Neue Hoffnung?

Wenn ein Phönix aus der Asche steigt…

 „Neues Spiel – neues Glück, alles ändert sich im Augenblick“, so ist mir noch der Rummelbudenbetreiber im Ohr. Auf einer Glasfläche waren vier Kartensymbole dargestellt, Kreuz-Pik-Herz-und Karo-Ass. Die Mitspieler setzten 10 Pfennig auf einen der Plätze. Dann wurden die Felder mittels einer drehenden Kontaktscheibe rythmisch beleuchtet, die der Budenbesitzer mechanisch in Gang setzte. Sodann blinkten die Felder wild durcheinander auf, bis endlich die rotierende Scheibe zum Stillstand kam und eines der Felder endgültig aufleuchtete. Der Budenbetreiber übergab dem Gewinner eine „Wertmarke“ und strich die gesetzten 40 Pfennig ein. Für eine festgelegte Anzahl von „Wertmarken“ konnten dann Gewinne eingetauscht werden, bunte Luftballons, ein Stoffteddy, eine Blumenvase und anderes Zeugs, insgesamt wertlose Dinge. Ein SUV mit 6 Gängen und Vierradantrieb war jedenfalls nicht darunter.

Im Herbst sind Bundestagswahlen. Ich höre den Budenbesitzer noch rufen: „Karo-Ass ist noch frei!“ Verdrossene SPD-Wähler wollten die SPD nicht mehr, keine Koalitionspartei, welche den Vorgaben der CDU und ihrer Vorsitzenden Angela Merkel folgte, ohne markantes SPD- Profil.

Was ist das für eine Partei der Arbeitnehmer, welche im kapitalistischen Sinne mit an den Rädern dreht und in mehrfacher Hinsicht den Vorgaben des „amerikanischen Bruders“ folgt? Dies geschieht vor allem in Bezug auf die geplante Aufrüstung der Bundeswehr, anstelle die Löcher im sozialen Bereich nachhaltig zu stopfen!
Der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika verlangt mehr Engagement von den Nato-Mitgliedsstaaten. Er meint eine finanzielle Mehrbeteiligung von den Natopartnern!

Karo-Ass ist noch frei! Wie wäre es denn, wenn die USA ihren Stützpunkt in Deutschland bezahlen würden? Wie würden deutsche Wähler reagieren, wenn ein Anwärter auf das Amt des Bundeskanzlers sagen würde: „Ich werde versuchen, den amerikanischen Verbündeten davon zu überzeugen, die in der Bundesrepublik stationierten Atomköpfe samt Raketen zu sich nach Hause zu nehmen!“

Stimmen werden laut, vor allem bei den eingefleischten CDU-Wählern, er, der Schulz, solle doch mal langsam sein Programm in die Debatte werfen!
Weshalb?
Es ist doch langsam bekannt geworden, dass vorherige (Wahl)-Aussagen der Parteien selbst die Waschmittelreklame beleidigen, weil die Wäsche tatsächlich nach dem Waschgang sauber ist!

