Bohème

Einer nach dem anderen ist gegangen. Einstige enge Freunde, Mitstreiter aus Theater, Musik, Ballett, Literatur, Malerei und Bildhauerei. Aus der ehemaligen Künstlerkneipe „Zur Goldenen Stadt“ ist ein Bistro geworden. Wir haben die Worte geteilt, das Essen, das Bier.

Studenten kamen auch. Ich mag es nicht hören, wenn jemand sagt:“Du weinst den 68igern nach“. Nein, wir sind nicht marschiert, haben nicht „Ho Tchi Minh“ gerufen. Wir lebten in einer eigenen Welt. Sie war bunt, voller Ideen, wir suchten die Veränderung innerhalb der Bourgeoisie, der trägen Masse, die uns umgab.

Wenn wir mit mehreren Kunstschaffenden – egal welcher Disziplin – das nebenan befindliche, gleichnamige Restaurant aufsuchten, leerten wir zunächst einmal unsere Taschen und legten alles Geld in die Mitte eines runden Tisches, zählten es und wenn wir glaubten, es reiche für Essen und Trinken für sechs Personen, riefen wir „Pedro“, den Kellner an unseren Tisch und fragten ihn, ob er uns für den Betrag mit Fleisch, Gemüse, Kartoffeln und drei Flaschen Rotwein bewirten könne?

Pedro zählte das Geld, legte den Kopf schief und dachte nach. Dann nickte er und verschwand, um uns Platten zu ordern, stellte Rotweingläser bereit und brachte die gewünschten  Rotweinflaschen an den Tisch.

Ich vermisse das sehr, vermisse jeden einzelnen der Gruppe. Die meisten von ihnen sind schon lange tot.

Was ist aus Heinrich Funke geworden, dem Künstler und Bandleader der Gruppe „Hörb Ares“? Auf dem Kennedyplatz in Essen haben wir die „Stadtverwaltungspolka“ gespielt. Die Klarinette spielte die zarte Anfrage an das Ordnungsamt zur Genehmigung einer Kunstaktion auf der Brehminsel in Essen-Werden. Das Tenorsaxophon antwortete die Ablehnung. Der Schlagzeuger legte den angebissenen Apfel beiseite und trommelte wild drauflos. Dirigiert habe ich. Wer sonst?

Berichtete ein Journalist schlecht über meine Gruppe oder mich selbst, rief ich den Eigentümer der Zeitungsgruppe an. Daraufhin bekam der Schmierfink einen Einlauf. Beim nächsten Auftritt meldete sich dieser zu Wort und sagte, dass er etwas Gutes schreiben würde. Ich daraufhin: „Das brauchst Du nicht!“ So ging freie Presse! Der Inhaber der Zeitungsgruppe mochte mich, und ich mochte ihn!

Zuweilen ließen sich auch Ratsherren in der Szene-Kneipe sehen, setzten sich an die Tische des Künstlervölkchens, tranken mit uns Budweiser-Pils aus Halbliter-Krügen.

Kam es in einer der Messehallen an der Gruga zu einer überregionalen Kunstausstellung mit Präsentation der Literarischen Szene, bediente in der Cafeteria auch schon mal eine Servicekraft „oben ohne!“

„Meine Güte“, denke ich, „wie bieder sind die Vernissagen heutzutage“.

Ich habe einmal anlässlich einer Vernissage meiner Ausstellung in der Galerie der Experimente in Bochum, den Redner unterbrochen. „Ist gut, ich mache weiter!“

Bin auf einen Stuhl gestiegen, den man mir reichte, und habe mein Manifest vorgetragen,das Manifest des Neosymbolismus. Demnach sind Bildende Kunst und Literatur eine Einheit in der Aussage.

Dem hat der damalige Kunstprofessor Beuys von der Kunstakademie in Düsseldorf  zugestimmt. Ein Zitat: von ihm „Malen oder Bildhauern alleine, ohne weitergehenden Bezug zu den elementarsten Geschehnissen in der Gesellschaft, reichen nicht aus. Der Neosymbolismus überträgt diese Erkenntnis auf die Literatur. Das war meine Botschaft. Und sie kam an, verfehlte ihre Wirkung nicht im Stadtrat der Stadt Essen, durch Unterstützung der Ratsherren, die für Kultur  zuständig waren – und zwar von allen Parteien, die damals in Funktion waren. Und es ging um viel Geld, denn wir forderten eine Szeneausstellung in den Messehallen an der Gruga. Es ging konkret um 120.000.- DM.

Ja, wir haben seinerzeit durch Initiative der „Bürgerinitiative Kunst“, die wir gegründet hatten, über eine Unterschriftensammlung, mit Unterstützung des Bürgermeisters, des Stadtdirektors und der Ratsherren diese Szeneausstellung an der Gruga bekommen.

Es sei hervorgehoben, dass sowohl die CDU, als auch die SPD und die FDP gemeinsam daran mitgewirkt hatten.

Leider hat man seinerzeit bei der Vergabe der Ausstellungsflächen auch diejenigen  beteiligt, die sich aus Mitgliedern zweier gegenpoliger Kunstverbände zusammensetzten.

Zitat eines dieser  Aktiven „Herr Reliwette, Sie haben ein extremes Kunstverständnis!“

„ Nee, nee, nee“, habe ich geantwortet, „so geht Kunst heute!“

Wenn Sie, liebe Leser, sich bei Zitaten von Beuys einloggen, werden Sie fündig: „ Ja ja ja, nee, nee, nee!“ Das geht so ein paar Minuten lang! Allerdings fußt dieser Ausspruch auf dem Bibeltext: „Deine Rede sei „Ja ja und nein nein.“

Ich bin traurig, dass ich meine Freunde verloren habe, meine Mitstreiter. Ich trage die Klamotten auf, die mir die Witwen ganz großer Zeitgenossen geschickt haben mit der Bemerkung:“Ist bei Dir besser aufgehoben als bei mir!“

„Von Peter Coryllis- eine blaue Strickjacke, von  Karl-Heinz Schreiber den Lederhut mit der fränkischen Flagge , einer Anstecknadel, vorne drauf. Von Joseph Beuys einen handgeschriebenen Brief, in welchem er mich seiner Freundschaft versichert.

Alle tot! Brigitte Lebaan, Chansonsängerin und Schauspielerin der Städtischen Bühne Essen, tot. Auf meinem 44. Geburtstag haben meine Gäste unter ihrer Anleitung Fallübungen gemacht. Wo sind die Gäste von damals? Wahrscheinlich tot oder im Altenheim. Ja, komm, etwas Satire muss auch in dieser Offenbarung sein!

Ich bin übrig geblieben und lebe in Ostfriesland – seit 1981 hier aktiv! Nichts gegen Ostfriesen….

Geblieben ist mein „Berliner- oder Ruhrpott- Duktus“. Natürlich kann ich auch anders, aber ich will nicht! Schmerzende Inhalte durch edle Form aufzubessern hilft nicht wirklich!

