Gespräch am Gartenteich

Philosophie und Philosophaster

 

Opa Hermann sitzt an den Sommerabenden gerne am Gartenteich. Er starrt ins Wasser, beobachtet die Frösche, pafft blaue Wölkchen aus seiner gebogenen Tabackpfeife oder sinniert ganz einfach vor sich hin. Zuweilen führt er Selbstgespräche und freut sich, dass ihm niemand widerspricht. Amos und Linda grasen in der Nähe auf der großen Wiese. Opa Hermann freut sich über die Verstärkung durch die Schafsdame Linda, denn er braucht seinen alten Rasenmäher nicht mehr anzuwerfen. Amos und Linda fressen das Gras bis dicht über den Boden ab.

Gestern bekam er Besuch von seinem alten Kumpel Jupp, der eine Flasche Kruiden (Kräuterschnaps) anschleppte. „So jung wie jetzt kommen wir nie wieder zusammen!“ „Na ja, zusammen machen wir eineinhalb Jahrhunderte voll!“
Jupp leidet in letzter Zeit zunehmend unter Luftknappheit. „Mein Silikon bringt mich noch um“, keuchte er. „Silikose, Jupp, Silikose, nicht Silikon.!“
„Wenn ich es rausbringe, die Konsistenz ist ähnlich!“ Jupp war Meister der Selbstironie. „Soll ich mir den Auswurf schönreden? Mein linker Lungenflügel ist voll zementiert durch diesen Scheiß Steinstaub. Kohleheizung, Kohlekraftwerke, alles was für den Allerwertesten.
„Klar doch, Jupp, früher sind die Leute mit der Dampflok in Urlaub gefahren. Weißt Du noch, die 01 Schnellzuglok? Aber was die oben aus dem Schornstein schmiss, das war kein Ruß, das waren Kohlebriketts!“ Na, jetzt übertreibst du aber ein wenig!“
„Hömma (hör mal!), Hermann, du als Betriebsrat hast ja nur die halbe Schaufel in den Lungen, ich habe die volle Dröhnung abbekommen!“
„Betriebsratvorsitzender, wenn schon, Jupp, so viel Zeit muss sein. Obwohl ich 2/3 freigestellt war für meine Tätigkeit, bin ich doch mehr eingefahren als ich es hätte müssen, das weißt du!“
„Jau, das haben wir auch an dir geschätzt. Warst immer für uns da!“ Jupp wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. „Du bist eine wahre rote Socke. Darauf lass uns einen nehmen, bevor er schlecht wird“ Jupp hob die Flasche hoch und deutete auf den Flaschenboden:
„Siehste, 07 steht da, er hält nur noch bis Juli!“ Opa Hermann lachte so herzlich, dass auch ihm die Tränen kamen.
„Rote Socke, ja ja! Wenn ich die Merkel höre, dass es auf deutschem Boden nie wieder einen Sozialismus geben wird, dann fällt mir etwas aus der Hose, du weißt schon, Kalk ist es nicht!“ Jupp kicherte:“Ei, Ei, schau da!“
„Wir haben noch nie Sozialismus gehabt, und auch noch nie einen Kommunismus! Die Amis kriegen Pickel, wenn sie nur das Wort Kommunismus hören!“
„Ein „Sozialismus“, der das Volk mit Gewalt zusammenhält oder bespitzelt, ist kein Sozialismus!“ „Wie sieht der denn deiner Meinung nach aus, Hermann?“
„Schau dir ein Bienevolk an. Jede Biene nimmt sich nur so viel an Nahrung wie sie braucht. Im Grunde ist das die Mentalität: alle für einen, einer für alle, klingt ziemlich pathetisch, aber nur so geht es. Sobald sich jemand vor der Arbeit drückt, kannst das vergessen! Mit diesen Arschlöchern kannst du keinen gesunden Staat aufmachen!“ Opa Hermann fuchtelte mit der rechten Hand eine Kreisbewegung. „Vier Mann ziehen einen Karren und vierzig hängen hinten dran und bremsen, du kommst nicht einmal bis zur nächsten Bordsteinkante!“Jupp nickte: „Soziale Intelligenz ist leider kein Lehrberuf.“
„Deshalb wirkt auch die zeitgenössische Kunst nicht, weil die Leute Kunst zur Ausschmückung ihrer Einrichtung benutzen und nicht, um sich Impulse geben zu lassen für ihr Leben. Im Gegenteil, sobald irgend jemand mit Sinngebung daher kommt, wird sofort geblockt.“
„Das sehe ich ähnlich“, meinte Jupp und goss noch einmal nach,“ wenn man die entsprechenden Sendungen im Fernsehen verfolgt, insbesondere bei den freien Sendern, fällt auf, dass die sich einen „pool“ von Protagonisten halten, aus dem sie immer und immer wieder die selben Köpfe ziehen. Es sind Personen, die beim Publikum gut ankommen, was wiederum die Einschaltquote günstig beeinflusst, denn letztlich leben diese Sender von Werbung, und die muss unters Volk, sonst brechen die Geldgeber weg. Ein Teufelskreis ist das! Ein freier Sender ist wie eine Hure, jeder, der Geld bezahlt, kriegt Sendezeit.“

