Sch(m)utzpatronin der deutschen Autoindustrie…

..so wurde die Bundeskanzlerin in der Sendung “ Die Heute-Show“ mit Oliver Welke vom vergangenen Freitag grafisch dargestellt (Fotomontage). Ein Bezug hierzu lässt sich herstellen, denn erst kürzlich hatte sich Frau Merkel dahingehend geäußert, dass sie es nicht empfiehlt, dass die Automobilbranche das Abgasdefizit der Dieselfahrzeuge nachbessert. Im Klartext heißt das: sie ist dagegen. Allerdings heißt das auch, dass die Kosten einer Nachbesserung nicht von der Automobilindustrie getragen werden müssen. Diejenigen, die auf betrügerische Weise die Abgaswerte manipuliert haben, bleiben verschont. Dabei hatte die Firma Bosch als Zulieferer der elektronischen Bauteile eine Warnung beigegeben, in der es geheißen haben soll, dass diese Bauteile nicht dafür verwendet werden dürfen, um Abgaswerte zu beeinflussen. Es könnte sich dabei um elektronische Abriegelungen /Regelungen des Kraftstoff-Luftgemisches handeln, die bewirken, dass es bei Kontrollen durch ein Diagnosegerät zu einem mageren Gemisch kommt, was zu einer Leistungseinbuße führt, was wiederum den Ausstoß von CO2 /Stickoxyden verringert. Andererseits geht es bei der angespochenen Belastung großer Städte mit riesigem Verkehrsaufkommen nicht nur um den CO2 Ausstoß, sondern auch um die Belastung der Luft durch Feinstaub. Bislang ist noch niemand auf die Idee gekommen, wo der pulverisierte Abrieb der Reifenoberfläche abbleibt. oder die feingemahlenen Bremsbeläge als Folge des „natürlichen“ Verschleißes. Weiter sei an dieser Stelle nachgefragt, weshalb man beim Betrieb der leistungsstarken Turboprop und Düsenaggregate der Flugzeuge niemals nachgefragt hat, wie mit den Abgaswerten umgegangen werden soll? Zu guterletzt noch ein Hinweis auf die Luftverpestung durch Container- und Kreuzfahrtschiffe, deren gewaltige Motoren noch mit Schweröl betrieben werden, das so zäh ist, das es vorgewärmt werden muss, damit es überhaupt in die riesigen Zylinder eingespritzt werden kann. Übrigens, das Militär mischt hier kräftig mit!

(Flugzeugträger mit und ohne Atommeiler). 

Es ist und bleibt wie es erfunden wurde, da beißt die Maus keinen Faden ab, und schweres Gerät muss bemüht werden, um wieder einmal ein Kind zu bergen, das in einen sehr tiefen Brunnen gefallen ist. Es ist wie eine Beigabe zum Größenwahn der Menschen: Erfindungen werden viel zu schnell umgesetzt, die der Welt ein Heil versprechen und den Machern die Goldkrüge füllen. Welche Anstrengungen und Kosten haben mehrere Nationen unter Aufbietung bester Ingenieurskunst aufbringen müssen, um einen Sarkophag für den durchgebrannten Reaktorblock in Tschernobyl zu realisieren und in Positiuon zu bringen! 

Wie viele studierte Menschen haben Tag und Nacht geleiert: „Die Atomkraftwerke sind sicher!“

Frau Dr.Merkel als studierte Physikerin muss das auch geglaubt haben. Aber wie formulierte es Konrad Adenauer in den fünfziger Jahren? Er formulierte im Brustton der Überzeugung:“Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ 

Das Fiasko stellt sich in der Unfähigkeit der Menschen dar, wenn sie bewusst schlechte Nachrichten oder Erkenntnisse ausblenden und diese nicht wahrnehmen wollen. Es ist , als stecke ein Vogel Strauß seinen Kopf in den Sand. Sollte man ihn dabei in den Arsch treten, ist es empfehlenswert, einen Geländewagen mit laufendem Motor bereit zu haben, weil bekannterweise diese Vögel recht aggressiv reagieren können, wenn man ihnen zu nahe tritt.  

Die Deutschen scheinen leidensfähig! Sie nehmen das Fiasko fast klaglos hin. Schlimmstenfalls wird der Wagen verschrottet und ein neuer (Diesel) beschafft. Das ist in der Tat eine Form der Konsequenz. Bewundernd muss ich meine Nachbarn aus Frankreich anschauen, die selbst bei kleineren Übeln dem Bürgermeister ihres Ortes Karren voller Mist vor und in die Amtsstube kippen. Sie können allerdings auf eine Revolution zurückblicken, während der die Leute johlend die Aristokraten auf das Schafott geschleppt haben, während das deutsche Volk infolge zweier verlorener Weltkriege das Leiden „von der Schippe auf“ gelernt hat. Die Menschen folgten der jeweiligen Obrigkeit wie paralysierte Affen ins Verderben! Das ist an uns Deutschen offensichtlich haften geblieben und wurde mutmaßlich mit den Genen an die nachfolgenden Generationen vererbt.

Wie auch immer die „Geschichte“ ausgehen wird: das Volk wird die Zeche bezahlen müssen und keiner wird schimpfend und unter Eierbeschuss aus dem Lande gejagt.  