Der alte Kunstmeister im 77.Lebensjahr grüßt sehr herzlich!

Nicht lullen lassen, noch sind wir!

Eine gute Zeit, Euch!

Vorwort

Weshalb stellen Autoren ihren Schriftwerken ein Vorwort voran? Es sind doch mehr als nur ein Wort. Es sind ganze Sätze. Es müsste eigentlich „Vorsatz“ oder „Vorsätze“ heißen. Das hingegen führe zu Irritationen. Weshalb sollte ein Autor seine  – hoffentlich guten – Vorsätze jemandem aufdrängen wollen?

Also noch einmal:

Vorwortketten

Meine lieben Zeitgenossen,

vorliegende……. HALT! Ich bin mir gar nicht sicher, dass sie alle lieb sind. Ich vermute sogar das Gegenteil. Soll ich meine Einleitung mit einer Heuchelei beginnen? Sie, als einer der nicht lieben Zeitgenossen, würden das doch sofort merken und mich als süffisanten Speichellecker entlarven.

Nun gut, Sie wissen nicht wo ich wohne, aber immerhin! Also lasse ich die nähere Bezeichnung weg und beginne mit

Zeitgenossen!

Ja, genau! Das können Sie nicht leugnen, denn sonst wären Sie ja bereits tot! Aber Tote können auch nicht leugnen! Welch ein Widerspruch steckt bereits im ersten Gedankengang, mit welchem ich an Sie herantrete! Jetzt haben Sie mich verunsichert. Na, das fängt ja gut an! Aber wie geht „man“ mit einander um? Lassen Sie es uns miteinander  untersuchen! Sehen Sie?

Gewonnene Eindrücke aus Erlebtem, dazu gehört Gesehenes und Gehörtes, zählen wir in einer Art der Standortbestimmung zusammen. Standort? Oder Standpunkt? Ein Standort ist mal hier, mal dort, außer man ist eine hundertjährige Eiche, und ein Standpunkt ist eine nähere Bezeichnung für einen Standort, rein typografisch betrachtet.

Jedenfalls ist es spannend, Veränderungen an seiner Einstellung zum Leben festzustellen, auch wenn es zuweilen wehtut.

Große, also umfassende Veränderungen in der Gesellschaft, finden entgegen jeder euphorischen Betrachtungsweise durch Kunst und Literatur nicht statt. Jede mittelprächtige Demo mit oder ohne zivilem Ungehorsam prägt sich besser in das Bewusstsein der Menschen  ein. Je mehr Verletzte, desto intensiver der Bewusstseinszuwachs. Die Presse sorgt dafür. Sie berichtet für alle! Die Berichterstattung über künstlerische oder literarische Ereignisse erreicht nur einen Bruchteil einer Bevölkerung nach dem Motto: Zapp und weg! Man kann auch „wegswitchen“, so wie man eine Werbeeinlage im TV wegzappt, wenn sie dem Betrachter auf den Keks geht. Das muss nicht jener mit den 28 Zähnen sein, ok?

Da gibt es noch die kleine Insel der Gleichgesinnten, auf der wir Harmonie gleicher Gedanken und Empfindungen erleben können. Doch Vorsicht, auf derartigen „Inseln“ sind die Bruderschaften nicht weit, jene, die Bündnistreue geloben! Und schon bist du ein Faschist!

Doch das Wagnis lohnt sich einzugehen, auf einer der Inseln zu agieren, ohne Faschist zu sein.

Wenn wir auf diesem Planeten mit ungefähr 108.000 Kilometern in der Stunde durch das Weltall sausen, so liegt die Erkenntnis nahe, dass wir uns eine der Inseln suchen können, um uns darauf niederzulassen, denn der Planet kommt niemals irgendwo an. Seine Bewegung folgt dem Kreis, dem unsere Gedanken und Ideen nicht unterworfen sind. Sie können sich erheben und sich frei in Zeit und Raum entfalten. In diesem Sinne würde aus den eingangs erwähnten Vorsätzchen letztendlich ein Vorsatz, dem die Menschen nacheifern könnten, wenn ihnen danach zumute ist.

Ihr Hartmut T. Reliwette

Tragische Verwechslung?

Huh, das hat aber böse geknallt. Ich meine neulich da in Thüringen! Man hat versucht, einen Ministerpräsidenten zu installieren. Sie ahnen es: Ministerpräsident 2.0! Der Farbkasten hat verrückt gespielt! Den Ramelow wollten die  Schwarzen nicht, die Blauen  auch nicht, und die Gelben schon gar nicht, weil sie nur 5 Prozent der Wählerstimmen bekommen hatten. Dagegen wollten die Roten ihn als Ministerpräsidenten haben, die anderen Roten und die Grünen. Allerdings fehlte ihnen eine Stimme! Ja – was macht man da in einer solchen Situation? Man definiert sich neu zum zweiten Urnengang mit der Asche der Verblichenen. Dann lässt sich einer aufstellen, der von eigenen Stimmen überhaupt nicht getragen werden kann –äh – ins Amt. Also ein gelber Patriot mit Glatze, aus der Mitte des Spektrums, wie er sagt, aber mit Brandmauer!“ Oh, er trägt eine Glatze vor sich her“, beraten sich die Blauen, “er muss einer von uns sein!“ Die Schwarzen beraten sich auch: „Hauptsache, nicht wieder der ganz Rote“, beschließen sie klammheimlich hinter verschlossenen Türen. „Schwarz und Rot schlägt Fliegen tot, dann lieber Gelb“. Ei der Daus, heraus kommt ein neuer Ministerpräsident, der so übermannt ist vom Geschehen, dass er sich schnell vereidigen lässt. Er könnte gesagt haben: „Mach hinne, sonst merken die was!“ Dann fiel ein Blumenstrauß, genau vor seine Füße! Ich habe überlegt und überlegt, weshalb man Karl den Großen den Sachsenschlächter nannte? Gänsefleisch mal den Kofferraum aufmochen“? Nee, das war später!

Nee, das ist böse, sehr böse! Es gibt aufrichtige Menschen in Thüringen, sie wohnen nur sehr weit auseinander! In Gruppen treten immer und immer wieder jene auf, die Fahnen mit Runenzeichen mit sich führen oder Fahnen aus der kaiserlichen Epoche der Kriegsmarine. Deren Träger wandeln mit Springerstiefeln unter anderem durch Leipzig und brüllen „Deutschland den Deutschen!“ Und sie tragen in der Mehrzahl Glatzen!

Natürlich wird auch gegen Faschisten protestiert! Aber was sind Faschisten? Nicht mehr und nicht weniger als organisierte Gesinnungsgenossen in festen Gruppen. Bei Heise werden keine einheitlichen Ziele definiert. Faschisten können alles Mögliche sein: Judenhasser, Steakfresser oder Kegelbrüder. Sie müssen nur unter einer gemeinsamen Fahne agieren und organisiert sein in einem Bündnis. Studentenmütze braucht nicht!.