Man sollte die Art der Amerikaner, sich waffenstarrend in ihrer engeren und weiteren Umgebung zu präsentieren, auf die Entstehung ihres Staates zurückführen. Seit die Trecks mit den Siedlern das Land von den Indianern nahmen, war es üblich, nachts mit Stiefeln an den Füßen und umgeschnalltem Patronengurt das Ruhelager aufzusuchen. Waffen zum persönlichen Schutz sind dem amerikanischen Volk praktisch mit in die Wiege gelegt. Waffen vermitteln dem Träger das Gefühl von Schutz. Wenn die Statistik zu Hilfe gerufen wird, bietet sich dem Analytiker ein völlig anderes Bild. In keinem Staat der Erde gibt es mehr Tote durch Schusswaffengebrauch als in den USA, sieht man von Kriegen, Aufständen und Revolutionen einmal ab. Schätzungsweise sind in den USA fast 4 Millionen Schusswaffen registriert. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, denn die kriminellen „Elemente“ sind noch nicht mit hineingerechnet.
Martin Schulz ist bei seinen Kollegen in der Europäischen Union beliebt, er hat niemals den Eindruck hinterlassen, dass er den europäischen Nachbarländern seine Auffassung aufdoktruieren wollte. Und doch hat er in den Debatten zu seiner Auffassung gestanden. Die meisten Deutschen haben die Themen, die im EU Parlament diskutiert wurden, nicht sonderlich interessiert. Die Medien haben Berichte darüber auch sträflich vernachlässigt. Die meisten Deutschen sind der Auffassung, dass europäische Politik in Berlin gemacht wird. Diesen Eindruck hat jedenfalls Frau Dr. Merkel bei weiten Kreisen der Bevölkerung hinterlassen. Gesteuert wurde dieser Eindruck von Presse- und Rundfunkmedien, die völlig hirnlos von der „mächtigsten Frau“ der Welt „headlines kreierten“. Hervorgetan hat sich aus diesem „Sumpf der Verblödung“ natürlich auch die Bildzeitung, die immer noch von großen Teilen der Bevölkerung gelesen wird. Nicht umsonst redete der Ex-Bundeskanzler Schröder den Satz: „Ich brauche nur die Bild und die Glotze!“ Welche Rede!
Haben die Deutschen das alles vergessen? Und ja! Es dauert sehr lange, bis ein Gehirn absolut weggesoffen ist, und in der Jugend muss sehr früh mit dem Saufen angefangen werden, sonst wird die Flasche Schnaps, die gerade erst getrunken wurde, wieder ausgekotzt. Bis zum Delirium tremens dauert es dann einige Jahre, bis der Schüttelfrost den Jungwähler von der Stuhllehne kippt. Und jetzt kommt Martin Schulz, ein ehemaliger Trinker, der es geschafft hat, sich davon zu befreien. Er besitzt Charisma, ein ruhiger Mann, der nicht poltert! Er kommt verständnisvoll daher. Wenn er spricht, dann hackt er nicht mit dem Kopf wie ein Huhn beim Gehen. „Hacken beim Reden“ kannten wir bei Helmut Kohl schon! Es ist von der Körpersprache her besorgniserregend und wirkt unsympathisch. Es mutet an, als wolle jemand seine Argumente in den Kopf seines Kombattanden hineinhacken. Allein die Blinden werden von diesem Anblick verschont, sorry! ( Letzteres gehört nicht in einen Kommentar. Deshalb nehme ich das wieder zurück!).
Und noch etwas: Schulz hat es überhaupt nicht nötig, das Wählerpotential mit Aussagen zu ködern, die er hinterher gar nicht umsetzen kann. Wenn er sagt, dass er mehr Gerechtigkeit wünsche, dann ist das kein Versprechen, sondern ein Ziel. Es ist ein Ziel, dass er sich mit Menschen aller Altersgruppen in Europa teilt. Wenn aus Belgien jetzt gerade ein politisch akzentuierter Ruf nach Deutschland schallt: „Weshalb sollen wir unbedingt auf die Wünsche der Amerikaner nach Aufrüstung eingehen?“ dann ist das wie ein Weckruf, mit der Hysterie endlich Schluss zu machen, „der Russe“ wolle sich halb Europa einverleiben! Dem Wunsch der Polen nach mehr Sicherheit durch Waffenpräsenz sollte man entgegen halten, dass die inzwischen sechsmalige Teilung ihres Heimatlandes nicht nur von Russland ausging, sondern auch von Deutschland. Entgegen jeder Vernunft wäre es, wenn es der russischen Führung in den Sinn käme, das Staatsgebiet zu vergrößern. Das Riesenreich verlangt vielmehr nach Verbesserung von wirtschaftlichen und örtlichen Strukturen, Verkehrswesen und und und.

Die Zusammenarbeit zwischen den Völkern in der Erforschung des Weltalls klappt hervorragend. Was spräche dagegen, wenn die Zusammenarbeit auch auf andere Bereiche ausgedehnt würde? Eigentlich nichts!

Es wird allerhöchste Zeit, dass ein Phönix aus der Asche steigt!

