beispiel in Afrika) werden andere von Überschwemmungen und Sturzfluten heimgesucht.

Und so, wie mir in den späten 80er Jahren als unbequemer „Spökenkieker“ mit Ungläubigkeit begegnet wurde, begegnen heute viele Menschen den erwiesenen Tatsachen skeptisch. Ein Drittel der Deutschen glaubt noch heute nicht an die Gefahr der Klimaerwärmung, obschon tausende Wissenschaftler aus allen Ländern mit Fakten an die Öffentlichkeit treten.

Stattdessen reden Stimmen von wirtschaftlichen Interessen Gretas und gewissen „Hinterleuten“, die sie vorschieben, spinnen Verschwörungstheorien über eine „mongolide Persönlichkeit“. Es ist unfassbar, auf welche Ideen tumbe Personen kommen, um die tapfere Sechzehnjährige in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen, eine Persönlichkeit, die fließend englisch spricht und gerade erst einen ausgelobten Umweltpreis in Höhe von 50.000 Euro ausgeschlagen hat.

Und dann gibt es noch Kräfte in einer Partei in Deutschland, die , wenn sie an die Regierung kommt, die fossil betriebenen Kraftwerke wieder in Betrieb nehmen will, anstatt sich für nachhaltige Technologien zu kümmern, deren Umsetzung Arbeitskräfte bindet. Während unsere Automobilbauer die Zeit verschlafen haben, zeigt ihnen Tesla in Brandenburg wie es gemacht wird.

Bravo Greta Thunberg, bravo Klima- und Umweltaktivisten! Zeigt den ewig Gestrigen, wo „der Hammer“ hängt, aber immer gewaltfrei und zielorientiert. Ich laufe gerne in Euren Reihen mit!

Den Segen des alten Kunstmeisters habt ihr!

Prost! Austrinken, denn noch sind wir oder besser: dennoch sind wir!

Auf ein Wort, GroKo!

Der Lohnsteuerbescheid 2019 ist da! Neugierig öffnet meine liebe Gattin den Umschlag. Absender ist das Finanzamt Leer.

Was ist in dem Kuvert? Der Einkommenssteuerbescheid. Steuerberater und Finanzamt weisen sich gegenseitig die Schuld zu – weil zwar im Frühjahr die Erklärung abgegeben wurde, aber mittlerweile haben wir Ende November.

Aha! 750.-. Euro Steuernachzahlung werden fällig. Macht ja nichts, wir sind beide Rentner bzw, ein Rentner und ein Pensionär.

Ich forsche im Internet: heißt das nun regressive Lohnerhöhung? Nein, kalte Progression heißt das Zauberwort des Fananzmagiers in Berlin mit Namen Scholz. Aber alleine hat er das doch nicht hingekriegt, oder? ICH ENTSINNE MICH, das kommt gelegentlich vor im rüstigen Rentenalter von 76 Lenzen.

Da war doch irgend etwas mit der GroKo? Ich entsinne mich auch, dass meiner Frau im laufenden Kalenderjahr ein paar Euro Rentenerhöhung zuteil wurden.. Das geschieht in der Absicht, der jährlichen Inflationsrate entgegenzuwirken. Ach ja, und die pensionierten Beamten haben ja an der Lohnerhöhung partizipiert, welche die Kollegen von der Müllabfuhr (öffentlicher Dienst) für die Beamten erstreikten. Merke: Wenn der Müll zum Himmel stinkt, neigt man in den entsprechenden Gremien zur Zustimmung einer Forderung. Das ist bekannt.

Beim Betrachten des Einkommenssteuerbescheides mit den vielen, vielen Zahlen fällt auf, dass zum Jahresbeginn eine Steuerforderung festgesetzt wurde, die offensichtlich nicht das ganze Jahr gehalten hat, was sie in Aussicht stellte, zumal die Steuerpflichtigen alle drei Monate einen entsprechenden Teilbetrag davon an das Finanzamt entrichten – mittels LASTSCHRIFTVERFAHREN versteht sich, damit sich das Finanzamt bedienen kann wann immer es will (und muss?)