Aus dem Lateinischen „fascis“ = Bund, bildete sich zunächst der italienische Faschismus, welcher der absoluten Herrschaft des Duce Mussolini huldigte, bis man diesen erschoss und kopfüber aufhängte. So wankelmütig kann die Gunst des Volkes sein! Vergesst das nie, ihr Volksgenossen!

Und ebenso wankelmütig gaben Schwarze zusammen mit Blauen ihre Stimme einem Herrn mit Glatze. Die Blauen zieht es indessen zur bürgerlichen Mitte, in Form einer bürgerlichen Partei. Was zeichnet eine bürgerliche Partei aus? Kein Hochadel am Start? Das englische Königshaus hält sich dezent zurück, und von Sissi hat man lange nichts mehr gehört. Im Hofbräuhaus werden schon lange keine Plenarsitzungen mehr abgehalten. Können die alle kein deutsch, oder weshalb nennen die sich bürgerlich? Der nächste Schritt wäre der zur Spießbürgerlichkeit. Da reicht schon eine Krawatte mit Hundchenmotiven.  Na ja, Hauptsache ist, kein deutscher Schäferhund mit Namen Blondi!

Prost! Austrinken! Denn noch sind wir! Oder besser: dennoch sind wir!

Der alte Kunstmeister  wiegt bedenklich sein Haupt

Dumme Sprüche

Sie haben es doch längst gemerkt, geben Sie es zu: Es kursieren zu viele Floskeln, Redensarten im Zeitgeschehen, vor allem in der Werbung. Der Beruf des Werbetexters ist eine Nachkriegserscheinung, ich mag ihnen nicht mehr zuhören – und folgen schon gar nicht! Erst kürzlich erreichte folgender Werbetext mein geschundenes Ohr: „SIE HUSTEN – WIR LÖSEN!“ Das klingt geradezu nach einer Zusammenarbeit zweier grundsätzlich verschiedener Disziplinen, dem Leidtragenden und der Pharmaindustrie. Wer springt jetzt  auf den fahrenden Zug? Ein Leidtragender und die Reinigungsanbieter? „SIE KOTZEN – WIR WISCHEN!“ Welch jämmerliche Literatur! Goethe, Schiller und Hölderlin drehen sich im Grab um.

Mich erreicht kaum eine Werbestrategie, weil ich zu keiner Zielgruppe gehöre – in meinem Alter! Einige Ausnahmen: Correga – Tabs, Hörgeräte, Inkontinenzbuxen, Sehhilfen, Treppenaufzüge! Ach ja – und SUV, Sonder-Universal – Vehikels. Wer nix mehr mitkriegt im Straßenverkehr, der muss höher sitzen! Das ist so, als wenn man sich die Augen zuhält und trotzdem nichts sieht!

Unfassbar, zum Totlachen! Aber noch sind wir! Da bleibt kein Auge trocken!

„WIR KOCHEN – SIE BRECHEN“ – einen schönen Gruß aus dem Dschungel – Camp in Australien! Was für eine Welt, in der wir leben!

Streng besehen, könnte man sagen: genau genommen!

Was ist die Botschaft der Sprücheklopfer, denen wir überall begegnen? Unaufgefordert drängen sie sich ins Bewusstsein der Menschen, „WIR PUPSEN LÖCHER IN DIE LUFT!“ Ich wiederhole mich: Totaler Schwachsinn! Löcher in den Schnee pinkeln – ja, aber mit welcher Handschrift?

Abgetrennte Barthaare für das  „BESTE IM MANN!“ –  und das schon seit dreißig Jahren! Die meisten leben doch schon gar nicht mehr!

Diese putative Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen! Das müsste doch das Bundesamt für nationale Sicherheit auf den Plan rufen, die Stasi!

Ein Nachbar machte seinerzeit von sich Reden. Es ist sechzig Jahre her: Er sagte, dass er sieben Brüder habe, die alle Richard heißen, außer Werner, der heißt Friedhelm!

Das ist genau das, was ich meine! Verstehen Sie? Bitte fragen Sie mich jetzt nicht, wo das steht! Die Quelle dieser Aussage ist unwiederbringlich verloren!

Das ist Galgenhumor ohne Galgen, jammern auf höchstem Niveau.

Und jetzt die Werbung wieder: Ich kaufe mir doch keine neue Hose, solange die alte noch nicht verschlissen ist. Außerdem trage ich keine zwei Hosen über einander. Ich bin doch kein Penner! Ich brauche auch keinen modernen Kleiderschrank! Ich trage keine Kleider! Und begehbar muss er schon gar nicht sein, ich gehe woanders spazieren! Ein Schuhschrank – ok: Darin bewahre ich mein Paar Schuhe auf, wenn ich sie nicht gerade trage! Das macht Sinn!

Das ist alles Unsinn? Haben Sie zwei Betten, in denen Sie nächtigen, zwei Herde zum Kochen, zwei Kühlschränke, zwei Gartenschläuche? Sehen Sie! Wir atmen alle die gleiche Luft! Brauchen Sie noch mehr Beweise?

Prost! Austrinken,rät der alte Kunstmeister!

Denn noch sind wir – oder besser: dennoch sind wir! Genießen Sie den milden Winter!

Selbstgespräche

Es war schon immer wichtig, eine eigene Meinung zu haben. Deshalb führe ich seit Jahrzehnten Selbstgespräche, nicht den ganzen Tag lang, sondern nur zu besonderen Anlässen. Ich muss dazu anmerken, dass ich keinen Diplom – Psychologen für meine Probleme in Anspruch nehme, weil ich über viele Jahre mit Therapeuten in einem Team in „Sachen Sozialtherapie“ zusammengearbeitet habe, der Schwerpunkt lag aber eher in der Bedeutung „zusammen gearbeitet“ habe. Ich gehe davon aus, dass Ihnen, liebe Leser, der Unterschied zwischen“zusammen gearbeitet“ und „zusammengearbeitet“ bekannt ist? Es ist nämlich möglich, dass – wenn man zusammen arbeitet (also z.B. in einem Raum) – durchaus gegen einander wirken kann. Das nur einmal zur Einläutung meiner Selbstexploration – nicht zu verwechseln mit „Selbstexplosion“.

Ich las in einer Fachzeitschrift (für was eigentlich?), dass Selbstgespräche ein Zeichen für hohe Intelligenz seien. Mir fiel auf, dass mir keiner widerspricht, wenn ich mich – mit mir selbst redend – auf ein heikles Thema einlasse. Was mir ein Therapeut in einer solchen Situation anmerken würde, weiß ich ja aus der jahrelangen Zusammenarbeit.