„Ich rege mich täglich über diese Werbescheiße auf! Früher hat man Probepackungen in den Briefkasten bekommen, dann konnte man entscheiden, ob das Produkt wichtig oder annehmbar für mich ist. Da wirbt gerade in jüngster Zeit ein Spülmittel mit der Aussage, dass „mit dem Inhalt dieses Konzentrats mehr Teller gespült werden können als mit der gleichen Menge eines nicht konzentrierten Spülmittels“. Was ist das denn für eine Affenscheiße? Das ist doch völlig logisch! Diese Werbeaussage ist so dämlich wie der Warnhinweis: bügeln Sie das Hemd nicht am Körper!“ „Ja, da sagst du was. Wir sind vom Wahnsinn umzingelt!

Wer schrieb Goethes „Faust“ ? Schiller? Fast richtig! Beethoven? Nein, kein Musiker, ein Dichter! Ja, gab`s denn damals schon Klempner?“
Jupp gluckste vor Lachen. Wenn er doch nur mehr Luft bekäme! „Lachen ist gut, aber nur, wenn du Luft bekommst. Diese elende Zementlunge!“
„Ich schau mir gerne den Volker Pispers an“, sagte Onkel Hermann. „Ich halte ihn für einen der fähigsten Polit-Kabarettisten neben dem “ Georg Schramm“, aber der macht jetzt wieder Theater, und neben Urban Priol. Aber der Pispers verzichtet auf Polemik und Häme und kommt mit klaren, nachvollziehbaren Erkenntnissen. Häme produziert nur Lacher, aber keine tiefergehenden Einsichten , die man haben sollte, um diese staatlich-gesellschaften Umtriebe zumindest aufzudecken. „Dummheit, Unverschämtheit und Frechheit gehören aufgedeckt. Eigentlich sind diese Eigenschaften ohnehin in sich vereinigt.“
„Was du hier am Gartenteich immer raushaust, Hermann, das ist schon beachtlich! Schläfst du nachts eigentlich?“ „Schlecht, meistens denkt mein Kopf auch im Schlaf grässliche Sachen! Wenn du einmal in Scheiße piekst, förderst du bald nur noch Scheiße zutage. Deshalb freue ich mich über Nachwuchskräfte, die mich mal ablösen. Weißt du, mein Puls geht zu hoch. Ganz selten mal, dass der auf 80 zurückfällt.“
Langsam war die Dämmerung hereingebrochen. Opa Hermann entzündete eine Ölfunzel.
Frösche hüpften aus der begrünten Teichumrandung, platschten ins Wasser. Sie steckten ihre Köpfe über die Wasseroberfläche und begannen zu quaken.
„Weißt du, Jupp, an was mich das erinnert?“
„An so manche Reden vom Vorsitzenden beim CSU-Parteitag?“

Ich Mercedes – du Opfer

„Voll schwarz, voll breit, voll geil das Teil“

 Opa Hermann wollte mal wieder bei LIDL einkaufen. Diesmal hatte ihn sein Kumpel Jupp, ehemaliger Bottroper und Bergmann „auf“ Zeche Prosper II, angeboten, ihn in dessen Kombi mitzunehmen. „Zu glatt, zu kalt zum Fahrradfahren“, hatte er zu Opa Hermann gesagt und „nachher fällst du noch hin und deine „Kauleiste“ (Zahnprotese) ist hinüber!“ „Schläfst du von deiner auch getrennt?“ Opa Hermann konnte Seitenhiebe wechseln, das musste man ihm lassen. „Na klar, ich lasse sogar vorkosten!“
Die beiden Männer lachten. „Ich habe meinen „Sprechwecker“ neu programmiert“, sagte Opa Hermann. „der weckt mich neuerdings in Hamburger Dialekt!“ „Sooo? Was hast du ihm denn beigebracht?“