Der Zahlensalat auf dem Bescheid erweist sich als äußerst verwirrend, ja verschleiernd, denn anstelle von festen Zahlenwerten, welche die Gesamtforderung – vorher – nachher ausweisen, muss der gequälte Steuerzahler selbst ausrechnen , um wie viel die tatsächliche zum Jahresbeginn festgesetzte Gesamtforderung der zum Jahresende festgesetzten Forderung hinterherhinkt. Vor allem fehlt es an Aufklärung, woraus sich die neue Forderung ergibt.

Da könnte zum Beispiel stehen, dass im vorliegenden Fall eine erhöhte Steuer in Ansatz gebracht wurde, die sich aus der Rentenerhöhung am ,,,,, ergibt. Und selbst, wenn eine Rentenerhöhung erst im Juli erfolgte, wird die Erhöhung des Einkommens und damit die Steuerberechnung auf das ganze Jahr bezogen, gerade so, als haben die rüstigen Rentner bereits in den Monaten davor mehr Geld auf dem Konto gehabt. Jedenfalls geht aus dem Steuerbescheid nicht hervor, wie viele Steuern auf die jeweiligen Monate entfallen, wie es eine Bank bei den Zinsen ausweist.

Langsam wird mir klar, weshalb gewisse Bürger die Steuerbehörden als moderne Raubritter bezeichnen.

Nun zu meinem Anliegen, Herrn Scholz und Co von der GroKo betreffend: Ich habe nachgeschaut, wie viele Wahlberechtigte in Deutschland infrage kommen, wenn es bei der nächsten Bundestagswahl ums Hauen und Stechen geht. Es sind ca. 62 Millionen Wahlberechtigte zu berücksichtigen. Davon entfallen 21 Millionen Stimmen auf Rentner! Das sind in etwa ein Drittel. Geht man davon aus, dass nur 60 Prozent der Wahlberechtigten tatsächlich wählen, dann haben wir es nur noch mit 38 Millionen Wählern zu tun. Die Rentner scheinen stinksauer zu sein, wenn man der BILD von heute Glauben schenkt. 21 Millionen wütende Rentner von 36 Millionen Wahlberechtigten zeichnen ein düsteres Bild für die GroKo ab, die sich gerade erst wieder mühsam zusammengerauft hat. Dabei wurde erst vor kurzem über die Medien verbreitet: zu kalten Progressionen solle es nicht kommen.

Selbst wenn eine Million der 21 Millionen Rentner zwischenzeitlich an Alzheimer erkranken sollten und sich infolge dessen nicht mehr an die Steuerpleite erinnern können, bleiben noch ca. 20 Millionen übrig, die der Groko das Wahlergebnis für die kommende Bundestagswahl tüchtig vermiesen werden. Und an der Pleite wird die SPD mächtig teilhaben.

Das ist kein prophetisch bedingter Aspekt, sondern ein Versprechen! Weshalb sonst informiert Mensch die Zustände in der BRD über einen Blog?

Prost! Austrinken!

Empfiehlt der alte Kunstmeister

Einfach mal die Fresse halten und weiter so?

Jedesmal, wenn Dieter Nuhr zur besten Sendezeit Umwelt – und  Klimaaktivisten schmähen darf, wird sich der alte Kunstmeister zu Wort und Schrift melden. Andere Kabarettisten wie Hagen Rether, Urban Priol, Wilfried Schmickler, Volker Pispers oder Georg Schramm haben oder hatten es nicht so leicht, die besten Sendezeiten bei den deutschen öffentlichen Sendern zu bekommen. Das kritische Kabarett wurde zwar toleriert, aber zumeist in die späten Abendstunden verlegt, so dass bei mir der Eindruck entstand, dass gesellschaftskritische Töne am besten zur Schlafenszeit serviert werden, wenn die Arbeitnehmerschaft die Betten aufsucht. Es erinnert mich an die Empfehlung: „Lieb Vaterland magst ruhig sein!“

Und in eben dieses Horn stößt der Komödiant Dieter Nuhr mit seiner Empfehlung an die Kritiker allen Übels mit seinem zornigen Ausspruch: „Einfach mal die Fresse halten!“ Er mag sich nicht wundern, wenn diese Empfehlung an den Absender zurückgeworfen wird.