 

 

 

Donald Trump nicht zu früh bewerten

„Was ein Haken werden will, krümmt sich beizeiten?“

 


Eine schillernde Figur scheint dieser zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika schon im Vorfeld zur Präsidentenwahl gewesen zu sein, wenn man den Berichten im TV glauben darf. Neben seinem Trump-Tower kann er mit einer eigenen Boeing 762 aufwarten, bestückt mit zwei britischen Rolls Royce-Strahltriebwerken an den Tragflächen und einem Dreizimmer-Interieur im Inneren des Flugzeugrumpfes. Nirgends ein Schild zu sehen, auf dem geschrieben steht: „Eure Armut kotzt mich an!“ Trump ist gut zu seinen Leuten, so scheint es, zum Bordpersonal inclusive einem eigenen Flugkapitän, dem nach eigenen Aussagen „der Beruf Freude macht!“ Jetzt ist Kai-Uwe Diekmann in die Staaten geflogen und hat seiner „Eminenz“ seine journalistische Aufwartung gemacht. Niemand soll sagen, dass er, Diekmann, ein „Schundreporter“ sei, denn zu seinen Interwievpartnern gehörte u.a. auch der inzwischen abgedankte Papst, dem er die „BILD-Bibel“ zur „geflissentlichen Unterzeichnung“ vorlegte (wir erinnern uns: 5,5 kg gedrucktes Gottes Wort, und nur die Gutenberg-Bibel wog ein ganzes Kilo mehr!). Die (angedachte?) Männerfreundschaft mit dem „kurzweiligen“ Bundespräsidenten Christian Wulff ging ja leider in die Brüche, wobei es an Präjudizierung nicht mangelte. Nun ist er, K.U. Diekmann, selbst in seiner eigenen Zeitung in eine kleine Schlagzeile geraten (2. Seite ganz unten). Er soll bei einer Klausurtagung einer Mitarbeiterin zu nahe getreten sein.

„Böse Zungen“ behaupten auf „Twitter“, er, Donald Trump und die BILD passten wegen unkritischer Äußerungen ausgezeichnet zusammen.

Trumps Einlassungen zur Folge sollen die Nato-Mitgliedsstaaten mehr Geld in die gemeinsame Kasse einbringen und so z. B. die Stationierungskosten der US-Streitkräfte (als Schutzmacht) mit zu finanzieren. Außerdem sollten die Europäer mehr zur eigenen Sicherheit  in ihren Militärhaushalt investieren. Ursula von der Leyen fordert schon seit geraumer Zeit eine Aufstockung des Militäretats. Ihr wurde bereits Gehör geschenkt, leider!

Fragt sich der kritische Beobachter der Politszene, weshalb ausgerechnet eine Ärztin in das Amt der Verteidigungsministerin gelangt? Was ist das für eine Karriereanstrengung für eine mehrfache Mutter? Welchen Wirkstoff muss einer einnehmen, um eine derartige Karriere zu verfolgen? Richtiger wäre es doch nach Meinung des Verfassers, die Ausgaben für den Wehretat zurückzuschrauben. Welche „Angstbeißer-Hysterie“ ist in die Köpfe derjenigen eingezogen, die dem russischen Präsidenten eine „Sicherheitsarmee“ vor dessen Haustür stellen, die natürlich gegen sein Land gerichtet ist?

Welches Interesse sollte Russland am polnischen Staatsgebiet haben? Es wäre doch mal an der Zeit, die aufkommende Aufrüstung zu stoppen und wieder auf ein gesundes Maß an gegenseitiger Achtung und Anerkennung zurückzukommen, anstelle sich mit gegenseitigen Schuldzuweisungen bzw. Provokationen zu begegnen.

Allein die Äußerung eines westdeutschen Rundfunk- und TV-Organes, es handle sich bei der Person des amerikanischen Präsidenten um den mächtigsten Mann der Welt, stellt eine Provokation dar. Hinter die Kulissen geblickt kommt schnell die Erkenntnis, dass einer hochgerüsteten Streitkraft auf der einen Seite eine völlig desolate wirtschaftliche Situation im eigenen Land gegenüber steht. Was ist daran mächtig? Bei genauer Betrachtung schlägt eher eine „beispiellose Handlungsinsuffiziens“ zu Buche. Welche Schande für das große Amerika, das bei der Bereitstellung von begehrenswerten Personenkraftwagen auf Marken wie Porsche, Audi, BMW und Mercedes zurückgreifen muss, weil man außer Panzer- und Raketenbau sowie Flugzeugen eigentlich nichts Vergleichbares auf die Beine stellen konnte. Wichtige Ausnahme ist der Automobilbauer Tesla, der als erstes Unternehmen einen wirklich gebrauchsfähigen rein elektrisch angetriebenen Personenkraftwagen mit angemessener Leistung und angemessenem Aktionsradius auf die Räder stellte.

