Amos in der studentischen Burschenschaft

„ … Und da gibt es wirklich viel zu trinken ?“

Das gefährliche Piratenschaf konnte sein Glück kaum fassen und dachte natürlich an Mengen heißen Kakaos. Die studentische Burschenschaft hatte nämlich zum „Tag der offenen Tür“ in ihre Villa eingeladen, und Opa Hermann übte gerade einen Krawattenknoten.

„Fuchs AMOS … hat er eigentlich jedient ?“ begrüßte der Fuchs-Major die beiden. mit herrischem Tonfall.“ Der kleine Held drehte sich verängstigt in Erwartung eines „Fuchses“ von hinten um.

„Silentium – und nicht herumlungern. Da vorn geht’s zur scharfen Mensur “, erfuhren die beiden.  Um sie herum erklang veraltetes Deutsches Liedgut. „Ihr wollt doch sicher auch bald das „Band“ tragen ?“ Etikette ist alles – und immer bereit, sechs Hiebe auf den Paukboden zu schlagen und niemals zurückweichen.“ AMOS fragender Blick verriet, dass er nichts verstanden hatte. Um seine Verlegenheit  zu überspielen erklärte er, dass er ein gefährliches Piratenschaf sei – so mit piratiger Augenklappe.

„Recht so – und weitermachen,“ erhielt er als Antwort. „Extremsituation plus Gemeinschaft gleich Freundschaft. Alles zur Pflege des wertvollen Deutschtums.“ Bei dem gefallenen Begriff „Pflege“ dachte der kleine Held an „Fuß- oder Hufpflege“ und nickte beeindruckt, fast ehrfürchtig. Alsdann wurde ihm ein Humpen hellen Bieres gereicht, aus dem zwei Strohhalme ragten.

„Hoch lebe der Spender dieser edlen Runde, auf das er so alt werde, wie der Stockfisch vor Islands Küste.“  Ein schmächtiges und wirklich altes Männchen mit Kappe und Band winkte mit einem ebenfalls gefüllten Krug aus der Ecke.

„An den Nabel, an den Schnabel … ex …!“

„Habt ihr denn gar keinen Kakao ?“ war die Frage und dann überlegte er, dass er ja zu der Gattung der ostfriesischen Lämmer gehörte und keineswegs über einen „Schnabel“ verfügte …

„Opa Hermann, ich glaube, ich möchte jetzt doch schnell nach Hause .“ Der stimmte sofort zu, weil er befürchtete, dass die Trinksprüche mit zunehmendem Alkoholgenuss noch grober werden könnten.