Seiner Empfehlung an die Klimaaktivisten, sich auf den Platz des himmlischen Friedens in Peking zu begeben, um zu demonstrieren, somit  zu belehren (denn hier könne man sich ja die Freiheit nehmen, solches Tun in der Öffentlichkeit zu praktizieren), muss entgegengehalten werden, dass jeder vor der eigenen Haustür zu kehren habe.

Vom deutschen Staatsgebiet ist in der Vergangenheit viel Leid über die Völker gebracht worden, es ist an der Zeit, dass von Deutschland aus positive Gedanken und Ideen in die Welt gehen. Es ist an der Zeit für die Deutschen, eine Vorreiterfunktion zu übernehmen. Statt dessen versuchen uns tumbe Personen einzureden, dass aufgerechnet werden soll: Wenn „die“ nicht – weshalb denn ausgerechnet wir? Es läuft doch alles bestens?

Ich empfehler dem Nuhr, dass er mal an der Stelle im Meer baden geht, wo sich angestrandete Plastiktütenberge und anderer Zivilisationsmüll dermaßen konzentrieren,  dass er über das Wasser laufen kann wie Jesus seinerzeit.

Nichts ist gut auf dieser Welt der Menschen, Dieter Nuhr, es besteht dringender Handlungsbedarf, daran etwas zu ändern.

Nicht „einfach mal die Fresse halten“, sondern aufzeigen und Verbesserungsvorschläge machen z.B. der deutschen Autoindustrie, welche die Zeit gründlich verpennt hat. Während die Japaner schon seit Jahren Autos mit Wasserstoff –  Brennzellentechnik herstellen, ebenso ein südkoreanischer Automobilhersteller, haben es in Deutschland einige Autobusse und Nahverkehrszüge aufs „Treppchen“ geschafft. Mercedes veröffetlicht seine eigene Pleite mit der Aussage, die Wasserstoff-Brennzellentechnik in PkW sei technisch kaum lösbar und käme wie ein Bumerang auf den Hersteller zurück. Irgendwelche Tumben stellen die Behauptung in sozialen Netzwerken auf, kein Land der Erde würde so einen „Mist“ wie die Solarzellentechnik forcieren. Der Blick in die USA belehrt solche Unwissenden eines Besseren. Bei den Amerikanern ist nur die Hälfte dumm, genau wie bei uns, den Engländern, den Israelis, den Ungarn, eigentlich der Weltbevölkerung. Dumme Menschen haben keine eigenen gewachsenen Erkenntnisse. Sie haben es nicht gelernt zu denken. Zum Erlernen der Denkfähigkeit sind die Schulen da, als erstem Arbeitsplatz im Leben eines Menschen. Anstatt das Denken zu vermitteln, werden die Schüler zum Auswendiglernen „erzogen“. Sie werden an die Bedürfnisse der Wirtschaft, des Systems adaptiert. Hat einer von diesen Schülern das blöde Spielchen durchschaut, muss er sich von einem Dieter Nuhr sagen lassen, dass er „einfach mal die Fresse halten soll. Was soll das Gefasel von der Freiheit? Der Mensch ist nicht frei! Die Menschen sind auf einander angewiesen. Wenn einer aufsteht und etwas sagt, was gegen den Mainstream gerichtet ist, bedeutet das nicht, dass der Betreffende frei ist. Er  (steht jetzt nachfolgend für „der Mensch“) darf das in der BRD, weil ihm das durch das Grundgesetz zugestanden wird. Er darf seine Meinung frei äußern, ist aber deshalb noch lange nicht frei. Er darf aber das Lesen der Bildzeitung verweigern. Er muss die Kommentare der Öffentlich – Rechtlichen Sendeanstalten nicht auswendig lernen. Aber er muss arbeiten, um später eine Rente zu beziehen. Er darf nicht einfach in den Wald gehen und sich am Wild bedienen – außer – er ist Jäger! Er muss Steuern bezahlen – muss! Das Prinzip der Freiwilligkeit funktioniert an dieser Stelle nicht. Wenn er Lebensmittel einkauft oder Kleidung, muss er Steuern bezahlen. Der Mensch ist nicht frei. Das Leben in völliger Freiheit funktioniert in einer Gesellschaft nicht. In einer demokratischen Gesellschaft darf der einzelne Mensch wählen gehen. Das sollte voraussetzen, dass er gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen und Tendenzen auf die Zukunft berechnen kann. Das können die Wenigsten. Sie, Kollege Nuhr, können das auch nicht, das wird aus Teilen ihres Programmes ersichtlich. Noch etwas zum Schluss: Wer den Bekanntheitsgrad der jungen Greta Thunberg (Klicks) mit den Klicks vergleicht, die einem jungen Erfinder auf den Internetforen zugedacht werden, der hat nicht begriffen, dass sowohl Umweltpolitik als auch entsprechende Erfindungen, sich nicht gegenseitig ausschließen, sie konkurrieren nicht mit einander. Dieses Denken ist in der heutigen Gesellschaft kaum vorstellbar, weil wir von Kindesbeinen an nach dem Belohnungsgedanken handeln. Um ein krasses Beispiel zu benennen: Karl Puprecht, (dreijährig) hat einen stattlichen Haufen ins Töpfchen abgehen lassen. Jetzt strahlt er und klatscht in die Hände: „Talli hat Kacki macht!“ Und dann kommt die Belohnung, oft ein Lutscher oder ein Haribo…….