Was sich die Amerikaner in der letzten Vergangenheit u.a. an Präsidenten „leisteten“, spottet jeder Beschreibung. Mit dabei ein Schauspieler und ein Sprössling der texanischen Ölindustrie, der dem „Papa“ mal zeigen wollte, wie gründlich „aufgeräumt“ wird. Den „Vergeltungsschlag“ gegen die Twintower hätte ein weiser und vorausblickender Präsident auf der „Rechnung“ haben müssen, denn eine andere Möglichkeit haben weit unterlegene Kriegsgegner nicht, um ein Zeichen zu setzen. Was ist das für ein Wettlauf an Gemeinheiten? Und wie immer waren unbeteiligte Zivilisten die Leidtragenden, hüben wie drüben. Wie kurzsichtig muss einer sein, um logische politische Entwicklungen nicht vorausberechnen zu können? Das sind Ereignisse, die bereits im Kindesalter im Sandkasten einhergehen: „Haust du mit dem Schippchen meine Sandplätzchen kaputt, haue ich dir mit meinem Schippchen auf die Nase!“

Weshalb soll nicht gerade jetzt ein Milliardär die Geschicke des waffenstarrenden amerikanischen Imperiums ins Unglück stürzen? Betroffen wären ohnehin die Ärmsten der Armen, ausgerechnet jene, die mehrheitlich auf Trumps „Wahlgeblubber“ hereingefallen sind.

Wir Deutsche können uns auf einen berühmten Politiker berufen, der gesagt hat: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ (Konrad Adenauer).

Auf, auf, ihr Amerikaner, die ihr Trump gewählt habt, das kann ein Donald Trump auch von sich sagen. Besser: Beurteilt ihn nach seiner Berechenbarkeit!

„I see black for you!“ (I`m forcasting a bad future for the next four years).

 

 

Der Islam gehört – nicht – zu Deutschland

„Deutschland“ diskutiert, „Deutschland“ regt sich auf, wegen der hohen Zuwanderungsrate, wegen der Islamisierung des Abendlandes, wegen des „Aussterbens“ abendländischer Werte und und und….
Wen wundert es, dass die „Hutschnur“ platzt? Jeder wirft nach dem Anderen!
Womit? Mit Worthülsen! Auch die Bundeskanzlerin spricht mit einer Worthülse, die viele zu verstehen glauben, obschon sie nichts an Erkennt-nissen hergibt. Was heißt denn das im Klartext, der Islam gehört zu Deutschland?
Worin sind die Werte verankert, die dem westlichen Europa zugeschrieben werden? Reicht es, der Einfachheit halber auf die Verfassungen hinzuweisen, jene z.B. der Bundesrepublik Deutschland, welche bei der Staatsgründung 1949 auf die „neue Fahne gegossen“ und durch die Alliierten abgesegnet wurde?

Beziehen sich die Deutschen auf Vorgaben der Bibel, in welcher christliche Werte vermittelt werden? Wo steht in den zehn Geboten etwas von Gleichberechtigung? Auf welche Bibel wird überhaupt Bezug genommen?
Ist das Alte Testament gemeint. die etwa 3000 Jahre alte jüdische Bibel?
Ist das Neue Testament gemeint? Wo steht in den Testamenten, dass der
Mensch „Hexen“ verbrennen oder dass man dem „Teufel“ in einer exorzistischen Sitzung beikommen soll? Wo steht geschrieben, dass man im Namen Gottes Waffen segnet ?
Unsere abendländischen Werte mögen irgendwo von irgendwem erfunden oder aus welcher Stelle einer religiösen Botschaft auch immer abgeleitet
worden sein. Fest steht: die angesprochenen „Werte“ verbergen sich knallhart im BGB, im StGB, in der Strafprozessordnung und weiteren Gesetzestexten und ministeriellen Verordnungen.
Glückwunsch dem, der sie alle kennt!