Meistens habe ich mich geärgert, wenn ich ein Selbstgespräch beginne. Ich sage niemals zu mir:“Hast du das eben gehört (oder gesehen) ? Ein intelligenter Mensch fragt nicht, sondern gibt sich gleich selbst die Antwort und wertet aus: „Arschloch!“ oder „nicht zu fassen!“

Ich hatte damals einen guten älteren Bekannten in der Nachbarschaft. Er hieß Gisbert, war frisch verheiratet und allmählich immer unglücklicher. Von meinem Balkon aus hörte ich seine Frau zetern, sehr laut, sehr schrill und sehr anhaltend.

Gisbert erzählte mir, dass er nach solchen Ereignissen in den Keller ging und Zettelchen schrieb, die er an die Wände seiner gemeinsamen Abstellkammer heftete. Unter anderem sei dort zu lesen – so berichtete er mir – “ ich bring die Alte um!“. Das blieb der Gemahlin nicht für immer verborgen. Eines Tages holte sie selbst die Kartoffeln aus dem Keller!

Diese Morddrohungen gab es jetzt schriftlich, was zunächst die Polizei, später die Staatsanwaltschaft auf den Plan rief. Gisbert trug es mir zu, wobei ich ihm ansah, dass er Beratung suchte.

„Ich hätte Dich warnen können“, entgegnete ich, denn Dein Vorgänger hatte ähnliche Probleme mit ihr. Der Vorgänger war ein Kollege von mir. Wir arbeiteten in der selben Dienststelle. Von daher wusste ich, dass er über zwei Vorderladerwaffen verfügte, zwei wunderschöne Duellpistollen, Kaliber 42, fünfschüssig, weil sie über eine Trommel verfügten, wie es eben bei Revolvern der Fall ist.

Das Dumme war, dass nur einschüssige Vorderladerwaffen erwerbscheinfrei sind, wobei die restlichen Kammern nicht dem Kaliber entsprechend aufgebohrt sind. Dumm war auch, dass die Frau davon wusste und dass mein Kollege keine „heimlichen Zettel“ verfasste, sondern seine Drohungen verbal zum Ausdruck brachte. Das rief schon damals zunächst die Polizei, später die Staatsanwaltschaft und noch später das Gericht auf den Plan.

Wie schon angedeutet, erschien Gisbert nach der Scheidung auf der Bildfläche und übernahm.

Ich machte mit mir selbst die Erfahrung, dass Selbstgespräche Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte dem Haushalt fernhalten. Auch wurde mir klar, dass stets die anderen die Idioten sind, niemals der zueigene Harvey im Ohr, der Verhaltensmaßregeln zuflüstert. Auch habe ich stets vermieden, mit Dachrinnen oder Balkonen Zwiesprache zu halten, um nicht unliebsam aufzufallen. Denn die Erahrung lehrte mich, dass sich die Menschen gegenseitig misstrauisch beäugen, was ja zur Einführung der Geheimdienste in die Gesellschaften führte.

„Traue niemandem über 3 und schon gar nicht dem eigenen Vater!“ So hat es der Sage nach ein lakonischer Krieger (Gegend in Griechenland) seinem Sohn eingetrichtert und ihm trotz seiner Versicherung: „Ich tu Dir nichts!“, die flache Seite seines Schwertes über den Kopf gezogen, um mit der schmerzlichen Erfahrung für Nachdruck seines Rates zu sorgen.

Wenn also jemand für menschliches Verhalten (im humanistischen Sinne) plädiert, gibt er den Umstehenden unter Umständen keinen guten Rat, denn jeder versteht unter“Menschlichkeit“ etwas anderes, zum Beispiel, wenn die Rettungsboote voll sind und einer mehr im Boot selbiges zum Sinken bringt!

„Wenn dir jemand die Vorfahrt nimmt, ist er zunächst einmal ein Arschloch“, sagt Harvey in mein Ohr, denn Harvey geht davon aus, dass der Fahrer das entweder mit Absicht oder aus Rücksichtslosigkeit gemacht hat. Kennen Sie den Unterschied? Harvey kämme niemals auf die Idee, dass es sich um einen blinden Fahrer handeln könne.

Wenn man sich erst einmal an die Quintessenz seiner Selbstgespräche gewöhnt hat, hört man sich immer öfter wie durch einen Schleier sagen „Neee, neee, neee!“ Daraus resultiert eine wichtige Erkenntnis: „Wundere dich nicht, sondern staune!“

Auch die Erkenntnis, wie Kuhscheiße auf ein Dach kommt, fällt wie Schuppen von den Haaren: es muss sich um eine Erderhöhung handeln aus einer Zeit vor Errichtung des Gebäudes“ Nee, denken Sie jetzt nicht ernsthaft darüber nach! Harvey versucht zuweilen, seine Träger in die Irre zu führen.

Prost! Austrinken!

Denken Sie immer daran:Niemals aufgeben, denn noch sind wir – oder aus einer anderen Perspektive: dennoch sind wir!

Ihr/Euer alter Kunstmeister

Wie kann man solche Gesetze erlassen?

Wir reden hier nicht über Volksbelustiger/Innen, die sich über Menstruationen auslassen oder nicht erigierte Glieder, wir reden einmal über schwachsinnige Gesetzesregelungen – ausschließlich um des Erhaltes von Arbeitsplätzen wegen. Zur Zeit ist es die GroKo, die wieder einmal die Glocken nicht hören, obschon unser Parlament in Berlin wirklich von Juristen nur so wimmelt. Die müssten den Schwachsinn nun wirklich enttarnen können, denn wer könnte es sonst – als der alte Kunstmeister himself! Übrigens, der hat es zwar ein Leben lang mit Juristen in den höchsten Positionen zu tun gehabt: drei Justizministern/In, Vorsitzenden der Strafvollstreckungskammer beim Landgericht Essen, bei der ich als Bewährungshelfer gelistet war, aber was sich im Bundestag in der Gesetzgebung tut, verschlägt mir die Sprache, aber nicht die Feder. Aus dem Justizvollzugsbeamten von einst ist ein hochqualifizierter Analyst der Jetztzeit geworden. Ich rede über das „Schwarzpulvergesetz!“

Man braucht Schwarzpulver z.B., um eine Vorderladerwaffe (l) in Funktion zu bringen, z.B. einschüssige oder mehrschüssige Revolver, Pistolen oder einschüssige Gewehre verschiedenen Kalibers. Es finden sich Liebhaber von Vorderladerwaffe(l)n in Schießvereinen zusammen oder private Nutzer auf umfriedeten Grundstück, um das Eigentum zu beschützen (oder das eigene Leben in der Notwehrsituation). An der Fabrikation solcher verschiedenen Modelle „hängen“ Arbeitsplätze.

Nun ist der Erwerb von Schwarzpulver an den entsprechenden Erwerbsschein gebunden. Der Erwerb einer Vorderladerwaffe allerdings nicht. Jeder darf sie kaufen, aber nicht transportieren! Mit dem Transport vom Waffengeschäft zum Heimatort ist das verhängnisvolle „Führen“ verbunden, dem Führen einer Waffel – äh – Waffe. Hat Mensch diese Berechtigung nicht, müsste er eine Person beauftragen, ihm diese Waffel nach Hause zu überführen, denn daheim darf das Objekt aufbewahrt und angewendet werden, wenn das zueigene Grundstück eingefriedet ist. Aber wie groß muss das Grundstück sein und wie hoch braucht es einer Einfriedung? Aus Stacheldraht oder Buschgewächs und in welcher Höhe?