Na, wenn das nicht zum Nachdenken anregt – oder?

Prost! Austrinken, rät der alte Kunstmeister mit einem Augenzwinkern

Dieter Nuhr – was macht er nur?

Ja, er tönt wieder, der Komiker, der kein echter Kabarettist sein will (und kann). Vor Jahren ulkte er über Krötentunnel,  denen man am besten Beleuchtung zuteil werden lasse. Er ulkte über ausgestorbene Saurier. „Wenn eine Kurve kommt, kann man auch nicht geradeaus fahren“. Jetzt treibt er seine Blödeleien auf die Spitze und stellt die kühne Behauptung auf, dass kein Grund zum Meckern ist  bei  steigendem Wohlstand für siebeneinhalb Milliarden Menschen. Wahrscheinlich hat er den Jemen gemeint, wo der Reichtum den Kindern aus den Augen fließt, oder meint er vielleicht die Krisengebiete in Afrika, die Kriegsgebiete in Syrien und Afghanistan. Wenn jemand ein Smartphone vor sich her trägt, muss er noch lange nicht unter steigendem Wohlstand leiden.

Wenn Deine Säle sich langsam leeren, lieber Dieter Nuhr, dann hast Du den Hype verpasst, der die Chance in sich trägt, dass wir in dreißig Jahren keine nassen Haare kriegen, weil das Wasser über uns  zusammenschwappt und es die Strohalme zum Luftholen nicht mehr in den verbleibenden trockenen Einkaufszentren auf den deutschen Mittelgebirgen zu kaufen gibt. Denn die Plastikhalme sind verboten und jene aus Stroh wird es nicht mehr geben, weil Landwirtschaft unter Wasser ein Novum ist. Daran müssten sich die Landwirte erst gewöhnen. Der Umstieg auf Garnelenzucht verspricht keine Gewinne, weil wir Garnelen schon längst importieren. So preiswert kann kein deutscher Landmann produzieren, wenn er eine Garnele aus dem Hut zaubert.

Entweder haben die einen Recht oder die anderen. Mit Klamauk und doofen unreflektierten Behauptungen wird man dieser Tage nicht mehr Gnade beim Publikum finden. Beim Sender übrigens auch nicht, denn Sender wollen Werbung verkaufen, sogar die öffentlich rechtlichen – äh – Sender. Also pochen die noch immer auf funktionierende Einschaltquoten – trotz des Rundfunkbeirats, oder gerade deswegen.

Dich unter der Rubrik „Kultur“ unterzubringen ist eine Klatsche ins Gesicht jedes  Bildenden Künstlers oder Autors, der sich für den Erhalt des Planeten und die Nachwelt einsetzt. Übrigens tun das Bildende Künstler und Schriftsteller nicht erst seit Greta Thunberg (siehe Joseph Beuys und die  Free International University ), mit deren Gründung er . Weltruhm erlangte. Vielmehr haben viele Menschen die Vorarbeit geleistet.