All diese Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind auch
Ergebnisse ethischer Lehren unserer zahlreichen Philosophen, auf welche eine Minderheit der deutschen Bevölkerung stolz ist, während der überwiegende Teil der Bevölkerung kaum ihre Namen aussprechen kann, geschweige denn ihre Werke gelesen hat.
Die  angesprochenen Grundlagen greifen ferner auf Hinweise zurück, die in der Literatur zu finden sind, auf die Lehren des Humanismus. Es gab eine „Zeitepoche der Aufklärung“, genannt sei an dieser Stelle John Locke, ein Engländer. Die Geistesbewegung der „Aufklärung“ ging tatsächlich von England aus, führte über Frankreich und Belgien bis nach Deutschland. Einer der deutschen Vordenker war der Philosoph Immanuel Kant. Das Prinzip, welches der „Aufklärung“ zugrunde lag, ist das des kritischen Verstandes, eine Grundlage überhaupt, eine Urteilsbefähigung zu erlangen (Kritik der reinen Vernunft).
Letztlich wachen Juristen als Formulierer und Vollstrecker darüber, dass die oben beschriebenen Gesetze eingehalten werden, vom Justizvollzug als dritter Säule einmal abgesehen.

Die christlichen Religionen haben sich im Laufe der Jahrhunderte entsprechend angepasst, nachdem der katholische Klerus noch im späten Mittelalter unsägliches Leid über Teile vorwiegend der unbelesenen Bevölkerung gebracht hatte. Selbst ein Astronom wäre der Willkür der Inquisition zum Opfer geworden, wenn er seine Erkenntnis, dass der Planet Erde nicht Mittelpunkt des Sonnensystems ist, nicht widerrufen hätte.

Viele Menschen in der BRD und in Europa wissen um diese Dinge. Doch viele von uns geben sich auch mit einer Worthülse zufrieden. Sie glauben zu wissen, was gemeint ist.

In Deutschland wird nicht akzeptiert, dass eine Frau hinter einem Mann zurückstehen muss. Das gilt auch für die Ehe. Beide Geschlechter sind vor dem Gesetz gleich, haben gleiche Rechte und gleiche Pflichten. Wer das nicht akzeptiert, der gehört nicht in die BRD, weil der Staat die Gesetze bestimmt, nicht die Kirche.

Andere Probleme ergeben sich bei der Beschneidung im Genitalbereich bei  beiden Geschlechtern aus religiöser Vorgabe. Nach deutschen ethischen Vorstellungen sollte die Person nach Erreichen der Volljährigkeit selbst entscheiden dürfen, ob sie einem solchen Eingriff bei sich zustimmt.

Das „Schächten“ soll nach behördlichen Vorgaben auf Schlachthöfen vorgenommen werden, keinesfalls auf Hinterhöfen in Wohnsiedlungen.

Der Bau von Minaretten stößt bei der Bevölkerung auf Widerstand, nicht die Errichtung von Moscheen. Wenn Minarette erlaubt werden sollten, dann mit Muezzin und / oder Lautsprecheranlage?

Gesetze können schnell geändert werden. Davor haben viele Angst. Sobald der Bevölkerungsanteil der Muslime einen gewissen Umfang erreicht hat, könnten geltende Machtverhältnisse per Gesetz völlig legitim gekippt und sogar ins Gegenteil verkehrt werden.
Wer heutzutage kontrovers diskutiert, sollte seine Argumente weitsichtig anlegen, zumal überall auf der Welt bürgerkriegsähnliche Brände entstehen. Aufstände, Massenmorde und Vertreibungen werden in den meisten Fällen von „Machtmenschen“ religiös unterlegt (bejahend oder verneinend), wenn  es darum geht, ihr Handeln als rechtmäßig vor „der Welt“ darzustellen. Darauf sei zu achten, nicht auf integrierte muslimische Bürger, die ihren Glauben still ausleben und nicht wie die IS einen Gottesstaat errichten wollen.

Es gilt: Wer die Staatsräson anerkennt, erfährt die Zustimmung der Religionsfreiheit durch das Grundgesetz. Und dies, meine Damen und Herren Zeitgenossen, sei auch Anhängern der AfD in ihr Tagebuch geschrieben.