“ Aufstehn, faule Sogge, tu die Zähne rein und setz die Brille auf, aber vergiss die Ohrstöpsel nich!“ „Ach, du hast neuerdings auch ein „Kind“ im Ohr?“ „Na klar, in jedem Ohr eins!“ „Und? Kommst damit klar?“ „Ja, nur das Rascheln von Papier und Geklapper von Geschirr und Löffeln ist zu aufdringlich!“
„Denn man zu!“ Das ist ostfriesisch (denn man to ) und bekundet Zustimmung!
Opa Hermann hatte eine lange Liste angefertigt, auf der alles stand, was er für die nächste Woche brauchte. Die beiden Männer bestiegen Jupps SUV, den er sich vor einiger Zeit gekauft hatte (man gönnt sich ja sonst nichts!) und fuhren zum Einkaufszentrum im Dorf. Die Straßen waren noch nicht geräumt, und Opa Hermann war froh, dass er sicher und warm unterwegs war. Amos, das Piratenschaf, musste daheim bleiben und das Haus hüten! „Wolle kommt mir nicht in den neuen Wagen“, darauf hatte Jupp bestanden.

Nach 10 minütiger Fahrt kamen sie auf dem Parkplatz an, der erstaunlicherweise sehr voll war. Jupp kurvte in den hinteren Bereich, wo er noch eine Parkbox fand. „Nu schau dir das mal an!“ Ein dicker Mercedes parkte auf zwei Parkboxen, wobei er die mittlere Markierung genau zwischen seine Räder genommen hatte. „Ein Oldtimer“, stellte Jupp fest, „ein 500er Mercedes mit Zweifarblackierung. Der will keine Kratzer am Lack haben, wenn Nachbarparker die Türen öffnen!“

Opa Hermann und Jupp wandten sich um und betraten den Discounter, um ihre Besorgungen zu erledigen. Das dauerte eine ganze Weile. Zu allem Unglück drängten sich viele Kunden an den beiden Kassen. Eine Kundin hielt sich abseits auf und stellte sich nicht in einer der Reihen an. Schließlich rief sie mit lauter Stimme:“ Können Sie mal eine Kasse aufmachen?“ Eine der beiden Kassiererinnen schaute von ihrer Arbeit auf! Etwas irritiert betätigte sie die automatische Rufansage, wobei die besagte Kundin schon beim Gong in die Nische zur Kasse 1 flitzte. Opa Hermanm beobachtete die Kassenampeln. Zu seinem Gaudi leuchtete das Feld der Kasse drei grün auf. Er zog Jupp am Ärmel zum besagten Kassenband und belegte das Transportband mit einigen Waren. Die schnelle Dame hatte ihr Versehen gemerkt und kam jetzt zur Kasse drei gestürmt. „Zu spät,“ kommentierte Jupp den verzweifelten Ansturm der Lady. „Ich habe aber gerufen!“ sagte sie. “ Sie waren hinter uns in der Reihe! In Deutschland und in England stellt man sich in einer Reihe auf. Außerdem, wenn dreißig Menschen von einem gesunkenen Schiff im Wasser treiben, wen, glauben Sie, retten die Helfer zuerst? Den Hintersten, nur weil er am lautesten Wasser schluckt?“

Opa Hermann grinste. Das war Originalton Jupp! Die Dame lief rot an. „Ich lasse die Frau jetzt doch vor“, sagte Jupp, „aber nur, weil sie wenig im Einkaufswagen hat. Und die Frau dahinter kann mit ihren zwei Brötchen auch gerne vor!  Das ist sozial und nichts anderes!“