Aber ich möchte Dir ein Geheimnis verraten. Auch Entwicklungsingenieure brauchen trockene Arbeitsplätze, wenn der Meeresspiegel in diesem Fortgang menschlichen Untuns (hört! Hört!) um drei bis  vier  Meter steigt und man vergessen hat, die Deiche entsprechend vorzubereiten Übrigens, während Du Deine mehr oder weniger  faulen Sprüche in gut besetzte Säle entlässt, hat der Unterzeichner den aussitzenden Kanzler der Wiedervereinigung auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Deichkronen um sechs Meter zu erhöhen und das Deichmaterial (grünbewachsener Sand) gegen Deiche aus großen Steinquadern auszutauschen. Die Reaktion des weisen Herrn: „Wir werden die Anregung in das Parteiprogramm aufnehmen“.

Ins Parteiprogramm ist nicht einmal die Einführung der Eurowährung aufgenommen worden – aus Zeitgründen, versteht sich..

Aber wir wollen nicht abschweifen. Ich spreche von Unterlassungssünden und von der Behauptung,  dass steigender Wohlstand  siebeneinhalb Milliarden Menschen zuteil wird.

Die Frage sei erlaubt, wo Du Dich die letzten  zwanzig Jahre aufgehalten hast? Im Tuka Tuka – Land? Bleiben wir in Deutschland: Unterhältst Du Dich gelegentlich mit Rentnern? Die meisten von ihnen können vor Wohlstand nicht mehr laufen – oder? Schon mal etwas von Kinderarmut in Deutschland gehört? Ich glaube schon, aber das kann man nicht lustig rüberbringen, ebenso wenig wie die „Tafeln“, die bedürftige Menschen mit dem Nötigsten versorgen, Nahrungsmitteln mit abgelaufenen oder fast abgelaufenen  Verfallsdaten, die im Supermarkt keine Käufer finden. Und an dieser Stelle werde auch ich kritisch: Im nächsten Krieg essen die Menschen noch ganz andere Sachen, die ich an dieser Stelle aus Höflichkeit nicht benennen möchte.

Wissen Sie was? Der Hype um die kleine Greta kann gar nicht groß genug sein. Der Hype um Sie nicht klein genug.

Gott sei es getrommelt und gepfiffen, dass Sie Ihre Erkenntnisse aus dem Studium „auf“ Lehramt nicht bei den Kindern umgesetzt haben. Ich vermute, dass das eine mittlere Katastrophe geworden wäre.

Ich sag mal so: Setzen fünf!

Der alte Kunstmeister wünscht allen einen angenehmen Tagesverlauf und schließt wie immer:

Prost! Austrinken! Denn noch sind wir – oder anders: Dennoch sind wir!

Himmel! Was für Zeitgenossen

Massenhysterie oder massiver Grund zur Besorgnis? Die Menschen sind gespalten: Die einen verteufeln die kleine Klimaaktivistin Greta Thunberg, die anderen erheben sie zur Ikone. Ein nicht zu übersehender Teil der „Klimagegner“ ergeht sich in Verschwörungstheorien, Greta sei von der Regierung angestachelt oder sogar angeworben, damit eine CO2-Steuer erhoben werden kann – oder: hinter Greta verbergen sich steinreiche Unternehmer, die auf diese Weise ihren Reichtum mehren. Das geht hin bis zur Behauptung, auf der Rückreise habe sie ein Flugzeugträger samt Begleitschiffen eskortiert. Sogar ein U–Boot habe sich in der Nähe befunden. Die Kosten für dieses „Begleitcatering“ wurden mit mehrstelligen Millionen beziffert. Jawohl, ihr Skeptiker, es ist ein Gerücht, dass die Polkappen schmelzen. Gletscher haben ja schon immer „gekalbt“. Dass sich in den Alpen die Gletscher auflösen und sich mehr und mehr zurückziehen, muss als bösartige Propaganda der Hysteriker betrachtet werden. Außerdem spinnen die Wissenschaftler bis auf einen, der gesagt haben soll, dass die Thunberg „kalbsgesichtig“ sei. Ein anderer Skeptiker geht noch höher: „mondgesichtig“.