 

 

 

 

Fehlende Weitsicht macht blind

Alt ist das Motto! Was kann ich als einzelner Mensch im politischen Alltagsleben an Situationen ändern, die mir Angst machen, meine Familie bedrohen?
Es wird weggeschaut, verdrängt, hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, geflüstert, eine bescheidene Meinung geäußert: „Wie denkst du?“ Angst geht um, das wird im Alltagsleben deutlich, Unsicherheiten machen sich bemerkbar, sie gelten dem Arbeitsplatz, dem Frieden in der Familie, der Situation mit den Flüchtlingen aus den vielen Krisenregionen. Neuerdings geht die Angst vor einem Krieg um, der seit vielen Jahren an vielen Orten der Welt geführt wird. Die deutschen Bürgerinnen und Bürger waren bislang nicht direkt betroffen.

Das deutsche Volk ist in die Europäische Union eingebettet. Ein Sprichwort besagt: „wie man sich bettet – so liegt man!“

Der unpolitische Bürger liegt bequem, stiehlt sich aus der Verantwortung: eine Sprachfloskel, die in jüngster Zeit umgeistert, ist: „Keine Ahnung“, und damit wird ein neuer Satz begonnen. Überall fangen – vor allem junge Menschen – jeden zweiten Satz mit „keine Ahnung“ an, um dann doch noch ein Statement anzufügen – im Glauben, dass man aufmerksame Zuhörer findet, wenn man dem Gedanken vorausschickt, dass er von jemandem entwickelt wird, der keine Ahnung hat.

Das Wahlalter wurde von 18 Jahren auf 16 herabgesetzt. Offensichtlich finden die Bewerber um Mandate die Anzahl der Stimmen wichtiger als ihre Qualität, denn der Waschmittelreklame der Parteien, die vor den Wahlen für den Umsatz der Papierindustrie sorgen, messen sogar inzwischen „Berufsignoranten“ keinerlei Bedeutung mehr bei.

Ein Wahlprogramm, das zukunftsträchtig bereits im Vorfeld alle zukünftigen Probleme mit den dazugehörigen Lösungsmechanismen anbietet, wurde bisher in Deutschland noch nicht angeboten. Also bedient sich der Bewerberapparat z.B. der „Volksparteien“ mit Aussagen wie:“Die Armen müssen reicher werden“ oder „Gerechtigkeit für alle!“ Empfehlenswert wäre auch ein Wahlslogan mit dem Inhalt: „Ein Fußball in jede Wohnstube!“

Was inzwischen weltweit aus dem Ruder läuft, ist mit der Erkenntnis zu beschreiben, dass es zur Mode wurde, aus einem großen Staat viele kleine zu machen, nachdem der mühselige Versuch gelungen ist, aus vielen kleineren Einheiten eine große zu gestalten.

Fehlende Weitsicht macht blind, und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass inzwischen die Mächtigen dieser Welt blindlings auf der Weltkarte herumstochern, um Veränderungen nach ihrem Kalkül herbeizuführen. Macht, Privilegien und Kapital sind seit Jahrtausenden die Weltplagen, welche die Menschen in die kriegerischen Auseinandersetzungen führten. Dabei ist das Kapital einer Gesellschaft die Summe aller Fähigkeiten, nicht das Geld (Zitat J.Beuys).

Zwei der größten Machtblöcke, Amerika und Russland, verstricken sich mehr und mehr in ein Machtgerangel, das sich auch in der Europäischen Union bemerkbar macht. Man sollte nicht danach fragen, wer von den beiden Machtblöcken mehr provoziert. Momentan ist es die Nato. Die EU lässt sich mehr und mehr auf die „politischen Vorgaben der USA“ ein. Der „Weltpolizist“ riss mit der Zugehörigkeit der europäischen Staaten zur Nato kriegerische Schauplätze auf der Welt auf und machte somit nicht nur die Bundesrepublik Deutschland zu unkritischen Mitläufern. Die Verweigerung der Bundesrepublik an einer kriegerischen Beteiligung gegen den Irak (Bundeskanzler Schröder) stellt sich heute im Nachhinein als weitsichtige Entscheidung dar.