Im Jagdgeschwätz äh – gesetz wird der Begriff der Einfriedung genau beschrieben.

Wie kommt ein Besitzer einer waffenbesitzkartenfreien einschüssigen Vorderladerwaffel an Schwarzpulver? Da gibt es mehrere Methoden. Die einfachste und unkomplizierteste ist, sich zu Silvester mehrere Bombarden zu besorgen, um den zahlreichen Abschusshülsen das Schwarzpulver zu entnehmen. Denn der Besitz von diesbezüglichem Sylvesterfeuerwerk ist ab 18 Jahren erlaubt. Es geht um die Erhaltung von Arbeitsplätzen in den pyrotechnischen Betrieben! Aha!

Die andere Methode ist, sich das Schwarzpulver selbst zuzubereiten oder schwarzpulverähnliche Substanzen herzustellen. Es ist etwas umständlich, Holzkohle zu zerspanen und die fehlenden Komponenten aus dem Handel zu besorgen. Auf diese Komponenten wird hier nicht eingegangen, es könnte Terroristen dazu dienen, sich Sprengmittel herzustellen. Auch die Kidies dollten hier keine Bauanleitung erhalten.

Der Grund, weshalb hier über Schwarzpulver und dessenen legitime b.z.w. nicht legitime Beschaffung gesprochen wird, ist, dass die Gesetzgebung Schlupflöcher offen lässt, die sie nicht in den Griff bekommt, ohne den Verlust von Arbeitsplätzen in Kauf zu nehmen.

Trotz allem ein Hinweis des alten Kunstmeisters: Wenn Ihr Euer Haus/Heim mit einer waffenerwerbsscheinfreien einschüssigen Vorderladerwaffel schützen wollt: achtet auf die Verhältnismäßigkeit im Sinne des Notwehrparagraphen, denn auch eine Vorderladerwaffe, die mit Schwarzpulver betrieben wird, ist lebensgefährlich, zumal das Kaliber jener Waffen mit etwa 9 mm beginnt und bei Kaliber etwa 54 aufhört, was einem Durchmesser einer Bleikugel von etwa 1,5 cm entspricht.

Um dem ganzen Hickhack zu entgehen, empfiehlt sich die Ausbildung zum Jäger, der zum Führen einer oder mehrerer Langwaffen und einer Kurzwaffel autorisiert wird, was die Gesetzgebung etwas entlastet, weil die Juristen im Bundestag auch nicht ganz genau wissen, wie sie mit diesem Problem umgehen sollen.

Der alte Kunstmeister empfiehlt wie immer:

Prost! Austrinken! Denn noch sind wir oder : dennoch sind wir!

Erkenntnisse – Bekanntes und Unbekanntes neu aufgewärmt

Zu Beginn eines Philosophiestudiums – oder einer individuellen Auseinandersetzung mit der Meta ta Physika, der Welt der Erscheinungen, mag zunächst geklärt sein: Was sind Erkenntnisse, woraus resultieren sie und wozu braucht Mensch sie? Kann auch behauptet werden, dass Erkenntnisse erforderlich sind, um eine Quintessenz aus einer Sache oder einem Zusammenhang zu ziehen? Sollen Erkenntnisse überhaupt im Leben anwendbar sein und wenn ja, wie kommt man an Erkenntnisse? Welche Formen von Erkenntnissen gibt es überhaupt? Gibt es Erkenntnisse, die alle Menschen teilen; müssen Erkenntnisse von allen Menschen geteilt werden, und wenn ja, wozu soll das von Nutzen sein? Und was bedeutet Nutzen überhaupt? Und da stellen wir uns mal dumm ( Die Feuerzangenbowle ) und sagen: „Da geht der Kolben rauf und runter (der Philosoph hakt sofort ein: „Oder hin und her! „), und das ist das Prinzip von der Dampfmaschin!“

Jetzt steht die halbe Menschheit sofort auf und fragt ganz offen:“ Was soll der Blödsinn, das lenkt doch nur vom Wesentlichen ab!“ Jaaa, Pustekuchen!“

Alle Unstimmigkeiten der Welt, alle kriegerischen Auseinandersetzungen erfolgen aus Mangel an Energie, Rohstoffen, Wasser, Platznot, Hunger und Mangel an Erkenntnissen. Eine der einfachsten und wirkungsvollsten Erkenntnisse ist, dass beim Pflanzen entweder das Grüne nach oben kommt, oder der Keim, dass die Erde aufgelockert und begossen wird, damit eine Saat, ein Steckling erst einmal „angeht“. Also dienen Erkenntnisse zunächst einmal dazu, die Menschen zu ernähren, zu kleiden und zu schützen.

Dieses Grundwissen haben wir von den Vorfahren , entweder aus Überlieferungen oder aus Lernerfahrung, aus unmittelbarer Belehrung.

Wie viele Menschen mussten sterben, um eine Erkenntnis der Allgemeinheit zu vermitteln, dass der Verzehr von Knollenblätterpilzen tödlich ist? Also resultieren Erkenntnisse auch aus dem Ausprobieren und Weiterentwickeln. Das erste Rad soll viereckig gewesen sein bzw. achteckig.

Aber es rollte schlecht! Die Erkenntnis der ungefederten Masse bei einem Rad/Wagen und dessen Trägheit kam viel später und auch die der Gravität als elementares Prinzip im Universum.

Man sollte Erkenntnisse über giftige Früchte, Pilze, Schlangen, Spinnen übrigens nicht den Theoretikern überlassen. Manches lässt sich schlecht berechnen. Also spielt die Lernerfahrung eine wichtige Rolle: Man kann auch aus den Fehlern anderer lernen!

Erkenntnisse dienen also auch dazu, um im Diesseits zurechtzukommen, das Leben für sich – einerseits und das Leben in der Gemeinschaft andererseits zu ermöglichen. Damit kommt ein weiterer Begriff in die Diskussion, der Begriff des sozialen Zusammenlebens, des Gemeinsinns oder der Fürsorge für Schwächere , Alte oder Kranke. Daraus entstand eine eigene Wissenschaft, die Soziologie, welche u.a. die Zusammenhänge in einer Gesellschaft erforscht.

Eine der wichtigsten subjektiven Erkenntnisse ist, dass „hinten“ nix rauskommt, wenn man „vorne“ nichts „reinpfeift“. Die Quintessenz dieser Beobachtung lieferte Bert Brecht mit dem Satz: „Vor der Moral kommt das Fressen!“

Erkenntnisse, die sich nicht auf das soziale Gemeinschaftsleben auswirken, bleiben subjektive Alleingänge wie zum Beispiel Erfindungen, die nur dazu dienen, erfunden zu werden, wobei eine spätere Anwendungsmöglichkeit zunächst keine Rolle spielen mag, bis jemand zur Erkenntnis kommt, dass man mit einer Erfindung neben allgemeinem Nutzen auch großen Schaden anrichten kann.