„Discountläden sind ein prima Lernfeld für das soziale Miteinander“, gab Opa Hermann von sich. Er war seinerzeit im Betriebsrat der Zeche und bei seinen Kumpeln sehr beliebt. „Natürlich musst du hin und wieder das Maul aufmachen“, gab er einschränkend zu, „aber in jüngster Zeit hat sich in der Gegend eine rüde Rücksichtslosigkeit aufgetan!“ „Kenne ich“, sagte Jupp , „zuerst komme ich! Dann komme ich noch einmal. Wenn dann längere Zeit nichts gekommen ist, dann komme  noch einmal  ich und so weiter!“
Gut gelaunt verließen sie das Einkaufscenter mit prall gefüllten Einkaufswagen. Als sie gerade dabei waren, ihre Waren im Auto zu verstauen, hörten sie erregte Stimmen, die von einem Parkplatz gegenüber kamen.
„Nu schau Dir das an!“ Ein Kunde hatte den Besitzer des Oldtimers zur Rede gestellt. Es war ein etwa 25 bis 30 Jahre alter Mann, der so gar nicht zu seinem 500er Mercedes passen wollte. Er trug Jeans und eine abgewetzte Lederjacke. Er war unrasiert und eine dunkle Mähne fiel in sein Gesicht. „Was wissu?“ rief er gerade seinem Kombattanden, einem älteren Herrn zu, der in einer Wolfskin-Jacke steckte und wild mit den Armen fuchtelte. „Was wissu?“ wiederholte er noch einmal und nahm eine drohende Körperhaltung ein. „Sie stehen auf zwei Parkplätzen“, sagte der Mann mit der Wolfskin-Jacke und seine Frau schrie in höchstem Diskant wüste Schimpfworte in die Richtung des Wildparkers. Die Auseinandersetzung gipfelte in dem Ausspruch :“Ich Mercedes – du Opfer!“ Die Situation schien zu eskalieren.

In diesem Moment ging Jupp zu den Streitenden und deutete mit dem Zeigefinger auf den linken Vorderreifen des Mercedes. „Du musst Luft pumpen“, sagte er, Mercedes kaputt!“ Dann imitierte er die Sprechweise des Mercedes-Fans mit den Worten:“Was hassu mit dein Mercedes gemacht?“ Der Mann bückte sich zu seinem Rad hinunter. Kreidebleich kam er wieder hoch. „Reifen gestochen, welches Schwein hat gemacht?“

 Jupp war schon wieder bei seinem Auto angekommen. Er grinste teuflisch: „Jetzt ist er Opfer, und wahrscheinlich hat er keinen Wagenheber, kein Reserverad, keinen Radmutterschlüssel und was das Schlimmste ist, wahrscheinlich auch keine Ahnung!“ Er setzte noch einen drauf, in dem er grinsend hinzufügte: „Jetzt bin ich aber gespannt, ob sich die IS zu dem Anschlag bekennen wird!“

Er tätschelte mit der flachen Hand das Dach seines SUV: „Da lobe ich mein koreanisches Auto mit fünf Jahren Garantie ohne Kilometerbegrenzung, das passt in jede Parklücke.“

 

 

 

 

Donald Trump nicht zu früh bewerten

„Was ein Haken werden will, krümmt sich beizeiten?“

 


Eine schillernde Figur scheint dieser zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika schon im Vorfeld zur Präsidentenwahl gewesen zu sein, wenn man den Berichten im TV glauben darf. Neben seinem Trump-Tower kann er mit einer eigenen Boeing 762 aufwarten, bestückt mit zwei britischen Rolls Royce-Strahltriebwerken an den Tragflächen und einem Dreizimmer-Interieur im Inneren des Flugzeugrumpfes. Nirgends ein Schild zu sehen, auf dem geschrieben steht: „Eure Armut kotzt mich an!“ Trump ist gut zu seinen Leuten, so scheint es, zum Bordpersonal inclusive einem eigenen Flugkapitän, dem nach eigenen Aussagen „der Beruf Freude macht!“ Jetzt ist Kai-Uwe Diekmann in die Staaten geflogen und hat seiner „Eminenz“ seine journalistische Aufwartung gemacht. Niemand soll sagen, dass er, Diekmann, ein „Schundreporter“ sei, denn zu seinen Interwievpartnern gehörte u.a. auch der inzwischen abgedankte Papst, dem er die „BILD-Bibel“ zur „geflissentlichen Unterzeichnung“ vorlegte (wir erinnern uns: 5,5 kg gedrucktes Gottes Wort, und nur die Gutenberg-Bibel wog ein ganzes Kilo mehr!). Die (angedachte?) Männerfreundschaft mit dem „kurzweiligen“ Bundespräsidenten Christian Wulff ging ja leider in die Brüche, wobei es an Präjudizierung nicht mangelte. Nun ist er, K.U. Diekmann, selbst in seiner eigenen Zeitung in eine kleine Schlagzeile geraten (2. Seite ganz unten). Er soll bei einer Klausurtagung einer Mitarbeiterin zu nahe getreten sein.