Plötzlich lief es wie ein Fieberschock durch Ägypten und Syrien. Dabei war es kein „Frühling“, der den Beteiligten zartes Grün bescherte, sondern der Start zu Revolutionen und Revolten. Warnende Worte vom ehemaligen Auslandskorrespondenten, „Scholl-Latour“, der die Länder bereiste und über Insiderinformationen verfügte, wurden in den Wind geschlagen. Der Ruf des „Westens“ nach „Demokratie und Freiheit“ wurde von den Aufständigen auf Fahnen geschrieben, auch wenn der größte Teil der Betroffenen weder schreiben noch lesen konnte.

Der Aufstand auf dem Maidan-Platz, die Revolution der Ukrainer, fand im Westen auf fast solidarische Zustimmung, leider mit den Folgen, dass völlig unsinnige Referenden im Sinne einer stillen Revolution, die Entwicklung der politischen Entscheidungen völlig auf den Kopf stellten und schließlich zur Annektierung der Halbinsel Krim an das russische Staatsgebiet führten. Menschen sollten mit weitreichenden politischen Veränderungen mittels eines Referendums vorsichtig umgehen. (Ein Referendum ohne 2/3 Mehrheit ist überdies völlig unsinnig, wie es der „Brexit“ jetzt beweist).

Die Vorgänge in der Ukraine führten dazu, dass die baltischen Staaten, Estland, Lettland und Litauen um ihre Sicherheit fürchten in der Ahnung, auch noch von Russland vereinnahmt zu werden. Schon kommt die Nato wieder ins Spiel. Die Forderung nach deutscher Beteiligung wird laut. Selbst die Polen ergehen sich in Angst um die Sicherheit ihrer Grenzen, eine Hysterie unbeschreiblichen Ausmaßes macht sich breit. Zu Polen sei vorsichtiges Verständnis angemahnt, denn dieses Land ist bereits vor dem Zweiten Weltkrieg 5 mal geteilt worden, und Russland war hieran beteiligt.

Angeblich sprechen sich 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Handelsembargo gegen Russland aus und ebenso viele gegen das Säbelrasseln der Nato in den baltischen Staaten, wie es der Außenminister Steinmeier kürzlich formulierte. Und schon wurde er von Abgeordneten einer Volkspartei kritisiert. Mitlerweile lässt auch der Vizekanzler Gabriel mit Hinblick auf die Abgrenzung zur CDU solche Töne hören. Die Umfragewerte der SPD sind alles andere als berauschend.

Ein Volksbegehren mittels Unterschriften richtete sich gegen das von den USA eingebrachte Handelsabkommen TTIP, so dass selbst in den Entscheidungsgremien der EU Zweifel an der Art und Weise aufkamen, wie die Wirtschaftsmacht der USA mit ihren „Partnern“ umspringt zumal die Wenigsten über Kenntnisse des englisch/amerikanischen Wirtschaftsenglisch verfügen und die Verbreitung des Inhalts an Bürger und Medien von den USA unerwünscht war. Dies stellt eine typisch amerikanische Übergehensmethode der Bürger dar, die von kritisch eingestellten Menschen nicht hingenommen wurde.

Es wird allerhöchste Zeit, dass die Bunderepublik vertrauensfördernde Gespräche mit der russischen Führung aufnimmt. Es ist eine unsinnige Einstellung, man könne z.B. mit Präsident Putin keine verbindlichen Verträge abschließen. Ein Vertrag mit Russland könnte zum Inhalt haben, dass Russland die Grenzen Polens und die Selbständigkeit der baltischen Länder garantiert und die Nato aus den Gebieten verschwindet.

Feindschaft zu den USA muss nicht entwickelt werden, Kritik allerdings muss sich ein Staat, zumal er sich der Demokratie verschrieben hat, gefallen lassen. Größere Sorgen sollte der mündige Bürger sich wegen eines eventuellen Wahlsieges des Präsidentenanwärters Trump machen. Auf die Frage eines Journalisten während einer Wahlveranstaltung Trumps, wie er denn zum Ku- Klux- Klan stehe, antwortete dieser: „Ich kann nichts darüber sagen, ich kenne die Herren nicht!“

Hartmut T. Reliwette

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