Das sind Zweit- oder Dritterkenntnisse, wobei sich stets eine weitere aus der vorherigen ergibt, nicht unbedingt im Sinne einer Weiterentwicklung, sondern auch im Sinne der Anwendung.

Damit stoßen wir auf eine dritte Kategorie von Erkenntnissen, der Morallehre oder der Religionen, von denen es unzählige gibt. Die Erkenntnisse aus religiösen Lehren ist zunächst der Glaube, der für sich steht und nicht unbedingt in seinen Lehren hinterfragt werden muss, wenn man sich auf schriftliche Überlieferungen beruft.

Wenn man diesen Beispielen folgt, kommt man zu der Erkenntnis, dass sich die Philosophie mit den Schlussfolgerungen von Erkenntnissen auf eine Gesellschaftsform und die Morallehre beschäftigt hat und zwar seit frühesten Aufzeichnungen.

Das persönliche Studium, Ergründen, Erforschen aller Disziplinen ist nicht möglich, dazu ist ein Menschenleben zu kurz. Deshalb ist es sinnvoll, dass sich die Kompetenzen in einer Gesellschaft aufteilen und Erkenntnisse zusammengefügt werden. Die Astronomen machen es uns vor. Sie teilen ihre Erkenntnisse bei ihren Forschungen und Entdeckungen. Sie versuchen, Erscheinungen nachzuweisen, die sie in Vermutungen und Überlegungen theoretisch aufgezeigt oder mathematisch errechnet haben.

Leider werden Erfindungen auch dazu benutzt, um Vorteile vor anderen Gesellschaften zu bewirken, in dem man sie anwendet, um Dinge des Alltags herzustellen, die wiederum Begehrlichkeiten bei jenen hervorrufen, die nicht unmittelbar an der Erfindung partizipieren. Im Grunde mutieren Erkenntnisse zu Rivalitäten zwischen verschiedenen Gesellschaften und Gesellschaftsformen. Die Menschen versuchen, diese Erfindungen durch Patente weltweit zu schützen. Leider konzentrieren sich Erfindungen u.a. auf Waffentechnik, womit viel Geld zu verdienen ist.

Es handelt sich um Erkenntnisse, um Geld damit zu verdienen, seltener, um die Menschen vor Katastrophen zu beschützen. Aktuell ist dieser „Erkenntniszustand“ weltweit zu beobachten. Wider besseren Wissens halten verschiedene Staaten am Wohlstandsprinzip fest und vernachlässigen Maßnahmen, um z.B. die drohende Klimaerwärmung abzuwenden.

Der Größte, Stärkste ist nicht unbedingt der Erkenntnisreichste! Eine Erkenntnis, die nicht nur mich betroffen macht!

Prost! Austrinken!

Rät der alte Kunstmeister

Fantastisch, Greta Thunberg und Klima-Aktivisten!

Ich schreibe in eigener Sache, zum Thema Klimaerwärmung, Vermüllung der Meere und ganzer Landstriche. Ich nehme eine ablehnende Haltung ein, wenn ich aus den Medien erfahre, dass man Orang Utans aus den Bäumen jagt, weil z.B. in Brasilien in Unmengen an Tropenhölzern legal oder illegal „geerntet“ werden, damit sich europäische Hausbesitzer ihre Veranden mit Fußbodenbelägen aus eben diesem Rohstoff ausstatten, weil er hart und regenfest ist. Das Gütesiegel „aus forstwirtschaftlichem An – bzw. Abbau hergestellt“ mag nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Land wie Brasilien am Wirtschaftszuwachs profitieren will.

Wie könnte der Vernichtung des Regenwaldes entgegengewirkt werden? Die Industrienationen könnten Billionen an Dollar aufbringen und das Geld an die Erhaltung des Regenwaldes binden. Könnte „man“! Dann kotrollierte ein Heer von Rangern den Regenwald.

Seit 1969 stelle ich in meinen Gemälden und plastischen Arbeiten aus Ton, Holz und Metall sowie Performances futuristische Szenarien in den Mittelpunkt meiner Arbeit. Es ist nachvollziehbar, dass derartige „Unkenrufe“ wie zum Beispiel der Supergau eines Atomreaktors verständnisloses Kopfschüttel bei den Galerie – und Museumsbesuchern hervorrief, denn von einer Erderwärmung oder Trockenperioden, wie wir sie jetzt in Australien erleben, war noch nichts zu spüren. Die Presse nannte meine Bilder „futuristische Visionen des Grauens“. Heute muss ich sagen, dass Greta Thunberg in wenigen Monaten mehr bewirkt hat als ich in 50 Jahren harter Schaffens – und Ausstellungsarbeit.

Ich entsinne mich gerne der Zeit um Petra Kelly und General Bastian (die GRÜNEN ), an Joseph Beuys, der für die GRÜNEN im Landtag von NRW kandidierte. Ein Dorn im Auge ist mir bis heute ein gewisser Otto Schily, der zunächst als Rechtsanwalt unter anderem die Terroristin Gudrun Ensslin verteidigte, später in die Partei der GRÜNEN eintrat und später zur SPD wechselte, schließlich zum Bundesinnenminister avancierte.

Als junger Beamter des Justizvollzuges habe ich ihm mehrmals die Außenpforte zum Hafthaus der JVA Essen geöffnet, wenn er Einlass begehrte, um Gudrun Ensslin zu besuchen, die seinerzeit im dortigen Frauenblock in Untersuchungshaft einsaß.. Mir fielen seine eiskalten Augen auf, wenn er sein Anliegen vortrug.

Seine „Karrierre“ ist für mich zum Sinnbild der Menschen mit zueigenem „Karrierestreben“ geworden, das sich über vieles hinwegsetzt, z.B. die Erhaltung des lebenswerten Raumes auf diesem Planeten, im Meer, auf der Erde, in der Atmosphäre.

Rückblickend kann ich sagen, dass Joseph Beuys und andere Künstler und Autoren die Inhalte des neuen Kunstbegriffes (“ jeder Mensch kann ein Künstler sein“) hin zu einer gesellschaftspolitisch wirksamen Ausrichtung entwickelten, genau das Richtige taten. ( Kunst und Literatur für den Verstand, reine Ton – Musik für die Seele, fürs Gemüt! Daneben gibt es auch „literarische“ Musik, die entsprechende Texte und damit Inhalte vermittelt).

Der Urwald in Australien brennt, der Boden hat seit Jahren keinen Tropfen Wasser mehr bekommen, quadratkilometergroße Flächen in Kalifornien brennen, die Polkappen schmelzen, die Gletscher in den Alpen verschwinden. Längst ist der Ausspruch :“wir werden nasse Füße bekommen“ , eine Untertreibung. Im Gegensatz zur Verkarstung ganzer Länder (zum Beispiel in Afrika) werden andere von Überschwemmungen und Sturzfluten heimgesucht.

