Die Sache mit der Headline

e

Ob Sie es glauben oder nicht, die „Headline“ einer BALD-ZEITUNG muss kurz, knapp und informativ sein, ohne alles im Vorhinein zu verraten. Der Leser eines solchen Blattes will seinen Kopf schütteln, sich bestätigt fühlen und darüber hinaus informiert werden. Wäre das nicht so, wäre ein Zugriff auf die „TOLLSTEN GESCHICHTEN VON DONALD DUCK“ zu empfehlen, wobei jeder weiß, dass die Inhalte dieser erfundenen Geschichten mit der Realität mehr oder weniger zufällig einhergehen.

 Obwohl: Das kennen wir von den Inhalten der BALD Zeitung auch: überspitzt, übertrieben, aus den Fingern gesogen oder meinungsbildend .

Folgender Text wurde vom Herausgeber mit der GOLDENEN BANANE ausgezeichnet.

RENTNER: SCHUHBAND GERISSEN!

Chaos im Ostrhauderfehner Supermarkt

 Um 15 Uhr blieben gestern in Ostfriesland die Uhren stehen (weiter auf Seite 4 )

Seite 4

(Fortsetzung von Seite 1)

Zu unglaublichen Szenen kam es gestern nachmittag in einer Filiale eines Supermarktes in Idafehn –  Mitte, als einem 72 Jährigen das rechte Schuhband riss. Der Rentner verlor bei dem Versuch einer notdürftigen Reparatur das Übergewicht und ging vor einer der Kassen zu Boden. Eine hinter ihm agierende Kundin fuhr mit ihrem Einkaufswagen auf den Gestürzten auf, wobei es zu einer Kettenreaktion kam. Dreizehn der fahrbaren Gitterbehältnisse verursachten eine Massenkarambolage. Die Kassen zwei, drei und vier waren nicht besetzt, weil dieAngestellten mit der Logistik beschäftigt waren, während eine der Kassiererinnen den Boden wischte. Sie fuhr mit der Reinigungsmaschine in die Unglücksstelle, weil  sich die Bremsen gerade zur Reparatur außer Haus befanden.  Im allgemeinen Durcheinander stritten zwei Kundinnen um eine  Gurke , wobei eine der beiden Frauen zuschlug. Sie benutzte dabei ein Nudelholz aus einem der  Sonderangebote.  Das Unglück nahm auf dem Parkplatz vor dem Gebäude seinen weiteren Verlauf, als drei herbeigeeilte Rettungsfahrzeuge von verschiedenen Anbietern vor dem Eingang zusammenstießen. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch seinen  Tod feststellen. Bilanz des Unglücks: Ein Toter und zwanzig mehr oder weniger schwer Verletzte. Der Verursacher  entkam im allgemeinen Durcheinander dem Zugriff durch die Polizei, die zwanzig Minuten später vor Ort erschien.  (Rel)

Hartmut Tettweiler Reliwette

Autor: Hartmut Tettweiler Reliwette

Hartmut T. Reliwette, geb. 1943 in Berlin Maler, Bildhauer, Performer, Autor. Auf dem künstlerischen Sektor seit 1969 präsent, damals noch mit der Gruppe ARASKADE 69, die aus Malern und Autoren bestand. Außer mir ist Frau Dr. Prehm, Scottish Lady of Camster, Autorin und Zeichnerin, das letzte lebende Mitglied der Gruppe. Seit dieser Zeit wurden bis heute ca. 70 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen oder Performances im In- und Ausland realisiert. Erste literarische Publikationen im Jahre 1971., hauptsächlich Gedichte und Prosatexte, die in deutschsprachigen Anthologien publiziert wurden oder im Eigenverlag, sowie im Magazin "Die Brücke." Im selben Jahr entwickelte sich eine Freundschaft zu Professor Joseph Beuys, der an der Kunstakademie in Düsseldorf einen Lehrstuhl hatte. Außerdem bestand eine tiefergehende Freundschaft zu Peter Coryllis, einem Schriftsteller, der den Kreis der Freunde leitete, eine lose Vereinigung von hauptsächlich Autoren, aber auch Kunstschaffenden.(Einst hatte der Lambarene-Arzt Albert Schweitzer diesen Freundeskreis gegründet). 1981 Einrichtung einer Zweigstelle der FIU (Free International University for Kreativity and Interdisziplinary Research) bei der Volkshochschule Essen - Mitte. (Die FIU war zunächst ein künstlerisches Projekt von Joseph Beuys und einem seiner Meisterschüler, Johannes Stüttgen). Nach einer Aufführung der Fluxuszone Niederrhein wurde vom damaligen Leiter der VHS, Lübben, angeordnet, dass weitere Auftritte der FIU bei der VHS Essen unerwünscht seien. Demzufolge wurde das Reliwette-Museum 1984 in Ostfriesland errichtet und somit gegründet , um ein eigenes Podium zu realisieren. Zur Eröffnung wurde eine mehrteilige Performance initiiert, deren Haupteil mit dem Titel "His masters Voice" in das Zerschießen einer Pyramide aus Fernsehgeräten mittels einer großkalibrigen Vorderladepistole mündete. 1976 erfolgte die Gründung der literarischen Gefangenenzeitung DIABOLO mit einem Insassen-Redaktionsteam der Sozialtherapeutischen Anstalt Gelsenkirchen. In der Zeit von 1979 bis 1986 entstanden 2 Filme im S8 Format: "Psychodelic memories" und "Abbruch". 1987 erfolgte das Pflanzen eines Labyrinthes aus Berberitzensträuchern auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern. Es handelt sich hierbei um den "Joseph - Beuys - Gedächtnisgarten". In diese Zeit fällt der erste Kontakt zu Karl-Heinz Schreiber, einem literarischen "Urgestein" aus Unterfranken. Aus diesem Kontakt entwickelte sich im Laufe der Jahre eine tiefgehende Freundschaft. K.H.S war nicht nur Rezensent zeitgenössischer Literatur, sondern auch Herausgeber einer Literaturzeitschrift, Romanverfasser, Dichter und Lyrocker. "Charly" Schreiber verstarb viel zu früh im Jahre 2014. Sowohl die Freundschaft zu Beuys als auch zu Karl-Heinz Schreiber haben meinen literarischen Duktus stark beeinflusst. Noch kurz vor seinem Ableben brachte er den Gedichtband heraus:"Durch den Kaktus gesprochen", der meine wichtigsten Gedichttexte enthält. Das FORUM im Inneren wurde 2002 mit einem Festival der Poesie in Betrieb genommen. Auch hierbei hinterließ K.- H. Schreiber seine Handschrift. Im Jahre 2017 besteht das Labyrinth als Langzeit - Kunstwerk 30 Jahre. Es wird ab dem Sommer 2017 nicht mehr geschnitten und somit der Natur überlassen. Die Bühne samt Bestuhlung wird somit in einen "Dornröschen-Schlaf" versetzt und sich selbst überlassen als Heimat für wild lebende Tiere aller Art.