„Böse Zungen“ behaupten auf „Twitter“, er, Donald Trump und die BILD passten wegen unkritischer Äußerungen ausgezeichnet zusammen.

Trumps Einlassungen zur Folge sollen die Nato-Mitgliedsstaaten mehr Geld in die gemeinsame Kasse einbringen und so z. B. die Stationierungskosten der US-Streitkräfte (als Schutzmacht) mit zu finanzieren. Außerdem sollten die Europäer mehr zur eigenen Sicherheit  in ihren Militärhaushalt investieren. Ursula von der Leyen fordert schon seit geraumer Zeit eine Aufstockung des Militäretats. Ihr wurde bereits Gehör geschenkt, leider!

Fragt sich der kritische Beobachter der Politszene, weshalb ausgerechnet eine Ärztin in das Amt der Verteidigungsministerin gelangt? Was ist das für eine Karriereanstrengung für eine mehrfache Mutter? Welchen Wirkstoff muss einer einnehmen, um eine derartige Karriere zu verfolgen? Richtiger wäre es doch nach Meinung des Verfassers, die Ausgaben für den Wehretat zurückzuschrauben. Welche „Angstbeißer-Hysterie“ ist in die Köpfe derjenigen eingezogen, die dem russischen Präsidenten eine „Sicherheitsarmee“ vor dessen Haustür stellen, die natürlich gegen sein Land gerichtet ist?

Welches Interesse sollte Russland am polnischen Staatsgebiet haben? Es wäre doch mal an der Zeit, die aufkommende Aufrüstung zu stoppen und wieder auf ein gesundes Maß an gegenseitiger Achtung und Anerkennung zurückzukommen, anstelle sich mit gegenseitigen Schuldzuweisungen bzw. Provokationen zu begegnen.

Allein die Äußerung eines westdeutschen Rundfunk- und TV-Organes, es handle sich bei der Person des amerikanischen Präsidenten um den mächtigsten Mann der Welt, stellt eine Provokation dar. Hinter die Kulissen geblickt kommt schnell die Erkenntnis, dass einer hochgerüsteten Streitkraft auf der einen Seite eine völlig desolate wirtschaftliche Situation im eigenen Land gegenüber steht. Was ist daran mächtig? Bei genauer Betrachtung schlägt eher eine „beispiellose Handlungsinsuffiziens“ zu Buche. Welche Schande für das große Amerika, das bei der Bereitstellung von begehrenswerten Personenkraftwagen auf Marken wie Porsche, Audi, BMW und Mercedes zurückgreifen muss, weil man außer Panzer- und Raketenbau sowie Flugzeugen eigentlich nichts Vergleichbares auf die Beine stellen konnte. Wichtige Ausnahme ist der Automobilbauer Tesla, der als erstes Unternehmen einen wirklich gebrauchsfähigen rein elektrisch angetriebenen Personenkraftwagen mit angemessener Leistung und angemessenem Aktionsradius auf die Räder stellte.

Was sich die Amerikaner in der letzten Vergangenheit u.a. an Präsidenten „leisteten“, spottet jeder Beschreibung. Mit dabei ein Schauspieler und ein Sprössling der texanischen Ölindustrie, der dem „Papa“ mal zeigen wollte, wie gründlich „aufgeräumt“ wird. Den „Vergeltungsschlag“ gegen die Twintower hätte ein weiser und vorausblickender Präsident auf der „Rechnung“ haben müssen, denn eine andere Möglichkeit haben weit unterlegene Kriegsgegner nicht, um ein Zeichen zu setzen. Was ist das für ein Wettlauf an Gemeinheiten? Und wie immer waren unbeteiligte Zivilisten die Leidtragenden, hüben wie drüben. Wie kurzsichtig muss einer sein, um logische politische Entwicklungen nicht vorausberechnen zu können? Das sind Ereignisse, die bereits im Kindesalter im Sandkasten einhergehen: „Haust du mit dem Schippchen meine Sandplätzchen kaputt, haue ich dir mit meinem Schippchen auf die Nase!“