Und so, wie mir in den späten 80er Jahren als unbequemer „Spökenkieker“ mit Ungläubigkeit begegnet wurde, begegnen heute viele Menschen den erwiesenen Tatsachen skeptisch. Ein Drittel der Deutschen glaubt noch heute nicht an die Gefahr der Klimaerwärmung, obschon tausende Wissenschaftler aus allen Ländern mit Fakten an die Öffentlichkeit treten.

Stattdessen reden Stimmen von wirtschaftlichen Interessen Gretas und gewissen „Hinterleuten“, die sie vorschieben, spinnen Verschwörungstheorien über eine „mongolide Persönlichkeit“. Es ist unfassbar, auf welche Ideen tumbe Personen kommen, um die tapfere Sechzehnjährige in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen, eine Persönlichkeit, die fließend englisch spricht und gerade erst einen ausgelobten Umweltpreis in Höhe von 50.000 Euro ausgeschlagen hat.

Und dann gibt es noch Kräfte in einer Partei in Deutschland, die , wenn sie an die Regierung kommt, die fossil betriebenen Kraftwerke wieder in Betrieb nehmen will, anstatt sich für nachhaltige Technologien zu kümmern, deren Umsetzung Arbeitskräfte bindet. Während unsere Automobilbauer die Zeit verschlafen haben, zeigt ihnen Tesla in Brandenburg wie es gemacht wird.

Bravo Greta Thunberg, bravo Klima- und Umweltaktivisten! Zeigt den ewig Gestrigen, wo „der Hammer“ hängt, aber immer gewaltfrei und zielorientiert. Ich laufe gerne in Euren Reihen mit!

Den Segen des alten Kunstmeisters habt ihr!

Prost! Austrinken, denn noch sind wir oder besser: dennoch sind wir!

Auf ein Wort, GroKo!

Der Lohnsteuerbescheid 2019 ist da! Neugierig öffnet meine liebe Gattin den Umschlag. Absender ist das Finanzamt Leer.

Was ist in dem Kuvert? Der Einkommenssteuerbescheid. Steuerberater und Finanzamt weisen sich gegenseitig die Schuld zu – weil zwar im Frühjahr die Erklärung abgegeben wurde, aber mittlerweile haben wir Ende November.

Aha! 750.-. Euro Steuernachzahlung werden fällig. Macht ja nichts, wir sind beide Rentner bzw, ein Rentner und ein Pensionär.

Ich forsche im Internet: heißt das nun regressive Lohnerhöhung? Nein, kalte Progression heißt das Zauberwort des Fananzmagiers in Berlin mit Namen Scholz. Aber alleine hat er das doch nicht hingekriegt, oder? ICH ENTSINNE MICH, das kommt gelegentlich vor im rüstigen Rentenalter von 76 Lenzen.

Da war doch irgend etwas mit der GroKo? Ich entsinne mich auch, dass meiner Frau im laufenden Kalenderjahr ein paar Euro Rentenerhöhung zuteil wurden.. Das geschieht in der Absicht, der jährlichen Inflationsrate entgegenzuwirken. Ach ja, und die pensionierten Beamten haben ja an der Lohnerhöhung partizipiert, welche die Kollegen von der Müllabfuhr (öffentlicher Dienst) für die Beamten erstreikten. Merke: Wenn der Müll zum Himmel stinkt, neigt man in den entsprechenden Gremien zur Zustimmung einer Forderung. Das ist bekannt.

Beim Betrachten des Einkommenssteuerbescheides mit den vielen, vielen Zahlen fällt auf, dass zum Jahresbeginn eine Steuerforderung festgesetzt wurde, die offensichtlich nicht das ganze Jahr gehalten hat, was sie in Aussicht stellte, zumal die Steuerpflichtigen alle drei Monate einen entsprechenden Teilbetrag davon an das Finanzamt entrichten – mittels LASTSCHRIFTVERFAHREN versteht sich, damit sich das Finanzamt bedienen kann wann immer es will (und muss?)

Der Zahlensalat auf dem Bescheid erweist sich als äußerst verwirrend, ja verschleiernd, denn anstelle von festen Zahlenwerten, welche die Gesamtforderung – vorher – nachher ausweisen, muss der gequälte Steuerzahler selbst ausrechnen , um wie viel die tatsächliche zum Jahresbeginn festgesetzte Gesamtforderung der zum Jahresende festgesetzten Forderung hinterherhinkt. Vor allem fehlt es an Aufklärung, woraus sich die neue Forderung ergibt.

Da könnte zum Beispiel stehen, dass im vorliegenden Fall eine erhöhte Steuer in Ansatz gebracht wurde, die sich aus der Rentenerhöhung am ,,,,, ergibt. Und selbst, wenn eine Rentenerhöhung erst im Juli erfolgte, wird die Erhöhung des Einkommens und damit die Steuerberechnung auf das ganze Jahr bezogen, gerade so, als haben die rüstigen Rentner bereits in den Monaten davor mehr Geld auf dem Konto gehabt. Jedenfalls geht aus dem Steuerbescheid nicht hervor, wie viele Steuern auf die jeweiligen Monate entfallen, wie es eine Bank bei den Zinsen ausweist.

Langsam wird mir klar, weshalb gewisse Bürger die Steuerbehörden als moderne Raubritter bezeichnen.

Nun zu meinem Anliegen, Herrn Scholz und Co von der GroKo betreffend: Ich habe nachgeschaut, wie viele Wahlberechtigte in Deutschland infrage kommen, wenn es bei der nächsten Bundestagswahl ums Hauen und Stechen geht. Es sind ca. 62 Millionen Wahlberechtigte zu berücksichtigen. Davon entfallen 21 Millionen Stimmen auf Rentner! Das sind in etwa ein Drittel. Geht man davon aus, dass nur 60 Prozent der Wahlberechtigten tatsächlich wählen, dann haben wir es nur noch mit 38 Millionen Wählern zu tun. Die Rentner scheinen stinksauer zu sein, wenn man der BILD von heute Glauben schenkt. 21 Millionen wütende Rentner von 36 Millionen Wahlberechtigten zeichnen ein düsteres Bild für die GroKo ab, die sich gerade erst wieder mühsam zusammengerauft hat. Dabei wurde erst vor kurzem über die Medien verbreitet: zu kalten Progressionen solle es nicht kommen.

Selbst wenn eine Million der 21 Millionen Rentner zwischenzeitlich an Alzheimer erkranken sollten und sich infolge dessen nicht mehr an die Steuerpleite erinnern können, bleiben noch ca. 20 Millionen übrig, die der Groko das Wahlergebnis für die kommende Bundestagswahl tüchtig vermiesen werden. Und an der Pleite wird die SPD mächtig teilhaben.

