Amos und die unerwartete Genugtuung

„… Ich weiß nicht mehr genau, wo du warst, jedenfalls stand hier mal ein Fremder im Anzug im Eingang. Der winkte grinsend mit einem Autoschlüssel und zeigte auf einen großen Wagen :„Da ist er – ihr Hauptgewinn …“.

„Für mich – habe ich den etwa gewonnen ? Ich fasse es nicht …“.

„Nein …“, fuhr Opa Hermann fort. „Es war nur der üble Trick eines Autoverkäufers, um zu einer Probefahrt zu ködern.“ Enttäuscht sackte AMOS zusammen, der sich schon auf dem Beifahrersitz sah.

„ Aber es ging ja auch noch weiter. Jedenfalls klingelte er einmal bei einer attraktiven jüngeren Dame, die auch erst darauf herein fiel, sich dann aber interessiert zeigte und fragte, ob es auch die Autobahn sein dürfe?     Milde lächelnd erklärte er PS-Zahl und Beschleunigungsmoment, wohingegen sie ihn bat, sich doch gut anzuschnallen. Die Fahrt ging also los, und sie holte alles an Geschwindigkeit heraus, was das Fahrzeug hergab. Es wurde gerast, gejagt, überholt und auch gebremst Süffisant lächelnd überhörte sie sein Gejammer und Gestöhne und zeigte sich auch ungerührt, als er sich übergeben musste. Wieder zu Hause angekommen winkte  diesmal  sie mit dem Autoschlüssel : „Danke – ganz lieben Dank, dass ich Probe fahren durfte, nur leider ist das nicht das, was ich suchte, aber sie waren sehr nett!“  Dann drehte sie sich noch einmal um und bemerkte spitzbübisch : „Meine große Leidenschaft sind übrigens Rallyes – und die Preise, die ich mir da hole .Kommen sie gut heim.“

AMOS hatte erregt zugehört und der alte Bergmann meinte noch mit leichter Schadenfreude :„Schade, dass wir nicht dabei waren, als er seinem Chef erklären musste, warum der neue Vorführwagen nach Erbrochenem riecht!  Der nette Herr wurde danach auch nirgendwo mehr gesehen.“