Weshalb soll nicht gerade jetzt ein Milliardär die Geschicke des waffenstarrenden amerikanischen Imperiums ins Unglück stürzen? Betroffen wären ohnehin die Ärmsten der Armen, ausgerechnet jene, die mehrheitlich auf Trumps „Wahlgeblubber“ hereingefallen sind.

Wir Deutsche können uns auf einen berühmten Politiker berufen, der gesagt hat: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ (Konrad Adenauer).

Auf, auf, ihr Amerikaner, die ihr Trump gewählt habt, das kann ein Donald Trump auch von sich sagen. Besser: Beurteilt ihn nach seiner Berechenbarkeit!

„I see black for you!“ (I`m forcasting a bad future for the next four years).

 

 

„Möwenkacke“ vor dem Einkaufszentrum

 

„Sage mir was du kaust, ich sage dir wo du kaufst“

 

 Opa Hermann war wieder einmal mit Amos im Fahrradanhänger unterwegs. Im Zuge der „sightseeing-tour“ sollte auch ein kurzer Besuch in einem Einkaufszentrum stattfinden. Es wird ja immer etwas im Haushalt gebraucht. Vor der Eingangstür angekommen schob Opa Hermann sein Anhängergespann auf die Seite und schloss es ab. Amos schrie plötzlich laut „iiiiiiih!“ Er wies mit dem Kopf auf den asphaltierten Boden und blökte: „Schau mal, Opa Hermann, überall Möwenkacke!“ Tatsächlich war der Boden mit weißen Flecken übersät. „Das waren keine Möwen! Das sind Kaugummireste, ausgespuckt und breitgetreten von LIDL-Kunden. Grauenhaft, grauenhaft!“ Opa Hermann konnte sich nicht beruhigen. Er schimpfte wie ein Rohrspatz.

„Ostfriesland war einmal einer der saubersten Landstriche in ganz Deutschland, gleich hinter den Bayern, die ja bekanntlich sehr gottesfürchtig sind in ihrer Mehrheit. Aber glaube nur ja nicht, dass es bei ALDI vor dem Eingang besser aussieht oder bei einem anderen Einkaufszentrum hier in der Gegend. Selbst vor dem Eingang zum Bäcker gibt es diese weißen Flecke.“

„Was ist denn daran so schlimm?“ wollte Amos jetzt wissen. „Das ist eine riesengroße Sauerei! Wenn irgendwann eine Spezialfirma beauftragt wird, die Flächen zu reinigen, wird es richtig teuer. Es ist doch völlig klar, dass die Handelsketten diese Kosten auf die Preise ihrer Waren aufschlagen. Nun gehen vor allem Menschen in diese Filialen, die preiswert einkaufen wollen. Die Kaugummispuckerei ist gewissermaßen ein „Schuss, der nach hinten losgeht“, denn gerade Familien, die mit jedem Euro rechnen müssen, werden mit „zur Kasse gebeten“, ob sie selbst auch zu den Kaugummispuckern gehören oder nicht!

Vorne im Eingangsbereich stehen große Abfallkörbe, da würde so viel ausgelutschter Kaugummi hineinpassen, wie zehn Kompanien kaugummikauender Infanteriesoldaten ihre Kaumasse „auslagern“ wollten.“

„Wir Piraten von der Cara Mia kennen keinen Kaugummi! Wozu soll der gut sein, wenn man ihn nicht herunterschlucken kann?“