Besonders schwer scheint es die SUV-Fahrer zu erwischen, besonders wenn ihr Fahrzeug sich etwas „zusammendieselt“.

Es ist eher so, dass sich die Germanen, also Kimbern und Teutonen – oder waren es die Ostgoten – -zu „Kutschbockfahrern“ entwickelten, nachdem sie das Rad von den Römern abgekupfert hatten. Aus den Kutschbockfahrern wurden dann letztendlich die SUV–Liebhaber, die gerne etwas höher sitzen und weit voraus blicken möchten – über die Dächer der Vorderleute hinweg. Leider wird daraus nun nichts, denn der erhoffte Weitblick endet vor der Ladetür eines 35 Tonners oder einem Zeitgenossen, der ebenfalls einen SUV benutzt. Auch hier gilt der Leitsatz: „Alle Affen äffen allen Affen alles nach!“

Dem Überblick oder sogar dem Weitblick der Menschen stellen sich also die schlagkräftigen Argumente der „Klimagegner“ entgegen. Ja, das Klima hat sich erwärmt, das stimme schon, allerdings habe es sich schon immer erwärmt. Frau von Storch (AfD) glaubt zu wissen, dass es an der Sonne liege. Und nun tutet auch noch unser aller Dieter Nuhr ins selbe Horn, aber auf seine stammtischwitzige Weise. Er hält von Greta absolut nichts. Ich kann Herrn Nuhr noch zurufen: „Gut, dass Sie kein Lehrer geworden sind!“

Dann erreiche ich die Fernbedienung und tätige einen Switch. Es wird auch allerhöchste Zeit, diese „Brabbelschnute“ zugunsten von „Love Island“ abzulösen. Die jungen Damen sehen auch viel besser aus als der Nuhr.

Chapeau, junge Lady, Du hast in wenigen Monaten mehr erreicht als der alte Kunstmeister in 76 Jahren, wobei ich die ersten 20 Jahre als Orientierungsphase hinnehmen musste. Aber auch mehr als Joseph Beuys, die Kunstikone, welche das Denken in die Kunst einbrachte.

Sein Leitsatz an alle Studierenden seiner Klasse: „Wer nicht denken will, fliegt (raus)!“

Oje, wenn man das auf unsere 80 Millionen Bundesbürger hochrechnet! Das gäbe Platz ohne Ende! Viele Wohnungen ständen leer, was sich günstig auf die Mietpreise auswirken könnte.

Statt Aussicht auf Einsicht zu genießen muss das gequälte Denkvolk Typen wie Johnson und seinen Gönner Trump hinnehmen.

Während die Zeugen Jehovas glauben, Satan oder der Teufel nehme Einfluss auf verschiedene Charaktere, glaube ich als alter Kunstmeister, dass es Personen gibt, in welche der Teufel wohl gefahren sein könnte; aber Bosheit, Lüge und Betrug sind charakterliche Schwächen, in die einer flüchtet, der ohne Rückgrat geboren wurde wie eine Qualle oder ein Oktopus und ganz schlechte Lehrer, Vor- oder Leitbilder hatte. In der Bibel heißt es im Alten Testament, „dass sich die Sünden der Väter vererben bis ins sechste oder siebente Glied!“ Der Wissenschaftler kommt auf die Mendelschen Gesetze zurück und damit zum gleichen Ergebnis. Denken wir nur an die Vererbungslehre mit den Schwarz- und Rotbunten. Nur selten kommt eine weiße Kuh dabei heraus.

Chapeau, kleine Greta, go! Was nützt uns das Schulwissen und aller technischer Fortschritt, wenn wir bis zum Hals im Wasser stecken?

Prost! Austrinken, ruft Euer alter Kunstmeister in die Runde! Lasst Euch nicht lullen! Das haben schon ganz andere versucht!

Venceremos (für meinen toten Freund, Karl H. Schreiber)

Niemals aufgeben – oder?