Es ist wie aus der Geschichte um Troja, als Odysseus auf der Rückreise nach Itaka in eine Irrfahrt geriet und mit seinen Gefährten auf der Insel des einäugigen Riesen Polyphem anlandete. Dieser wollte ihn und seine Mannschaft aufessen, was den listigen Odysseus dazu bewog, den Riesen trunken zu machen und ihn mit Hilfe eines im Feuer gehärteten Baumstammes während des Schlafes zu blenden. Vorher hatte er sich allerding dem Riesen vorgestellt: Ich heiße „Keiner“ und mein Freund hier heißt „Niemand“. Als der geblendete Riese voller Wut und Schmerz ans Gestade der Insel torkelte und seinen Vater, den Meeresgott Poseidon, um Hilfe und Rache beschwor, fragte dieser, wer ihn, den Polyphem, geblendet habe, erhielt er die Antwort:“Keiner hat mich geblendet und Niemand hat es gesehen!“ 

Dieser dezente Hinweis soll Ihnen, liebe Leser, ein Gefühl dafür vermitteln, wie die Sache mit den erhöhten Immissionswerten in unseren Großstädten ausgehen wird. Und ich füge noch hinzu:“Sie werden weiterhin die ihnen bekannten Volksparteien wählen!“

Prost! Austrinken! Noch sind wir!

Euer alter Kunstmeister

 

 

 

 

Hartmut Tettweiler Reliwette

Autor: Hartmut Tettweiler Reliwette

Hartmut T. Reliwette, geb. 1943 in Berlin Maler, Bildhauer, Performer, Autor. Auf dem künstlerischen Sektor seit 1969 präsent, damals noch mit der Gruppe ARASKADE 69, die aus Malern und Autoren bestand. Außer mir ist Frau Dr. Prehm, Scottish Lady of Camster, Autorin und Zeichnerin, das letzte lebende Mitglied der Gruppe. Seit dieser Zeit wurden bis heute ca. 70 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen oder Performances im In- und Ausland realisiert. Erste literarische Publikationen im Jahre 1971., hauptsächlich Gedichte und Prosatexte, die in deutschsprachigen Anthologien publiziert wurden oder im Eigenverlag, sowie im Magazin "Die Brücke." Im selben Jahr entwickelte sich eine Freundschaft zu Professor Joseph Beuys, der an der Kunstakademie in Düsseldorf einen Lehrstuhl hatte. Außerdem bestand eine tiefergehende Freundschaft zu Peter Coryllis, einem Schriftsteller, der den Kreis der Freunde leitete, eine lose Vereinigung von hauptsächlich Autoren, aber auch Kunstschaffenden.(Einst hatte der Lambarene-Arzt Albert Schweitzer diesen Freundeskreis gegründet). 1981 Einrichtung einer Zweigstelle der FIU (Free International University for Kreativity and Interdisziplinary Research) bei der Volkshochschule Essen - Mitte. (Die FIU war zunächst ein künstlerisches Projekt von Joseph Beuys und einem seiner Meisterschüler, Johannes Stüttgen). Nach einer Aufführung der Fluxuszone Niederrhein wurde vom damaligen Leiter der VHS, Lübben, angeordnet, dass weitere Auftritte der FIU bei der VHS Essen unerwünscht seien. Demzufolge wurde das Reliwette-Museum 1984 in Ostfriesland errichtet und somit gegründet , um ein eigenes Podium zu realisieren. Zur Eröffnung wurde eine mehrteilige Performance initiiert, deren Haupteil mit dem Titel "His masters Voice" in das Zerschießen einer Pyramide aus Fernsehgeräten mittels einer großkalibrigen Vorderladepistole mündete. 1976 erfolgte die Gründung der literarischen Gefangenenzeitung DIABOLO mit einem Insassen-Redaktionsteam der Sozialtherapeutischen Anstalt Gelsenkirchen. In der Zeit von 1979 bis 1986 entstanden 2 Filme im S8 Format: "Psychodelic memories" und "Abbruch". 1987 erfolgte das Pflanzen eines Labyrinthes aus Berberitzensträuchern auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern. Es handelt sich hierbei um den "Joseph - Beuys - Gedächtnisgarten". In diese Zeit fällt der erste Kontakt zu Karl-Heinz Schreiber, einem literarischen "Urgestein" aus Unterfranken. Aus diesem Kontakt entwickelte sich im Laufe der Jahre eine tiefgehende Freundschaft. K.H.S war nicht nur Rezensent zeitgenössischer Literatur, sondern auch Herausgeber einer Literaturzeitschrift, Romanverfasser, Dichter und Lyrocker. "Charly" Schreiber verstarb viel zu früh im Jahre 2014. Sowohl die Freundschaft zu Beuys als auch zu Karl-Heinz Schreiber haben meinen literarischen Duktus stark beeinflusst. Noch kurz vor seinem Ableben brachte er den Gedichtband heraus:"Durch den Kaktus gesprochen", der meine wichtigsten Gedichttexte enthält. Das FORUM im Inneren wurde 2002 mit einem Festival der Poesie in Betrieb genommen. Auch hierbei hinterließ K.- H. Schreiber seine Handschrift. Im Jahre 2017 besteht das Labyrinth als Langzeit - Kunstwerk 30 Jahre. Es wird ab dem Sommer 2017 nicht mehr geschnitten und somit der Natur überlassen. Die Bühne samt Bestuhlung wird somit in einen "Dornröschen-Schlaf" versetzt und sich selbst überlassen als Heimat für wild lebende Tiere aller Art.