Das ist kein prophetisch bedingter Aspekt, sondern ein Versprechen! Weshalb sonst informiert Mensch die Zustände in der BRD über einen Blog?

Prost! Austrinken!

Empfiehlt der alte Kunstmeister

Einfach mal die Fresse halten und weiter so?

Jedesmal, wenn Dieter Nuhr zur besten Sendezeit Umwelt – und  Klimaaktivisten schmähen darf, wird sich der alte Kunstmeister zu Wort und Schrift melden. Andere Kabarettisten wie Hagen Rether, Urban Priol, Wilfried Schmickler, Volker Pispers oder Georg Schramm haben oder hatten es nicht so leicht, die besten Sendezeiten bei den deutschen öffentlichen Sendern zu bekommen. Das kritische Kabarett wurde zwar toleriert, aber zumeist in die späten Abendstunden verlegt, so dass bei mir der Eindruck entstand, dass gesellschaftskritische Töne am besten zur Schlafenszeit serviert werden, wenn die Arbeitnehmerschaft die Betten aufsucht. Es erinnert mich an die Empfehlung: „Lieb Vaterland magst ruhig sein!“

Und in eben dieses Horn stößt der Komödiant Dieter Nuhr mit seiner Empfehlung an die Kritiker allen Übels mit seinem zornigen Ausspruch: „Einfach mal die Fresse halten!“ Er mag sich nicht wundern, wenn diese Empfehlung an den Absender zurückgeworfen wird.

Seiner Empfehlung an die Klimaaktivisten, sich auf den Platz des himmlischen Friedens in Peking zu begeben, um zu demonstrieren, somit  zu belehren (denn hier könne man sich ja die Freiheit nehmen, solches Tun in der Öffentlichkeit zu praktizieren), muss entgegengehalten werden, dass jeder vor der eigenen Haustür zu kehren habe.

Vom deutschen Staatsgebiet ist in der Vergangenheit viel Leid über die Völker gebracht worden, es ist an der Zeit, dass von Deutschland aus positive Gedanken und Ideen in die Welt gehen. Es ist an der Zeit für die Deutschen, eine Vorreiterfunktion zu übernehmen. Statt dessen versuchen uns tumbe Personen einzureden, dass aufgerechnet werden soll: Wenn „die“ nicht – weshalb denn ausgerechnet wir? Es läuft doch alles bestens?

Ich empfehler dem Nuhr, dass er mal an der Stelle im Meer baden geht, wo sich angestrandete Plastiktütenberge und anderer Zivilisationsmüll dermaßen konzentrieren,  dass er über das Wasser laufen kann wie Jesus seinerzeit.

Nichts ist gut auf dieser Welt der Menschen, Dieter Nuhr, es besteht dringender Handlungsbedarf, daran etwas zu ändern.

Nicht „einfach mal die Fresse halten“, sondern aufzeigen und Verbesserungsvorschläge machen z.B. der deutschen Autoindustrie, welche die Zeit gründlich verpennt hat. Während die Japaner schon seit Jahren Autos mit Wasserstoff –  Brennzellentechnik herstellen, ebenso ein südkoreanischer Automobilhersteller, haben es in Deutschland einige Autobusse und Nahverkehrszüge aufs „Treppchen“ geschafft. Mercedes veröffetlicht seine eigene Pleite mit der Aussage, die Wasserstoff-Brennzellentechnik in PkW sei technisch kaum lösbar und käme wie ein Bumerang auf den Hersteller zurück. Irgendwelche Tumben stellen die Behauptung in sozialen Netzwerken auf, kein Land der Erde würde so einen „Mist“ wie die Solarzellentechnik forcieren. Der Blick in die USA belehrt solche Unwissenden eines Besseren. Bei den Amerikanern ist nur die Hälfte dumm, genau wie bei uns, den Engländern, den Israelis, den Ungarn, eigentlich der Weltbevölkerung. Dumme Menschen haben keine eigenen gewachsenen Erkenntnisse. Sie haben es nicht gelernt zu denken. Zum Erlernen der Denkfähigkeit sind die Schulen da, als erstem Arbeitsplatz im Leben eines Menschen. Anstatt das Denken zu vermitteln, werden die Schüler zum Auswendiglernen „erzogen“. Sie werden an die Bedürfnisse der Wirtschaft, des Systems adaptiert. Hat einer von diesen Schülern das blöde Spielchen durchschaut, muss er sich von einem Dieter Nuhr sagen lassen, dass er „einfach mal die Fresse halten soll. Was soll das Gefasel von der Freiheit? Der Mensch ist nicht frei! Die Menschen sind auf einander angewiesen. Wenn einer aufsteht und etwas sagt, was gegen den Mainstream gerichtet ist, bedeutet das nicht, dass der Betreffende frei ist. Er  (steht jetzt nachfolgend für „der Mensch“) darf das in der BRD, weil ihm das durch das Grundgesetz zugestanden wird. Er darf seine Meinung frei äußern, ist aber deshalb noch lange nicht frei. Er darf aber das Lesen der Bildzeitung verweigern. Er muss die Kommentare der Öffentlich – Rechtlichen Sendeanstalten nicht auswendig lernen. Aber er muss arbeiten, um später eine Rente zu beziehen. Er darf nicht einfach in den Wald gehen und sich am Wild bedienen – außer – er ist Jäger! Er muss Steuern bezahlen – muss! Das Prinzip der Freiwilligkeit funktioniert an dieser Stelle nicht. Wenn er Lebensmittel einkauft oder Kleidung, muss er Steuern bezahlen. Der Mensch ist nicht frei. Das Leben in völliger Freiheit funktioniert in einer Gesellschaft nicht. In einer demokratischen Gesellschaft darf der einzelne Mensch wählen gehen. Das sollte voraussetzen, dass er gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen und Tendenzen auf die Zukunft berechnen kann. Das können die Wenigsten. Sie, Kollege Nuhr, können das auch nicht, das wird aus Teilen ihres Programmes ersichtlich. Noch etwas zum Schluss: Wer den Bekanntheitsgrad der jungen Greta Thunberg (Klicks) mit den Klicks vergleicht, die einem jungen Erfinder auf den Internetforen zugedacht werden, der hat nicht begriffen, dass sowohl Umweltpolitik als auch entsprechende Erfindungen, sich nicht gegenseitig ausschließen, sie konkurrieren nicht mit einander. Dieses Denken ist in der heutigen Gesellschaft kaum vorstellbar, weil wir von Kindesbeinen an nach dem Belohnungsgedanken handeln. Um ein krasses Beispiel zu benennen: Karl Puprecht, (dreijährig) hat einen stattlichen Haufen ins Töpfchen abgehen lassen. Jetzt strahlt er und klatscht in die Hände: „Talli hat Kacki macht!“ Und dann kommt die Belohnung, oft ein Lutscher oder ein Haribo…….

Na, wenn das nicht zum Nachdenken anregt – oder?

Prost! Austrinken, rät der alte Kunstmeister mit einem Augenzwinkern