„Der ist gut bei nervösem Kauverlangen und außerdem ist er kalorienarm! Man kaut und kaut, und irgendwann ist der Geschmack raus, und dann muss er weg. Man könnte ihn auch in dem Silberpapier entsorgen, in das er vorher eingewickelt war. Ich denke mal, dass viele Menschen vergessen würden, dass sie ein abgekautes Stück Kaugummi in der Hosentasche tragen. Daheim geriete das unter Umständen in die Schmutzwäsche und somit in die Trommel ihrer Waschmaschinen. Also wählen die Verursacher der Flecken auf den Parkplätzen das für sie vermeintlich kleinere Risiko.
Dass dieses Verhalten eine geistige Verwahrlosung darstellt, scheint die Betroffenen nicht zu stören. Sie haben ja noch Menschen, die ihrer Meinung nach sozial schlechter gestellt sind als sie selbst und auf die sie mit dem Finger zeigen können, zum Beispiel auf die Asylanten und die Nichtsesshaften, die unter Brücken schlafen oder über Luftschächten der Einkaufshäuser.“
„Schimpfen denn die Eltern der Kaugummispucker nicht, wenn sie das bemerken?“ „Nö, das sind zum Teil ja selber Eltern, und die haben es von ihren Eltern übernommen. So ein Phänomen der geistigen Verwahrlosung stellt sich ja nicht von heute auf morgen ein, das ist ein langer Prozess, der nun seinen Höhepunkt findet. Du begegnest diesen Auswirkungen mannigfaltig im bürgerlichen Miteinander der Menschen. Bezeichnend ist die Einstellung vieler Menschen, dass alles erlaubt sein soll, was nicht ausdrücklich mit Bußgeld oder Strafanzeigen geahndet wird.

Für sie ist das gelebte Freiheit in einem freien Staat und weiter: Ich kann tun und lassen was ich will. Außerdem verwechseln solche Pappenheimer die persönliche Freiheit mit dem Begriff der Demokratie, die ja lediglich eine Staatsform darstellt.“

Amos hatte sich alles andächtig angehört. Nein, er würde niemals Kaugummi essen geschweige denn es vor einem Supermarkt ausspucken. „Seltsam sind die Menschen“, dachte das Piratenschaf, „sie essen Gummi, den sie nicht herunterschlucken können, spucken ihn auf Parkplätzen aus und schieben dann den Tauben oder Möwen den „Schwarzen Peter“ zu, so dass alle denken, es seien Vogelexkremente.

Weshalb kauen diese Menschen nicht auch noch ihre alten Autoreifen? Dann gäbe es schwarze Flecke, wenn sie das Zeug vor den Eingängen ausspucken?“
„Der Gedanke ist umwerfend, mein kleiner wolliger Freund, aber es dürfte der Industrie schwerfallen, da Pfefferminzgeschmack hinein zu bekommen!“
Opa Hermann hatte sich inzwischen wieder beruhigt „So, jetzt sehen wir aber einmal das Positive im Leben. Ostfriesland ist schön, besonders auf den Inseln und an den Küsten und überall dort, wo keine KAUGUMMISPUCKER sind, und alle anderen sollen dahin gehen, wo der Kaugummi an den Sohlen klebt.“ Opa Hermann zwinkerte Amos ein Auge zu: „Bleib du am besten draußen und tu so, als seiest du ein Hund. Behalte die Leute im Auge und pass auf, ob sie Kaugummi ausspucken. Erwischst du jemanden, sammelst du heimlich das Zeug auf und steckst es dem Betreffenden in die Jackentasche. Dann sagst du beiläufig: „Verzeihung, Sie haben etwas verloren“ und schwupps ist das Zeug in der Mantel-
oder Jackentasche. Einem Hund oder Piratenschaf kann man das nicht verübeln! Ich gehe jetzt rein und erledige meinen Einkauf!“

Mit diesen Worten drehte sich Opa Hermann auf dem Absatz um und ließ sich vom automatischen Türmechanismus die Eingangstür zum Supermarkt öffnen: „Bis gleich und viel Erfolg!“ rief er noch über die Schulter. Dann war er im Laden verschwunden.