Sehr lange stand meine Überlegung an, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, neue Denkanstöße, neues Engagement zu entwickeln, die Machenschaften der Menschen auf diesem Planeten zur Jetztzeit in eine neue Richtung bewegen zu wollen. In eine Richtung, welche den Planeten für unsere Nachkommen bewohn- und ertragbar erhält. Nee nee nee, nicht, den Planeten zu ertragen, sondern Erträge auf diesem Planeten zu erzielen. Während ich noch versuche, mit mir ins Reine zu kommen, haben Idioten Brandrodung in Südamerika angezettelt (und nicht nur auf dem Zettel!), so dass der Regenwald abzufackeln droht, was in eine Klimakatastrophe gipfelt. Von den Millionen toten Tieren will ich gar nicht erst eine Debatte anfangen. Scheiß auf die Frösche, die quaken eh nur dull in die Gegend, weil sie geil sind. /Das nennt man Sarkasmus!)

Ja, die Spanier haben vor Jahrhunderten ihre Wälder gerodet, um sich eine Armada von hochseetüchtigen Schiffen zu beschaffen, und nun wollen die Südamerikaner auch etwas vom Kuchen der Wohlstandsgesellschaft . Das ist zum Beispiel Soja als Exportartikel für die u.a. deutsche Viehzucht, damit wir Wohlstandsbürger unser tägliches Quantum an Fleisch auf dem Teller haben – beim Griechen oder anderswo: Fleisch, Fleisch , Fleisch, und zwar in Mengen, die keinem von uns guttun!

Was ist los mit uns Deppen? Wir regen uns auf, wenn eine Pflaume vom Wurm befallen ist. Der frisst nicht die ganze Pflaume! Wenn der Planet Erde vom homo sapiens befallen ist, sieht das schon ganz anders aus! Nein! Keine Politikerschelte jetzt an dieser Stelle. Wer nicht konsequent im Denken ist, der ist auch mit Wenigem zufrieden, wenn es an die Wahlurne geht! Der Blick innerhalb des Tellerrandes erklärt so manches Wahlverhalten VON WEGEN, WIR SIND DASS VOLK. Jeder gegen jeden, das erscheint mir realistischer.

Ich habe vor wenigen Wochen eine Petition gestartet auf change. org. Der Inhalt ist schnell aufgezeigt: Amerikanische Atomwaffen raus aus Deutschland, Rammstein räumen und kein Einsatz deutscher Soldaten in Krisengebieten ohne UN Mandat. Es ist das zusammengefasst, was über 60 Prozent aller Deutschen wollen! Unterschrieben haben aber nur 16 Unterstützer diese Petition, die an die deutsche Bundesregierung gerichtet ist! Geteilt wurde sie aber auf Facebokk 40 mal!. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass meine lieben Zeitgenossen die Hosen voll haben, so dass der Köttel bereits weit aus der Hose hängt. Der CIA könnte kommen oder die Bundessicherungsgruppe Bonn!

Es sollte verständlch sein, dass sich ein bildender Künstler, der sich ein Leben lang weit – sehr weit aus dem Fenster gehängt hat angesichts dieser apathischen Teihlhabe der deutschen Bevölkerung an den Grundfesten der Erfordernisse gesellschaftlichen Zusammenlebens – allmählich resigniert. Ich höre schon wieder die Stimmen der Ahnungslosen:“ Du schreibst zu kompliziert!“ Ich bringe es deshalb auf den Punkt, so dass ich verstanden werde: Wenn Ihr den A… nicht hochkriegt – könnt Ihr auf mein Engagement künftig verzichten! Geht in den Sandkasten, haut Euch die Schippchen auf den Däz, kratzt Euch mit den Spielzeugharken das Gesicht blutig. Heute auf den einen von Euch Dreien, morgen werden die Karten neu gemischt, dann erwischt es einen anderen. Bei Dreien scheint stets einer zu viel…

So ende ich wie ich begann:

Prost! Austrinken! Denn noch leben wir – oder anders ausgedrückt: Dennoch leben wir! Man achte auf die Feinheiten der deutschen Sprache!

Euer alter Kunstmeister