 

 

 

 

 

 

 

Opa Hermann und die Maulwurfhügel

„Wenn sich die Erde auftut..“

Opa Hermann hatte es kommen sehen: zunächst waren nur zwei, drei Erdhäufchen auf seiner Liegewiese zu sehen, die er hinter seiner Kate hegte und pflegte nach dem Motto „das Grüne nach oben“ Doch dann – eines Tages – er blickte durch das geöffnete Wohnzimmerfenster – bemerkte er zu seinem Schrecken, dass sich die Erdhügel drastisch vermehrt hatten. Schwarze Erdhügel und grüne Rasenfläche verhielten sich jetzt ungefähr im Verhältnis 1:1. Es reichte!
Opa Hermann lief zu seinem Lieblingsnachbarn hinüber und klopfte an der Haustür. Clemens, sein ostfriesischer Nachbar, steckte seinen Kopf aus der Tür: „Wel is dor?“ „Ick bün`s, din Nauber (Nachbar)! Hest en bitje tied för mi?“ (bischen Zeit für mich). „Jo, wat hest denn utfreten?“ (Was hast du denn ausgefressen)
„Bi mi sünt de Fröten (bei mir sind Maulwürfe !“
Nun ist das so, dass Clemens ein Schlitzohr ist, der seinen Nachbarn gerne mal auf die Schippe nimmt. „Sünt dat nu Muls oder Winneworps?“ (so nennt man die Maulwürfe auch ). „Wo sull ick dat weten?“ Opa Hermann war hilflos. Seinem Nachbarn schien der Schalk im Nacken zu sitzen: „Hebben de witte Poten (weiße Pfoten)?“ wollte er wissen. „Woher soll ich das wissen, die sind doch unter der Erde!“
„Hm, fahr doch ein paar mal mit der Walze drüber!“ wurde er belehrt. „Oder nimm Gas und Sauerstoff und leite das in die Gänge. Du brauchst aber eine lange Zündschnur. Ist dein Haus versichert? Ich meine, falls die Scheiben kaputtgehen oder das Dach wegfliegt.“
„Gibt es denn nichts anderes, was umweltfreundlich ist?“ „Nee, gevt nich, du kannst ihnen natürlich ein Einschreiben zustellen lassen mit fristloser Kündigung.“
„Ha ha ha, dreimal gelacht, ich dachte , dass wir Freunde sind!“
„Na klar, sind wir! Aber diese Fröten stehen unter Naturschutz! Lass sie doch den Garten mal tüchtig umgraben! Die nehmen dir doch im Grunde die Arbeit ab!“
„Dat is keen Tun (Garten), dat is min Grönfläche achtert Huus“, maulte Opa Hermann.
„Versuchs doch mal mit Haaren! Hol di von`t Frisör en Büddel voll Menschkenhohr. Dat stopfst in`t Locken (in die Löcher) unner de bülts (Haufen).“
„Un jo menst, dat dat hulpen deit (hilft)? “ Nachbar Clemens zeigte sein breitetes Grinsen, dessen er fähig war.
Nachdem die beiden noch ein Schnäpschen verdrückt hatten, verabschiedete sich Opa Hermann, um seinen Lieblingsfrisör aufzusuchen.
„Ich komme mit einer seltsamen Bitte…!“
„Lass mich raten, du brauchst Haare“, kam ihm der Frisör zuvor. “ Du bist nicht der erste Kunde heute, der Haare haben will!“
Opa Hermann kramte eine Tüte hervor und reichte sie dem Frisör, der damit in einem Nebenraum verschwand. Kurze Zeit später erschien er wieder und reichte Opa Hermann das gut gefüllte Behältnis. „Viel Erfolg, Opa Hermann!“ Der Frisör grinste freundlich.
Die Aktion „Maulwurf“ dauerte einen ganzen Tag. Opa Hermann trug vorsichtig jeden einzelnen Maulwurfhügel ab und ertastete mit einem Holzstäbchen die einzelnen Auswurflöcher. Dann platzierte er in jedes ein kleines Bündel Haare. Das tat er drei Tage lang, wobei er die Beobachtung machte, dass sich neue Maulwurfhügel auftaten, die eine Reihe in Richtung Grundstückseinfriedung bildeten.

Eine Woche später, Opa Hermann hatte sich gerade seinen Vormittagstee zubereitet, als es an der Wohnungstür klopfte. Draußen stand sein Nachbar Clemens und machte ein verdrießliches Gesicht: „Sag mal, Hermann“, bei diesen Worten deutete er mit dem Daumen über seine Schulter in Richtung seines Grundstückes, „hast du noch Haare vom Frisör übrig? Deine Fröten sind jetzt alle bei mir !“ “ O“. antwortete Opa Hermann scheinheilig, „die habe ich dir geschickt, damit sie dir beim Umgraben helfen!“